Eine Kirchengemeinde symbolisiert für viele ihrer Mitglieder Heimat – Einführung des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Pauluskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide

Eine Kirchengemeinde symbolisiert für viele ihrer Mitglieder Heimat – Einführung des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide

Eine Kirchengemeinde symbolisiert für viele ihrer Mitglieder Heimat. Ein Ort, der Geborgenheit schenkt. Aber auch ein Ort, der aktiven Mitgestaltung, der Veränderung. Gerade wurde in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide das insgesamt 22-köpfige Presbyterium gewählt und in sein Amt eingeführt. Das Ablegen der Gelübde der Mitglieder des neuen Kirchenvorstandes und die Segnung durch Pfarrer Klaus Völkl, Vorsitzender des Presbyteriums, konnten allerdings diesmal aufgrund der Corona-Pandemie nicht, wie sonst üblich, im Gottesdienst stattfinden. Stattdessen hatten der Pfarrer und die, für die nächsten vier Jahre frisch gewählten, Presbyterinnen und Presbyter Telefongespräche fCür Gelübde und Segnung vereinbart.

Jörg Rehnitz, Foto: Jörg Rehnitz

Ungewöhnliche Situation

„Durchaus ungewöhnlich, aber im Hinblick auf die aktuelle Situation nur richtig“, fand Jörg Rehnitz. Er ist seit mittlerweile 20 Jahren Presbyter in Dellbrück/Holweide. Seit 2006 engagiert er sich zudem als Finanzkirchmeister. Der Bauingenieur ist mit 72 Jahren eines der ältesten Mitglieder des Gremiums, das sich um die Belange der Pauluskirche, der Christuskirche und der Versöhnungskirche kümmert. „Ich möchte die Zukunft der Gemeinde aktiv mitgestalten, unter anderem mithelfen, dass sie finanziell auf festem Grund steht“, begründet der Dellbrücker seinen ehrenamtlichen Einsatz und fügt hinzu, er habe es begrüßt, dass dieses Mal gesamtgemeindlich gewählt wurde. „Die Struktur der Trennung der drei Bezirke hat mir nie so recht gefallen“, räumt er ein.

Konsens

Seine Hoffnung sei, dass sich auch die sieben zum ersten Mal gewählten Presbyterinnen und Presbyter in den monatlichen Sitzungen rege an den Diskussionen beteiligen und keine Scheu vor der Verantwortung haben, Entscheidungen zu treffen. Pfarrer Klaus Völkl ist da optimistisch. Er sieht eine Qualität seines Kirchenvorstandes darin, dass es zwar kontroverse Diskussionen geben kann, dass letztlich aber alle Gespräche von Zugewandtheit geprägt sind und es immer einen Konsens gibt: „Wie unterschiedlich wir Dinge wahrnehmen und wie verschieden wir denken, ist doch sehr spannend und bereichert das Gemeindeleben ungemein.“

Linda Kalinke, Foto: Zuschlag

Die Jüngste

Um die neuen Presbyterinnen und Presbyter schon ein wenig auf ihr Amt vorzubereiten, hatten sie in den vergangenen Monaten die Möglichkeit, sich Sitzungen anzuschauen. Auch Linda Kalinke hat davon Gebrauch gemacht. Mit 23 Jahren ist die Lehramtsstudentin aus Dellbrück nun die Jüngste in der Runde. Dank ihrer langjährigen Jugendarbeit ist sie aber längst vertraut mit den Menschen und den Abläufen innerhalb der Gemeinde. Ihre Entscheidung sich zur Wahl zu stellen, fiel nach Gesprächen mit Pfarrer Klaus Völkl, der sie fragte, ob sie sich vorstellen könne, dieses Ehrenamt zu übernehmen.

Wohl und geborgen fühlen

Klaus Völkl, Foto: Niklas Baumberger

Ohnehin hatte sie seit einiger Zeit das Gefühl, langsam aus der Jugendarbeit herauszuwachsen, doch ein Mittun im Gemeindevorstand flößte ihr Respekt ein. „Ich fand es zwar spannend, auf diese Weise die Gemeinde wirklich hinter den Kulissen kennenzulernen, habe mich aber auch gefragt, ob ich das überhaupt kann.“ Klaus Völkl ermunterte sie, sich nach und nach in das Presbyterium einzufinden und in Ruhe, passende Tätigkeitsfelder zu suchen. Die anderen Mitglieder rieten ihr außerdem, so viele Fragen wie möglich zu stellen, da manches nur zu Beginn kompliziert klinge.

Nun, nach der Wahl, möchte die junge Frau sich für die Jugend der Gemeinde stark machen, auf die Jüngeren hören, aber auch die anderen Gemeindemitglieder nicht aus dem Blick verlieren. „Ich möchte daran mitarbeiten, dass die Menschen sich in dieser Gemeinde ebenso wohl und geborgen fühlen, wie ich. Sie sollen ernst genommen und gehört werden, spüren, dass sie willkommen sind.“

Text: Katja Pohl
Foto(s): Celia Körber-Leupold