Kirche2go fragt: „Dürfen Christen alles?“

Kirche2go fragt: „Dürfen Christen alles?“

Was dürfen wir als Christinnen und Christen eigentlich? Wer bestimmt die Regeln unseres Christseins und wer sagt uns, wie und in welchem Umfang wir in der Gesellschaft mit unserem Glauben umgehen sollen? Welche Maßgaben, die jede und jeder einzelne in ihrem oder seinem Leben befolgt, sind konform mit dem Gotteswort und welche nicht? Und wann stoße ich mit meinen Überzeugungen auf Widerstand der allgemeinen Mehrheit? Pfarrerin Janneke Botta hat sich genau diese Frage gestellt: Dürfen wir Christinnen und Christen eigentlich alles – oder gibt es Regeln? Was glauben Sie?


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Janneke Botta wird am Samstag, 21. August 2021, um 17 Uhr am Garten am Lutherturm, Regentenstraße 44, 51063 Köln-Mülheim in einem Gottesdienst ordiniert. (Bei schlechtem Wetter findet die Ordination in der Jugendkirche geistreich, Adamstraße 49 statt.)


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Den gesamten Text lesen Sie hier:

Dürfen wir als Christinnen und Christen eigentlich alles oder gibt es Regeln für uns?

Der Sohn von einer guten Freundin von mir ist Vegetarier – schon mit neun. Wenn er beim Mittagessen in der Schule isst, dann gibt es immer ein bisschen Probleme, denn es gibt Essen für Menschen, die kein Gluten vertragen, es gibt Essen für Kinder, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen, aber er fällt immer hinten rüber. Das hat sie mal bemäkelt und gesagt: gibt es da nicht eine Möglichkeit? Und dann hat die Schule gesagt: naja, auf Einzelgeschichten können wir keine Rücksicht nehmen, wir nehmen schon Rücksicht auf medizinische Faktoren, wir nehmen Rücksicht auf religiöse Faktoren. Und dann hat sie gesagt: aber es ist eine religiöse Entscheidung, dass mein Sohn kein Fleisch isst. Das tut er als Christ ganz bewusst, weil er sagt, Gott hat diese Welt geschaffen, nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tiere, und denen sollen wir mit Respekt begegnen. Und seine Form das umzusetzen als Christ ist, dass er kein Fleisch essen möchte. In der Schule ist das nicht auf große Resonanz gestoßen. Da hat man gesagt: naja, das ist seine eigene Meinung. Und ich glaube, das ist das, was für uns Christinnen und Christen ganz offensichtlich ist, nämlich: wir müssen unsere eigenen Entscheidungen treffen, wie unser Christsein/ unser Christinnensein gelebt wird – von uns ganz persönlich. Wie wir das tun, wie wir mit Gott und mit der Schöpfung in Kontakt stehen. Für ihn bedeutet das, dass er keine Tiere isst. Für andere bedeutet das vielleicht, dass sie einen Teil ihres Monatsgehalts abgeben, für Menschen, die nicht genug zum Leben haben. Andere finden ganz andere Ausdrucksformen. Ich glaube, wie wir es tun, ist am Ende gar nicht so wichtig. Aber wichtig ist, dass wir uns auf den Weg machen, dass wir gucken, wie kommt mein Glaube eigentlich in meinem Alltag vor und wie findet das Platz in dem, wie ich mich in dieser Welt bewege?

Text: APK
Foto(s): APK