Dem Sterbenlassen im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen – Rettungsschiff Sea-Watch 4 sticht in See

Dem Sterbenlassen im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen – Rettungsschiff Sea-Watch 4 sticht in See

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ wird in Kürze zu seinem ersten Rettungseinsatz im Mittelmeer aufbrechen. Die „Sea-Watch 4“ wird unter anderem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), vielen Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen unterstützt. So hatte der Evangelische Kirchenkreise Köln-Nord auf seiner Synode im November vergangenen Jahres beschlossen, die Aktion „Sea-Watch“ mit 10.000 Euro zu unterstützen. Superintendent Markus Zimmermann hatte das Vorhaben der EKD als Beispiel für Nächstenliebe bezeichnet.

„Ärzte ohne Grenzen”

Der geplante Einsatz wird von der Organisation „Sea-Watch“ operativ geleitet und durch „Ärzte ohne Grenzen“ medizinisch unterstützt. Während Teile europäischer Staaten weiterhin Such- und Rettungsaktivitäten blockieren und kriminalisieren, ist die „Sea-Watch 4“ ein Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit, die dem Sterbenlassen im Mittelmeer nicht tatenlos zusieht.

„Ärzte ohne Grenzen“ ist bis mindestens Ende des Jahres an Bord der „Sea-Watch 4“ für die medizinische Notfallversorgung zuständig, wozu auch der Betrieb der Schiffsklinik gehört. Das vierköpfige medizinische Team, einschließlich einer Ärztin und einer Hebamme, wird durch zwei Mitarbeiterinnen für Kommunikation und für die Belange besonders schutzbedürftiger Personen ergänzt. Die 21-köpfige Crew von Sea-Watch trägt die operative Verantwortung für das Schiff sowie die Rettungseinsätze.

Wo staatliches Handeln versagt, helfen zivile Organisationen

Der Kauf des neuen Rettungsschiffes „Sea-Watch 4“ wurde im Januar 2020 von dem zivilgesellschaftlichen Bündnis United4Rescue ermöglicht. Für die Einrichtung der Krankenstation sowie den Ausbau des Rettungsdecks der „Sea-Watch 4“ stellt United4Rescue nun weitere 150.000 Euro bereit. Die EKD hatte schon im vergangenen Jahr erklärt, dass sie ein Rettungsschiff im Mittelmeer unterstützen werden. Der EKD-Rastvorsitzende Bedford-Strohm hatte hierzu gesagt: „Solange schutzsuchende Menschen im Mittelmeer ertrinken und staatliches Handeln versagt, werden wir die zivile Seenotrettung nach Kräften unterstützen.“

Das Bündnis vereint mehr als 550 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bündnispartnerinnen und partner sind unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland, der Koordinierungsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland.

Text: APK
Foto(s): Philipp Guggenmoos - United4Rescue NGO