Geh aus mein Herz und suche Freud…. – Sommererkundungswoche der Melanchthon Akademie

Geh aus mein Herz und suche Freud…. – Sommererkundungswoche der Melanchthon Akademie

Montagmorgen 8 Uhr: Es regnet aus Kübeln, die Wolken sind grau und stürmisch. Um 10 Uhr gehen die Teilnehmenden der ersten Erkundung  bei strahlender Sonne und blauem Himmel am vereinbarten Treffpunkt los –  so ist es eben: alles verwandelt sich in rasantem Tempo – so beginnen die ersten ‚Sommererkundungen in besonderen Zeiten‘, zu denen die Studienleiterinnen und Studienleiter der Melanchthon- Akademie in diesem Jahr das erste Mal einluden.


‚Wüstenwanderung im Geröll‘ mit Dorothee Schaper

Montag 10 Uhr: Wir begeben uns in die ‚Wüste‘ am Ufer des Sürther Rheinufers, in den Zwischenraum zwischen Strom und Festland in den Raum, der sich ständig verwandelt je nach Pegelstand breit oder schmal, nass oder trocken, überschwemmt oder begehbar ist. Jede und jeder geht für sich alleine in den Raum des Rückzugs und der Verwandlung, macht ihre und seine eigenen Erfahrungen im Geröll zwischen Steinen, Algen, Pflanzen, Tieren und angeschwemmten Hölzern – alles Schöpfung Gottes. Wir kommen wieder zusammen. Wir tauschen unsere Erfahrung aus. Wir besuchen die Treibholz Ausstellung des Skulpturenkünstlers Rudi Scharl und setzten unsere Erfahrungen zu dem transformierten Schwemmholz in Bezug. Ein Resonanzraum zwischen Himmel und Erde tut sich auf.

‚Die Lerche schwingt sich in die Luft‘ mit Eva Breuer

Dienstagmorgen  11 Uhr: Treffpunkt an der Stele der Jakobspilger vor dem Altenberger Dom.

Wetterbedingt geht es direkt nach Dabringhausen –  dort  erfahren wir vom ehemaligen Kirchmeister Einiges zur Geschichte der schönen kleinen Dorfkirche. Nach kurzer Einstimmung machen wir uns auf den Abstieg ins Eifgental, auf dem alten Jakobs-Weg, den schon so viele vor uns gegangen sind…Unter Buchen, Eichen, Weiden und Eschen laufen wir am Bach entlang und bestaunen die Vielfalt der heimischen Wild- und Heilkräuter. Heimlich werden wir wieder ein Teil der Natur. Einige der Pflanzen finden wir nach unserer Ankunft in Altenberg in Stein gemeißelt an den Säulen des Doms wieder.

Wir bleiben nicht nur Zuschauer, sondern sind auf dem Weg zwischen Himmel und Erde, zwischen Mensch, Tier und Pflanze alle miteinander Gottes gute Schöpfung.

Kontemplativ im Wald mit Martin Horstmann

Mittwochmorgen 9 Uhr: Natur tut gut. Eigentlich immer, doch wohl ganz besonders in diesen Corona-Zeiten. Mit einer kleinen Gruppe gingen wir raus in die Natur, am rechtsrheinischen Stadtrand von Köln. Dabei ging jeder seine eigenen Wege, zwei Stunden ist jeder allein unterwegs. Zu Beginn gab es Anregungen, wie man die Zeit natur-kontemplativ verbringen kann, um die eigene Naturverbundenheit zu stärken. Zum Abschluss tauschten wir uns über die Erfahrungen und Resonanzen aus und es gab Tipps zum Selberexperimentieren.

‚Auf nach Stommeln‘ mit Leonore Kampe

Donnerstag 10 Uhr stehen wir in Stommeln am Feldrand. Wir hören von Gärtner Brenner wie das gehen kann, wenn Landwirtschaft solidarisch betrieben wird. Wir erfahren von ökologischem Gemüseanbau und seinem Verbrauch ohne Zwischenhändler. Das Gemüse von diesem Feld wird an alle, die Teil der Solidargemeinschaft sind, wöchentlich verteilt. Wir verstehen ganz konkret und vor Ort auf dem Feld: Eine Alternative zur konventionellen Landwirtschaft ist nicht nur nötig sondern auch möglich.

Himmelshöhle in der Eifel mit Martin Bock

Freitag 10 Uhr: Wir steigen im Kölner Hauptbahnhof in den Zug nach Mechernich. Wir verlassen den Trubel der Großstadt. Ab Mechernich tragen uns unsere Füße durch Dorf, Wald und Wiese 11km durch die Eifel. Auf dem Weg hören wir  kleine Impulse wie alles anfing mit der Schöpfung, mit uns selbst, in der Bruder-Klaus Kapelle von Peter Zumthor. Die Stationen laden uns zum Gespräch ein. Fast vergessen wir Raum und Zeit. Kurz nach 15 Uhr sehen wir dann doch den rechteckigen, sandsteinhellen, herausragenden Turm mitten auf dem Feld. Um 15.30h stehen wir vor der dreieckigen, silbergrauen Metalltür, die uns in die tropfenförmige bodenständige und doch nach oben hin offene Himmelshöhle führt. Wir verweilen zwischen grüner Wiese, sandgelber Kapelle und blauem Himmel, bevor es erschöpft und gestärkt auf die Heimreise geht.


Komm wir suchen einen Schatz Von Daniela KrauseWack

…und während der ganzen Woche gehen andere Interessierte alleine oder mit der ganzen Familie im Süden vor den Toren der Stadt mit Melanchthon auf Schatzsuche… die ‚Letterboxing Tour‘ durch die Brühler Altstadt und den Schlosspark wird so gut angenommen, dass der ‚Melanchthon-Schatz‘ immer wieder nachgefüllt werden muss.

Die erste Sommererkundungswoche der Melanchthon-Akademie liegt hinter uns. Starke Orte zwischen Himmel und Erde sind in Nähe und Distanz in diesen besonderen Zeiten erkundet worden und ließen Veränderung und Transformation erfahrbar werden.

Die Rückmeldung der Teilnehmenden ruft nach Wiederholung. Mal schauen welche Orte bei einem möglichen nächsten mal von uns erkundet werden wollen.

Mehr über das Programm der Melanchthon Akademie finden Sie hier: www.melanchthon-akademie.de