Dreitägiger Orgelmarathon in der Trinitatiskirche – Wettbewerb für Orgelimprovisation mit internationalen Gästen
v.l. Wolf-Rüdiger Spieler, Melanie Jäger-Waldau, Thierry Mechler, Hans van Haeften, Alexander Grün, Max Deisenroth, Johannes Geffert und Otto Maria Krämer

Dreitägiger Orgelmarathon in der Trinitatiskirche – Wettbewerb für Orgelimprovisation mit internationalen Gästen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kölner Wettbewerbes für Orgelimprovisation kamen aus Polen, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und allen Teilen Deutschlands in die Trinitatiskirche. Die Preisgelder gingen in die Niederlande und zweimal nach Deutschland. Zum zweiten Mal hatte der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zum Wettbewerb für Orgelimprovisation eingeladen. Die Veranstaltung, die ursprünglich im März 2020 hätte stattfinden sollen, und dann wegen der Pandemie zunächst auf März 2021 verschoben wurde, fand nun endlich im Oktober 2021 statt.

Der Austragungsort war mit Bedacht gewählt. Der Evangelische Kirchenverband nutzt das Kirchengebäude seit vielen Jahren für kulturelle Veranstaltung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Kulturangebot in Köln. „Kirche, Kultur und Bildung gehören eng zusammen“, sagt Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter die Trinitatiskirche. „Es war ein großer Glücksfall, dass 2008 die große Klais-Orgel gekauft, 2009 eingebaut und 2010 eingeweiht werden konnte. Mit ihren fast 3.000 Pfeifen, die auf drei Manualen und Pedal angespielt werden, bietet sie in der großen Akustik der Trinitatiskirche eine beinahe unendliche Fülle von Klangmöglichkeiten und damit sehr gute Voraussetzungen für einen internationalen Orgelwettbewerb“.

Die Jury

Die Jury war die gleiche, wie beim ersten Wettbewerb 2019 und damit ein erfahrenes Team. Alle Mitglieder sind ausgewiesene Fachleute der liturgischen und konzertanten Orgelimprovisation, die diese Kunst des spontanen Orgelspiels auch regelmäßig an Musikhochschulen und Akademien unterrichten und in Konzerten präsentieren.

So hatte der Evangelische Kirchenverband neben Wolf-Rüdiger Spieler, der unter anderem Orgelimprovisation an der Kölner Musikhochschule unterrichtet, vier weitere Juroren eingeladen: Prof. Johannes Geffert, der viele Jahre die Musikhochschulausbildung für Evangelische Kirchenmusik in Köln geleitet hat, Professor Thierry Mechler aus Frankreich, der ebenfalls an der Kölner Musikhochschule lehrt und auch Organist der Kölner Philharmonie ist. Vom Bodensee reiste Melanie Jäger-Waldau, Münsterkantorin aus Überlingen, an und mit Otto Maria Krämer aus Straelen war ein weiterer Kölner Hochschullehrer dabei.

„Die Zusammenarbeit in der ökumenisch besetzten Jury war wieder ganz ausgezeichnet. Wir haben ausgesprochen wertschätzend und vertrauensvoll beraten, waren sehr auf Objektivität und Fairness den Teilnehmenden gegenüber bedacht und haben uns in der Bewertung an transparenten Kriterien orientiert“, lobt Spieler die Arbeit hinter den Kulissen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Eingeladen zur Teilnahme am Wettbewerb waren Studierende und junge Absolventen von Musikhochschulen aus den Bereichen Kirchenmusik und konzertantes Orgelspiel. Aus der Vielzahl der Anmeldungen aus dem In- und Ausland hatte die Jury vorab 15 vielversprechende Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt, von denen schließlich 14 in Köln dabei waren – 12 männliche Teilnehmer und zwei weibliche.

In insgesamt drei Runden hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz unterschiedliche Aufgaben zu meistern. „Die Jurymitglieder haben gregorianische Choräle, protestantische Kirchenlieder, Bilder und Texte zusammengetragen und eigene musikalische Themen komponiert, über die die Kandidatinnen und Kandidaten in verschiedenen Stilen und Formen spontan zu musizieren hatten“, erläutert Spieler: „Die künstlerischen Ergebnisse hatten ein sehr hohes Niveau und waren zugleich inspirierend. Neben Spontaneität und Kreativität wurden auch die Virtuosität, die Stilsicherheit in der Tonsprache, die musikalischen Formen, die Registrierungen und der allgemeine Umgang mit dem Instrument bewertet.“

Die Gewinner

Am Ende vergab die Jury nach ausführlicher und sorgfältiger Abwägung keinen ersten, aber zwei zweite und einen dritten Platz. Die beiden zweiten – mit je 1.500 Euro dotierten – Plätze erhielten Alexander Grün aus Oberhausen und Hans van Haeften aus Amersfort in den Niederlanden. Der dritte Platz, der mit 1.000 Euro Preisgeld dotiert ist, ging an der Karlsruher Organisten Max Deisenroth.

Auch 2022 wird in der Trinitatiskirche wieder ein Wettbewerb für Orgelimprovisation stattfinden. Hierzu lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region junge Künstlerinnen und Künstler vom 13. bis 15. September nach Köln ein.

Text: APK
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler