Sozialminister Laumann besuchte das Kölner Projekt „VIADUKT“

Sozialminister Laumann besuchte das Kölner Projekt „VIADUKT“

Erfolgreiche Vermittlung von Wohnungen an ehemals Wohnungslose

„Wohnungslosigkeit ist nach Hunger das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann“, sagte Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann bei einem persönlichen Besuch bei VIADUKT. Das Projekt vermittelt Wohnungen an ehemals wohnungslose Menschen. Fast 300 Mietverträge konnten seit dem Projektstart vor fast drei Jahren abgeschlossen werden. Mehr als 300 Erwachsene mit rund 200 Kindern haben auf diese Weise eine Wohnung gefunden. „Dass es gelungen ist, so vielen Menschen eine Chance zu geben, die sonst aussichtslos in der Schlange stehen, davon bin ich schon sehr begeistert“, zeigte sich Laumann angesichts des hart umkämpften Wohnungsmarktes in Köln beeindruckt.

Das Team

Das Erfolgsgeheimnis des Kölner Vorzeigemodells liegt in der Zusammensetzung des Teams: Eine Sozialarbeiterin und zwei Immobilienkaufleute bringen ihre Erfahrungen ein und ergänzen sich so. Während die Immobilienexperten den Kontakt zu möglichen Vermietern und Wohnungsbaugesellschaften herstellen, kümmert sich die Sozialarbeiterin um die Wohnungssuchenden, betreut sie auch nach dem Einzug noch einige Zeit und ist Ansprechpartnerin für Vermieterinnen und Vermieter. Darin sieht auch Laumann einen Grund für den Erfolg: „Das Team schafft es, Vertrauen zu denen aufzubauen, die die Wohnungen haben. Denn die entscheiden am Ende, wer die Wohnung bekommt.“

Vermieter sind Privatpersonen und Wohnungsbaugesellschaften. Die Miete zahlt das Jobcenter bei Arbeitsuchenden. Wer wieder Arbeit gefunden hat, zahlt die Miete selbst. Vermittelt werden nur Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen und einen eigenen Haushalt zu führen. Sozialarbeiterin Aniko Reusche sieht in der Wohnungsvermittlung auch einen stabilisierenden Faktor: „Wer eine Wohnung hat, möchte sich wieder etwas aufbauen und auch wieder in Arbeit kommen.“ Reusche ist Mitarbeiterin des Fachdienstes Diakoniehaus Salierring, der vielfältige Hilfen für Wohnungslose anbietet.

Kooperationsprojekt

VIADUKT ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Diakonischen Werk Köln und Region, dem Sozialdienst Katholischer Männer und dem Sozialdienst katholischer Frauen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln und dem Jobcenter Köln. Im Dezember 2017 ist es mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gestartet. Seit Ende 2019 wird es im Rahmen der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ gefördert und auch in anderen Städten umgesetzt, so zum Beispiel auch im Rheinisch-Bergischen Kreis durch das Netzwerk Wohnungsnot von Diakonie und Caritas.

Damit die erfolgreiche Arbeit in Köln fortgesetzt werden kann, verkündete Sozialminister Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch eine weitere Finanzierung für die nächsten zwei Jahre. Viadukt ist immer auf der Suche nach Vermietern, die Menschen mit einem Mietvertrag eine Chance geben. Weitere Informationen unter https://www.diakonie-koeln.de/angebote/wohnungslose/diakoniehaus-salierring/viadukt/