Tafel geöffnet in Bocklemünd
Sicher hinter Scheiben – Am rechten Schalter können sich die registrierten Personen für die Lebensmittelausgabe anmelden. Links kontrolliert Erika Schwabe, ob die Person auch im Register zu finden ist.

Tafel geöffnet in Bocklemünd

Trotz Maske war Erika Schwabe, der Leiterin der Tafel in der Auferstehungskirche im Görlinger Zentrum, die Erleichterung anzusehen. Nach drei Monaten Corona-Pause war die Lebensmittelausgabe wieder geöffnet. Corona-bedingt hatte sie mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Sicherheitskonzept entworfen und umgesetzt, sodass bedenkenlos die Körbe mit Lebensmitteln wieder an die Bedürftigen ausgegeben werden konnten.

Alles Corona-gerecht organisiert

Schnell hatte sich in Bocklemünd herumgesprochen, dass die Tafel wieder vor Ort ist. Lebensmittel gibt es allerdings nur für registrierte Personen. Diese Personen können zunächst morgens in die Kirche kommen und sich für den konkreten Termin anmelden. Dadurch wird ihnen ein Zeitfenster zugewiesen, in dem sie ihren persönlichen Korb abholen können. Der Empfang war ganz Corona-konform mit Abstand, Maske und Plastikscheiben ausgestattet, auch die Kunden der Tafel durften nur einzeln eintreten. „Das klappt hier wirklich gut, den einen oder anderen muss man erinnern, aber wir haben das so organisiert, dass alle wirklich sicher sind“, freut sich Erika Schwabe über das gelungene Konzept.

Drei Sprinter voller Lebensmittel

Beliefert wird die Lebensmittelausgabe durch die Kölner Tafel. „Heute kommen über den Tag verteilt drei Sprinter voll, dann haben wir mehr als genug“, war Erika Schwabe zufrieden. Für die Mitarbeitenden heißt es dann Kisten packen, damit jede und jeder Bedürftige in seinem Zeitfenster seine persönliche Kiste möglichst schnell mitnehmen kann. „Was meinen Sie, was das hier für ein organisatorischer Aufwand ist, wir sind hier den ganzen Tag voll beschäftigt.“ 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützten Erika Schwabe am Premierentag, und jeder hatte den ganzen Tag gut zu tun. Auch in der Gemeinde wurde der Start der Tafel mit Freude registriert, Pfarrer Torsten Sommerfeld und einige Vertreter des Presbyteriums schauten extra vorbei und versicherten sich, dass das Hygienekonzept für alle Beteiligten passte.

Jetzt wieder jeden Freitag

Erika Schwabe und ihr Team stehen jetzt wieder jeden Freitag von 8:45 Uhr bis 16:45 Uhr in der Kirche, um ihren Kunden und Kundinnen zu helfen. „Danach weiß man echt, was man getan hat, wir müssen ja auch noch aufräumen.“ An die 500 Menschen aus Bocklemünd sind bei der Tafel registriert, der Andrang ist groß. „Da gibt es locker noch 300 weitere Menschen und wollen von uns versorgt werden.“ Da muss Erika Schwabe allerdings passen: „Wir haben einen Aufnahmestopp und führen auch keine Warteliste, unsere Kapazität ist schon jetzt mehr als erschöpft.“ Sonst ließe sich das Ganze kaum noch mit dieser Mannschaftsstärke organisieren. Schon jetzt liegt Erika Schwabe so manche Nacht wach und macht sich Gedanken um die nächste Tafel. Die gibt es jetzt wieder jeden Freitag in der Auferstehungskirche im Görlinger Zentrum

Wie geht es weiter?

Erika Schwabe selber ist seit mittlerweile 11 Jahren dabei. „Nach meinem Ruhestand brauchte ich eine sinnvolle Tätigkeit, da habe ich halt diese Tafel ins Leben gerufen.“ Die übrigen Gründungsmitglieder sind mittlerweile nicht mehr dabei, Nachwuchs ist nicht einfach zu finden. „Ich würde das schon gerne in andere Hände geben, irgendwann muss auch mal Schluss sein“, so die vitale Frau, der man ihr Alter nicht annähernd anmerkt. Vielleicht hält auch gerade so eine verantwortungsvolle Tätigkeit Körper und Geist jung und fit.
Text: Klemens Surmann
Foto(s): Klemens Surmann