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Pfarrerin Laura Kadur: Was bedeuten eigentlich die Farben in der Kirche?

Kirche2go fragt: Was bedeuten die Farben in der Kirche?

Kirche2go fragt: Was bedeuten die Farben in der Kirche? Haben Sie schon bemerkt, dass wir im Laufe des Jahres sowohl am Altar als auch am Sprechpult verschiedene farbliche Behänge haben? Doch woher kommen diese Farben? Ist es der persönliche Geschmack des Pfarrers oder der Pfarrerin? Oder hat der Küster einfach freie Hand? Nicht ganz! Die Farben haben tatsächlich eine tiefere Bedeutung im Kirchenjahr, erklärt Pfarrerin Laura Kadur. Erfahren Sie mehr über die Bedeutung der Farben in der Kirche und lassen Sie sich inspirieren – bei Kirche2go!

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Was bedeuten eigentlich die Farben in der Kirche?

Vielleicht ist Ihnen das mal aufgefallen, dass wir über das Jahr hinweg sowohl am Altar als auch am Sprechpult unterschiedliche farbliche Behänge haben. Jetzt kann man sagen, ist das vielleicht der Geschmack des Pfarrers oder der Pfarrerin oder nimmt sich der Küster da vielleicht etwas raus und hängt einfach etwas hin. Weit gefehlt! Die Farben haben tatsächlich eine Bedeutung im Jahr, genauer gesagt im Kirchenjahr. Es gibt unterschiedliche Feste und Zeiten, und diese haben unterschiedliche Farben.

So gibt es zum Beispiel die Farbe Weiß, die für die Christusfeste steht. Wir verwenden sie zum Beispiel an Ostern und Weihnachten, aber auch beim Fest der Dreieinigkeit, Trinitatis. Dann haben wir die Farbe Grün, die zum Beispiel während der gesamten Zeit, die wir Sommermonate nennen, präsent ist – die sogenannte Trinitatiszeit. Das ist die Zeit, in der es quasi grünt und blüht im Jahr, rund um Erntedank zum Beispiel.

Dann gibt es die Farbe Lila, die im kirchlichen Kontext eine Bußfarbe ist. Wir verwenden sie in der Passionszeit, also den Wochen vor Ostern, und auch in der Zeit vor Weihnachten, der Adventszeit. Früher war die Adventszeit ebenfalls eine Bußzeit, auch wenn das heutzutage in Nordrhein-Westfalen nicht mehr so gefeiert wird. Ebenfalls in Lila gehalten ist der Buß- und Bettag.

Die Farbe Rot steht für das Feuer und den Heiligen Geist. Wir verwenden sie an Pfingsten, bei der Konfirmation, am Reformationstag und auch bei der Ordination, wenn ein Pfarrer oder eine Pfarrerin ins Amt eingeführt wird. Tatsächlich gibt es auch die Farbe Schwarz für Karfreitag oder den Totensonntag, da dies besonders traurige Tage und Feste sind.

Die Farbe Rosa ist seltsamerweise nicht so häufig in den Gemeinden anzutreffen. Sie wird in der Passionszeit oder in der Adventszeit verwendet, wenn das Weiß von Christus quasi das Lila durchbricht. An diesen Sonntagen sind die Behänge dann pink oder rosa. Richtung Ostern ist es der Sonntag „Laetare“, der vierte Sonntag der Passionszeit, und in der Adventszeit ist es der dritte Sonntag, „Gaudete“.

Das sind eigentlich die Farben in der Kirche. Sie haben immer etwas mit dem Jahreszyklus zu tun und zeigen an, welche Feste wir gerade feiern.

Text: APK
Foto(s): APK