Lange Nacht der Kirche in der Trinitatiskirche



Es ist das Licht, das für die Atmosphäre sorgt


AntoniterCityKirche

Antoniterkirche

Die „Lange Nacht der Stille“ begann in der AntoniterCityKirche – eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung – mit einem Konzert. Kirchenmusikdirektor Johannes Quack, gleichzeitig Kantor der AntoniterCityKirche, spielte auf der Peter-Orgel. Zur Einstimmung auf die „Lange Nacht der Kirchen“ brachte Quack ein Konzert mit dem Titel „Stimmen der Nacht“ zu Gehör.

In der Reihe „KirchenTöne“ erklangen Werke von Frédéric Chopin, Edwin Lemare, Enjott Schneider und anderen. Um 20 Uhr begann sie dann wirklich, die „Stille“. Draußen haben die Geschäfte geschlossen. Die Flaneure zieht es nach Hause. Das Grundrauschen der Schildergasse ebbt ab. Auch die Straßenmusiker, die Johannes Quack so oft ärgern – „Immer fortissimo“ – haben Feierabend. Der Innenraum der Kirche ist in blaulila Licht getaucht. Es herrscht ein Kommen und Gehen, das die kontemplative Atmosphäre überhaupt nicht stört. Die Stille wird gegen 22 Uhr unterbrochen durch ein „gesungenes Nachtgebet“.

Trinitatiskirche

Klais-Orgel Trinitatiskirche

Meditativ ist die Stimmung in der Trinitatiskirche. Hier ist in der „Nacht der Stille“ naturgemäß weniger los, weil der „protestantische Dom“ aus Innenstadtsicht doch ein wenig weit ab vom Schuss liegt. Was zumindest die Fußläufigkeit angeht.

Die Empore ist lila ausgeleuchtet, der Altarraum erstrahlt in hellem Weiß mit einem Hauch Rosa. Zur halben und vollen Stunde trägt Dr. Martin Bock biblische Lesungen vor. Dazwischen steht er für Gespräche bereit, ein Angebot, das immer wieder angenommen wird. Wolf-Rüdiger Spieler, Organist und verantwortlich für das Kulturprogramm in der Trinitatiskirche, improvisiert in den Pausen auf der Klais-Orgel. Für ein paar Minuten bin ich der einzige Besucher und erhalte ein Privatkonzert. Gänsehaut-Atmosphäre.

Kartäuserkirche

Kartäuserkirche

In der Kartäuserkirche empfangen Pfarrerin Dr. Anna Quaas und Thomas Frerichs, Kantor in der Südstadt, die Gäste. Auch hier spielt das Licht eine bedeutende Rolle. Nach oben gerichtete Strahler betonen die hohen Wände der ehemaligen Klosterkirche. Dr. Anna Quaas spricht in regelmäßigen Abständen Gebete, die Frerichs musikalisch begleitet. In den Pausen kommen Quaas und Frerichs bei Brot und Wein mit den Gästen ins Gespräch. Eine junge Frau aus der Südstadt ist völlig überrascht: „Ich wohne seit zehn Jahren in der Nähe und habe von der Existenz dieser Kirche nichts gewusst.“ Das jedenfalls hat sich an diesem Abend geändert.

Lutherkirche

Lutherkirche

In der Lutherkirche in der Südstadt zeigte das Ensemble LTK4 eine von leisen Klängen untermalte Tanz-Performance. Die Kirche war leer geräumt, nur der Altar, ein paar künstlerisch gestaltete Betonplatten und weiße Strahler waren übrig geblieben. Der Abend in der Lutherkirche endete mit der Performance „Weltraumstille“. Das passte.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann