Wolfgang Stenzel geht nach 34 Jahren in den Ruhestand

Wolfgang Stenzel geht nach 34 Jahren in den Ruhestand

„Das war eine lange Zeit“, fasst Wolfgang Stenzel seine Zeit als Leiter der Bauabteilung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region (EKV) und Geschäftsführer der Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG) zusammen. „Aber es kommt mir gar nicht so lang vor“, ergänzt er. Nach 34 Jahren Dienst im Kirchenverband wird er nun seinen Ruhestand antreten.

So ganz trennen kann er sich allerdings noch nicht. Bis März 2017 wird er als Architekt weiterhin für die ASG tätig sein, um seine begonnenen Projekte zu Ende zu führen. Dazu wird er allerdings nur noch zwei Tage nach Köln kommen und ansonsten von zu Hause aus arbeiten. Ab April will er über einen Beratervertrag noch festzulegende Objekte als Architekt betreuen.

Eine Million Kilometer für den Kirchenverband
Bisher pendelte der Architekt zwischen seinem Hauptwohnsitz in Witten, einer Zweitwohnung in Bergisch Gladbach und seinem Arbeitsplatz in Köln hin und her. „Die Fahrerei und die doppelte Haushaltsführung waren eine echte Belastung. Das werden meine Frau und ich nicht vermissen!“, sagt er. Denn seine Frau, die schon vor sieben Jahren in den Ruhestand trat, pendelte ebenfalls mit ihm hin und her. Knapp eine Million Kilometer sei er in all den Jahren mit dem Auto gefahren, das habe er zum Spaß einmal ausgerechnet.

Vom Leiter der Bauabteilung zum Geschäftsführer der ASG
Geboren in Witten, wuchs Stenzel in Köln auf, wo er von 1976 bis 1980 Architektur studierte. Nach zwei Jahren in einem Architekturbüro in Leverkusen begann er 1982 in der Bauabteilung des EKV zu arbeiten, deren Leitung er im Jahr 1990 übernahm. Als diese 2002 in die ASG integriert wurde, übernahm er zusammen mit Guido Stephan die Geschäftsführung. Mit dem Kirchenverband als Hauptgesellschafter leistet die ASG seitdem unter dessen Dach die bauliche Betreuung für die Kölner Kirchenkreise und Gemeinden. „Unsere Leistungen gehen von Beratungen und Baubegehungen bis hin zu Architekturleistungen. Gemeinden und Kirchenkreise, bei denen Baumaßnahmen vom Kirchenverband bezuschusst oder komplett finanziert werden, können dies alles kostenlos in Anspruch nehmen“, erklärt er.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführern
Trotz der langen Hinfahrt zur Arbeitsstätte habe er nicht einen Tag lang bereut, sich für diese Arbeit entschieden zu haben. Die Mitarbeit in der evangelischen Kirche habe ihn gereizt, denn sie sei vielseitig und biete durch den Bestand an Pfarr- und Gemeindehäusern, von Sakralbauten bis hin zum Küsterhaus, eine breite architektonische Palette. „Die Zusammenarbeit mit Guido Stephan war absolut vertrauensvoll. Das ist ja das A und O bei so einer verantwortungsvollen Arbeit!“, lobt er. Überhaupt habe das stetig wachsende Team an Mitarbeitenden – zu dem vor acht Jahren auch der Baum- und Gartenpflegebetrieb Grube & Räther als Tochtergesellschaft der ASG hinzu kam – immer gut funktioniert: „Man kann nur so gut sein wie sein Team, und das stand immer hinter mir“, weiß er.

Unbürokratische Abläufe und schnelle Entscheidungen
Stenzel blickt stolz auf unzählige Umbauten und Neubauten zurück, an denen er in der Bauabteilung des EKV und schließlich als Geschäftsführer der ASG mitgewirkt hat. „Ich habe gerne Verantwortung in diesem stetig wachsenden Unternehmen übernommen“, sagt er. Das werde ihm fehlen. Die Abläufe seien unbürokratisch gewesen und die Entscheidungsfindung sowohl mit seinem Kollegen Stephan als auch mit dem Aufsichtsrat unkompliziert. Über eine berufliche Veränderung habe er eigentlich nie nachgedacht. „Nach der deutschen Wiedervereinigung kam mir mal der Gedanke, mich in den neuen Bundesländern selbstständig zu machen, was ja damals viele taten – aber die Idee habe ich nicht weiter verfolgt“, lacht er.

Zeit für die Jagd und zum Motorradfahren
Stenzel freut sich darauf, bald mehr Zeit für sein Hobby als Jäger zu haben. Auch seinen beiden Hunden – darunter ein Jagdhund – wird er sich intensiver widmen können, und zum Lesen, Motorradfahren und Klavierspielen soll es zukünftig ebenfalls mehr Gelegenheit geben.

Guido Stephan wird alleiniger Geschäftsführer
Nach dem Weggang von Wolfgang Stenzel wird Guido Stephan allein die Geschäftsführung der ASG weiterführen. Unterstützt wird er vom kaufmännischen Abteilungsleiter, Michael Manthey, und dem technischen Abteilungsleiter, Michael Kress, die beide ab 2017 Prokura erhalten werden.

Stichwort: Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG)
Die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH ist bundesweit das einzige Wohnungsunternehmen, das zu 100 Prozent seiner Gesellschaftsanteile der Evangelischen Kirche gehört. Sie ist ein Wirtschaftsunternehmen des sozialen Wohnungsbaus, an dem der Evangelische Kirchenverband Köln und Region mit rund 84 Prozent beteiligt ist, und die vier Kölner Kirchenkreise mit 16 Prozent. Die heutige ASG wurde 1951 als "Evangelische Siedlungsgesellschaft mbH" vom damaligen Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Köln und dem Kirchenkreis gegründet.

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Susanne Hermanns