Barbara Eligmann moderierte zum neunten Mal Sing & Help in der Evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Köln-Junkersdorf



„Sing & Help“ mit Barbara Eligmann – Benefizkonzert für Hilfen „auf dem ganz kleinen Dienstweg“

Acht Jahre lang stand Barbara Eligmann (55) in den 90ern für RTL vor der Kamera und moderierte das Format „Explosiv“. Für ihre Arbeit bekam sie die Goldene Kamera. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes verabschiedete sie sich von dem zeitintensiven fast täglichen Einsatz und konzentrierte sich – neben ihrer Familie – auf Projekte, wie die Wissensshow „Clever“ mit Wigald Boning. Anfang kommenden Jahres läuft die neue Staffel einer Reality-Crime-Serie mit ihr an. Barbara Eligmann lebt mit ihrem Mann, drei Kindern (20, 17 und 11) und ihrem Hund in Köln-Junkersdorf und ist schon lange in der Evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde aktiv. Das Benefizkonzert „Sing & Help“ moderiert sie ehrenamtlich seit seiner Premiere vor neun Jahren.

Mit „Sing & Help“ sind Sie seit dem „Versuchsballon“ eines Benefizkonzerts in der Gemeinde Junkersdorf eng verbunden. Das Konzept, talentierte Sänger aus der Gemeinde bzw. der Region dazu zu holen, funktioniert. Wie entstand die Idee?

Im Grunde startet die Geschichte dazu wie eine Weihnachtsgeschichte: Es begab sich zu einer Zeit in Junkersdorf, dass eine Frau Zwillinge bekam und diese taufen lassen wollte. Außerdem wollte sie auf dieser Taufe selbst singen. Das tat sie, und zwar unglaublich gut. Danach erklärte sie sich bereit, gern weiterhin für die Gemeinde zu singen – für einen guten Zweck. Das Konzert mit Tina Wollweber ist seitdem fester Bestandteil der Adventszeit. Inzwischen bestreiten „Tina Wollweber & Friends“ das Programm. Das sind in diesem Jahr Nelly, Amanda Egge, Nele Hermann, Haryo Sedhono, Laurenz Gemmer und einige andere Musiker aus der Gemeinde. Der Erlös fließt in die Gemeinschaftsstiftung der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche.

Sie sagten, Sie sähen sich als hier im Ort „hängengeblieben“ nach Ihrem Weggang vom vormals ansässigen Privatsender und wissen das „Dorfleben“ am Rand der Stadt sehr zu schätzen. Dafür, dass „Sing & Help“ ein voller Erfolg wird, engagieren Sie sich jedes Jahr wieder. Was machen das Leben in der Gemeinde und die Veranstaltung für Sie besonders?

Das Gesamtpaket ist ein riesiger Gewinn und ich tue das einfach gerne. Überhaupt kann sich hier in der Gemeinde jeder einbringen, der Lust hat, mitzumachen. Dass ich mich bei dieser Moderation auf das nächste Jahrzehnt einlasse, war mir natürlich nicht klar, als unsere Pfarrerin Regina Doffing mich fragte. Aber nach dem zweiten Mal wird ja alles Tradition, und mir gefällt neben der Spende für einen guten Zweck vor allem, mitzuerleben, wie die Leute sich entwickeln. Außerdem sieht man hier: So eine Kirchengemeinde kann auch eine Bühne bieten! Gerade die jungen Sänger haben hier oft alles durchlaufen: Taufe, Kindergarten, Schulbetreuung in der Gemeinde, den Konfi-Unterricht und manchmal auch die Jugendgruppen. Viele, wie zum Beispiel auch mein Sohn, kommen als Betreuer wieder. Und Sänger wie Nele Hermann stehen hier dann plötzlich als junge Erwachsene mit wunderschöner Stimme und müssen gar keine Angst vor ihrem Debüt haben: Sie fallen in eine warme, weiche Wolke des Wohlwollens. Das finde ich eine ganz großartige Chance!

Sie nannten es bei Ihrer Anmoderation „Das Fest der Stimmen“. Tatsächlich hat jeder Sänger für sich Songs mitgebracht, die zu ihm oder ihr passen. Klassische Kirchenmusik muss aber nicht geboten werden?

Ich kann mir vorstellen, dass einige der älteren Gemeindemitglieder in den ersten Jahren etwas irritiert gewesen sein könnten. Einfach, weil sie traditionell etwas anderes erwarteten. Letztlich geht es aber um schöne, stimmungsvolle Musik unterschiedlicher Richtungen. Tina Wollweber hat die musikalische Leitung, und letztlich ist alles dabei, was in eine Kirche passt.

Was ist das für eine Stiftung, in die der Erlös des Kartenverkaufs fließt?

Die Gemeinschaftsstiftung Dietrich-Bonhoeffer-Kirche wurde 2006 ins Leben gerufen, nachdem Liselotte de Muynck der Gemeinde ein beträchtliches Erbe vermacht hatte. Der Sinn dahinter war, etwas Nachhaltiges zu schaffen, das langfristig etwas bewirkt. Mit den Stiftungsgeldern kann an den Stellen in der Gemeinde Unterstützung angeboten werden, wo sie gebraucht wird. Und durch Events wie unser Benefizkonzert wird der Topf kontinuierlich wieder aufgefüllt.

Welchen Spendenzweck hatte „Sing & Help“ 2018?

So ein neues Dach für die Kirche, wie es gerade gebraucht wurde, ist wichtig. Aber die Herzen der Gemeinde öffnet es nicht unbedingt. Dieses Jahr war der Wunsch, direkt vor der eigenen Haustür zu helfen – Alleinerziehenden hier in Junkersdorf, die Unterstützung brauchen. Mir ist bewusst, dass sich das erst einmal anhört wie „Wir möchte den Armen in Beverly Hills helfen“, aber dem ist ganz und gar nicht so. Nach Trennungen verändern sich Lebensumstände manchmal grundlegend. Die Betroffenen selbst empfinden das oftmals als beschämend. Wird es dann bei der Finanzierung von Klassenfahrten mal eng, bietet vielleicht noch ein Förderverein Unterstützung. Bei Rewe an der Kasse hilft das aber nicht weiter. Tatsächlich ist es für Getrenntlebende mit Kindern schwerer, arm zu sein oder zu werden in einer Gegend, in der es anderen sehr gut geht. Natürlich kann man argumentieren, sie könnten schließlich wegziehen. Geht es aber um eine plötzlich schwere Zeit, in der man die Kinder nicht zusätzlich entwurzeln möchte, ist sie vielleicht auch anders zu überbrücken. Regina Doffing lag dieses Mal viel daran, bei Bedarf unbürokratisch und auf dem ganz kleinen Dienstweg helfen zu können. Ich finde das eine sehr gute Sache.

Im kommenden Jahr steht übrigens unser 10-jähriges Konzert-Jubiläum an. Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, einmal dabei zu sein. Es lohnt sich!

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller