„Mit dem Glauben und mit dem Sport kann man einiges bewegen und erreichen“

„Mit dem Glauben und mit dem Sport kann man einiges bewegen und erreichen“

„Es ist ein schöner Moment, wenn man die jungen Kinder in der Vielfalt ins Ziel laufen sieht und die Eltern strahlend klatschen und die Kinder trotz der großartigen Leistung noch die Kraft besitzen zu jubeln und zu hüpfen, wenn Sie die Medaille bekommen“, sagt Marco Beumers über das Lauf-Event „evangelisch.läuft“, das Anfang September stattgefunden hat. „Was bleibt ist ein angenehmes Miteinander, die Freude sich wiederzusehen und gemeinsam mit unbekannten Menschen diese Veranstaltung zu rocken.“ Das Interview mit dem Koordinator für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region:

Was ist „kirche.läuft“ bzw. der Pax Stadionlauf?

Marco Beumers: Der Lauf bzw. das inklusive Sportfest sind etwas ganz Besonderes. Menschen mit oder ohne Handicap, losgelöst von der eigenen Glaubensrichtung, begegnen sich auf einer entspannten Art und Weise draußen in der freien Natur. Gerade jetzt in der Zeit der Pandemie ist es einfach nur schön zu sehen, dass sich Menschen wieder trauen und gemeinsam ein Ziel verfolgen. Das Ziel ist es nicht unbedingt der erste zu sein, nein, vielmehr geht es um die Gemeinschaft und das soziale Miteinander.

Wer steckt dahinter? Wer hatte die Idee?

Marco Beumers: Als interessierter Läufer hat unser Stadtsuperintendent Dr. Seiger den Impuls gesetzt, „evangelisch.läuft“ als Mitträger der Veranstaltung umzusetzen. Für den Lauf haben sich dann schnell sportbegeisterte Kolleginnen und Kollegen aus dem Evangelischen Kirchenverband und dem Diakonischen Werk gefunden, die den 5 km sowie den 10 km Lauf aktiv bestritten haben. Es war spannend zu sehen, wie die Jugend den 1,3 km Lauf bestritten hat: so schön unbedacht, strahlend und voller Vorfreude. Am Ende haben dann alle Kinder „Finisher“ eine Medaille erhalten.

Sport und Kirche – wie passt das eigentlich zusammen?

Marco Beumers: Das passt sehr gut zusammen, zum Beispiel: Warum beten wir? Wir beten nicht nur für die Verstorbenen, nein, wir beten auch für uns selbst, dass wir das Ziel, welches wir uns gesetzt haben, erreichen können. Dass wir schöne Momente genießen dürfen, dass wir gesund bleiben oder wieder werden und vieles mehr. Begegnungen, die einen erfüllen in der Hoffnung, das gleiche auch weitergeben zu dürfen. Mit dem Glauben und mit dem Sport kann man einiges bewegen und erreichen. Oftmals fällt es einem allerdings erst im Nachgang auf.

An wen richtet sich das Angebot?

Marco Beumers: Das Angebot gilt für alle und jeden! Jede Person ist herzlich willkommen mitzulaufen, unabhängig von Alter,  Geschlecht oder Handicap.

Wann haben sich die Läufer:innen kennengelernt?

Marco Beumers: Das ist das Schöne daran, dass man vor Ort auf Menschen trifft, die man zuvor noch nie gesehen oder geschweige persönlich gesprochen hat. Es gab viele sympathische und vertraute Begegnungen, als würde man nicht zum ersten Mal an dieser Veranstaltung in Gemeinschaft, teilnehmen. Offenheit und die Energie der Teilnehmenden konnte man förmlich spüren. Man sah glückliche und strahlende Gesichter, selbst beim Lauf nach einigen Kilometern war die Freude immer noch in den Gesichtern zu sehen. Von außen wurde man angefeuert und umjubelt. Das war ein schönes Gefühl.

Ist aus dem Kontakt etwas entstanden, was bleibt?

Marco Beumers: Was bleibt ist ein angenehmes Miteinander, die Freude sich wiederzusehen und gemeinsam mit unbekannten Menschen diese Veranstaltung zu rocken.

Was war das für ein Gefühl, angetreten, mitgemacht und das Ziel erreicht zu haben?

Marco Beumers: Als erstes waren wir sehr froh, dass das Wetter mitgespielt hat. Beim Regen laufe ich nämlich nicht gerne (lacht). Es ereilen einen viele Gefühle, wenn man erst einmal da steht und einem bewusst wird, dass es gleich los geht. Beim Start sind die ersten Meter immer etwas beschwerlich, da es etwas dauert, bis man aus dem Pulk der Teilnehmenden raus ist und sein eigenes Tempo gefunden hat. Ab dem Zeitpunkt versucht man das Tempo bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Schwer wird es dann, wenn Steigungen auftreten oder man von jemanden überholt wird, der locker hätte der eigene Vater sein können. In dieser Situation wird der Ehrgeiz geweckt, dran zu bleiben und ihn vor dem Zieleinlauf überholt zu haben. Im Ziel angekommen, spürt man schonmal, dass etwas weh tut oder dass man sich doch vielleicht etwas übernommen hat. Es mit den Kolleginnen und Kollegen geschafft zu haben, überwiegt das aber letztendlich.

Gab es besonders schöne oder gar kritische Momente?

Marco Beumers: Kritische Momente gab es keine. Schöne Momente hingegen sehr viele. Wie zu Anfang beschrieben ist es ein schöner Moment, wenn man die jungen Kinder ins Ziel laufen sieht und die Eltern strahlend klatschen und die Kinder trotz der großartigen Leistung noch die Kraft besitzen zu jubeln und zu hüpfen, wenn Sie die Medaille bekommen. Einfach nur herrlich!

Was nehmen Sie nach der Veranstaltung mit?

Marco Beumers: Das ist schwer zu sagen. Vielleicht Freude, dass man es geschafft hat, auch ohne wochenlanges Training (lacht). Vielleicht auch einfach nur, dass man dabei sein durfte und viele Menschen sich begegnet sind mit dem Motto: Wir sind alle gleich und schaffen es gemeinsam.

Haben Sie Tipps für Mitläufer:innen und die, die es werden möchten?

Marco Beumers: Traut Euch! Das muss man einfach mal erlebt haben.

Wird es eine Fortsetzung geben und wie kann man mitmachen?

Marco Beumers: Ich gehe davon aus, dass es eine Fortsetzung geben wird. Bewegung ist wichtig und wir als Kirche werden das immer und gerne unterstützen. Schaut einfach regelmäßig auf www.kirche-koeln.de vorbei. Wir informieren Euch gerne über den nächsten Termin.

Welche Wünsche haben Sie für das Format?

Marco Beumers: Dass es weiterhin gut angenommen wird und auf großes Interesse stößt. Es sich auch Personen zutrauen, die sonst solche sportlichen Events gerne meiden. Die Vielfalt ist nicht nur schön, sondern macht es auch zu etwas Besonderem.

Text: APK
Foto(s): Marco Beumers/APK