Gerade jüngere Seniorinnen und Senioren wollen selbstbestimmt ihr eigenes Alter(n) gestalten. SeniorenNetzwerke bieten den Menschen in einem Stadtteil eine Plattform, um sich nach ihren Interessen, Wünschen und Möglichkeiten zusammenzufinden, Kontakte zu knüpfen, Gleichgesinnte zu finden, Freizeitgruppen zu initiieren. Sie bieten allen Bewohnerinnen und Bewohnern des jeweiligen „Veedels“ die Möglichkeiten, etwas für sich selbst zu tun – aber auch, sich für andere zu engagieren.

 

Immer obenauf, stets aufmerksam und auch schon mal flott mit der Heckenschere zur Hand: der gute Nachbar...

 

Auch die Nachbarschaftshilfe kann nur „im Veedel“ funktionieren – und sie ist immer ehrenamtlich: Da setzen sich Nachbarn füreinander ein. Eine kann vielleicht nicht mehr einkaufen gehen, einem anderen fällt das Wäschewaschen schwer. Jemand „kann gut mit Behörden“, ein anderer hat da seine Probleme. Die einen wissen, wie und wofür es wo Hilfe gibt – und können vermitteln. Manche brauchen aber auch einfach nur einen Gesprächspartner, um sich nicht mehr so einsam zu fühlen. All das leistet die Nachbarschaftshilfe: christliches Füreinander-Einstehen im besten Sinn. Hier eine Auswahl der Angebote:

Betreuung für ältere und hilfebedürftige Menschen: Lindenthaler Dienste e.V.

Der Verein „Lindenthaler Dienste“ wurde im August 1983 mit einer doppelten Zielsetzung gegründet: Zum einen, um Arbeitslosen eine befristete Beschäftigung als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) zu schaffen, zum anderen sollten die ABM-Beschäftigten ältere und hilfsbedürftige Menschen bei der Haushalts- und Lebensführung unterstützen. Weil Mitarbeitende der Lindenthaler Dienste stundenweise Aufgaben wie Einkaufen, Putzen, Zubereitung von Mahlzeiten usw. übernahmen, konnten Senioren bis ins hohe Alter in ihrer  Wohnung und im vertrauten Umfeld wohnen bleiben. Als 1995 die Pflegeversicherung eingeführt wurde, haben die Lindenthaler Dienste ein kleines Team fest angestellter Mitarbeiterinnen aufgebaut, die in enger Zusammenarbeit mit der Diakonie Pflegeleistungen erbrachten. Das ABM-Projekt musste 2004 beendet werden, weil sich die Konditionen für die vom Arbeitsamt finanzierten ABM-Stellen drastisch verschlechterten. Trotz hoher Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden konnten diese finanziellen Einbußen nicht aufgefangen werden, so dass 2004 die Geschäftsstelle der Lindenthaler Dienste geschlossen wurde. Da der Verein fortbestand, begann 2005 eine neue Phase der Vereinstätigkeit: Auf hauptsächlich ehrenamtlicher Basis werden heute erneut Betreuungsleistungen für ältere und hilfebedürftige Menschen angeboten, zur Unterstützung bei deren Haushalts- und Lebensführung.

Evangelische Kirchengemeinde Köln-Lindenthal

Helfende Hände Wesseling

Unter anderem mit Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde Wesseling bieten die ehrenamtlich „helfenden Hände“ der Diakonie Michaelshoven schnelle und unkomplizierte Hilfe bei vielen kleinen Alltagsproblemen und Aufgaben, zum Beispiel Wechseln einer Glühbirne, Einstellungen an Telefon, Fernseher und Handy, Begleitung zur Behörde oder beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen. Außerdem werden Putztätigkeiten, Hilfen in Notfällen oder bei Umzügen und Fahrtendiensten sowie in der Pflege und Versorgung angeboten.

Diakonie Michaelshoven e.V.

Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz: ehrenamtlich und ökumenisch in vielen "Veedeln"

Das Prinzip: Nachbarn zeigen ein Herz für Nachbarn – und das in inzwischen 20 Kölner Stadtteilen. Begonnen hat diese ökumenische Nachbarschaftshilfe 1997 in den Kölner Stadtteilen Mauenheim, Niehl und Weidenpesch. Die Erfahrung hat gezeigt: Kölsch Hätz ist ein Erfolgsmodell, das optimal auf die gesellschaftlichen Veränderungen in den Stadtteilen und Kirchengemeinden reagiert: als Antwort auf das Zurückgehen stabiler, verlässlicher Beziehungen. Kölsch Hätz arbeit auf ehrenamtlicher Basis und sucht immer Menschen mit Herz, denen das soziale Klima im Veedel ein Anliegen ist, und die Lust haben, sich regelmäßig für ein bis zwei Stunden in der Woche sinnvoll zu engagieren.

Nachbarschaftshilfe Kölsch Hätz

Selbst- und Nachbarschaftshilfe im "Veedel": Holweider Selbsthilfe

Die „Holweider Selbsthilfe“ ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, Mitglied im Diakonischen Werk Köln und Region, die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide ist Vereinsmitglied. Die „Holweider Selbsthilfe“ (HoSe) ist ein „Bewohner-Verein“, dessen Ziel es ist, die Wohn- und Lebensbedingungen der Menschen im Stadtteil zu verbessern. Konkrete Angebote sind beispielsweise Familienwochenenden, der Aufbau eines Seniorentreffs, einer Krabbelgruppe, des Gebrauchtmöbellagers (heute in der Rudolf-Breitscheid-Straße 2a) und des Cafés „Holweider Treff“. Außerdem werden Sozial- und Mieterberatung, Frauenfreizeiten, eine Kinderfußballgruppe und Familienfreizeiten geplanz. Auch das das Möbellager „Deutzer Schatztruhe“ gehört zum Verein „HoSe“. Acht Langzeitarbeitslose fanden dort über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) einen Arbeitsplatz.

Holweider Selbsthilfe – HoSe e.V

Seniorennetzwerke Köln

Gerade jüngere Seniorinnen und Senioren wollen selbstbestimmt ihr eigenes Alter(n) gestalten. Die Seniorennetzwerke bieten den Menschen in einem Stadtteil eine Plattform, sich nach ihren Interessen, Wünschen und Möglichkeiten zusammenzufinden, Kontakte zu knüpfen, Gleichgesinnte zu finden, Freizeitgruppen zu initiieren. Sie bieten Möglichkeiten, etwas für sich selbst zu tun, aber auch sich für andere zu engagieren. Mittlerweile gibt es in vielen Kölner Stadtteilen ein Seniorennetzwerk. Träger sind neben der Stadt Köln die Wohlfahrtsverbände der Stadt, wie beispielsweise das Diakonische Werk.

Seniorennetzwerke Köln

Was ihr wollt: Senior/innen werden im Netzwerk Bocklemünd/Mengenich aktiv

Wer gut in ein soziales Netz eingebunden ist, kann dem Älterwerden gelassen entgegen sehen. Gerade weil heute immer mehr ältere Menschen als Single leben oder getrennt von ihren Kindern alt werden, ist es wichtig, Kontakte aufzubauen: zu Nachbarn im Haus, in der Straße, im Stadtteil. Manchmal wohnen die lang gesuchten Wanderfreunde oder die ersehnten Tanzpartner nur ein paar Straßen weiter. Das Netzwerk Bocklemünd/Mengenich bietet zahlreiche Möglichkeiten: Kultur, Sport und gemeinsames Engagement im Stadtteil für ältere Menschen. Wer Interesse hat, sich dem Netzwerk anzuschließen, meldet sich einfach im Kirchencafé der Bocklemünder Auferstehungskirche. Dann kann man herausfinden, woran man teilnehmen möchte oder wozu man Mitstreiter/innen braucht. Unterstützung bei der Umsetzung bekommt man von einer Koordinatorin. Die Gruppen sind aber selbst dafür verantwortlich, ihr Angebot aktiv umzusetzen – ob das nun die Verbesserung der kulturellen Infrastruktur des Stadtteils ist, Joggen oder Fahrradfahren, ein politischer Gesprächskreis, oder, oder… alles ist möglich, sobald die Seniorinnen und Senioren selbst aktiv werden.

Evangelische Kirchengemeinde Bickendorf