Seniorenberatung der ASG: Gundi Thol geht, Ulrike Nieder ist die Neue

Seniorenberatung der ASG: Gundi Thol geht, Ulrike Nieder ist die Neue

Gundi Thol und „agil“ – für viele sind das zwei Begriffe für ein und dieselbe Sache: Immer in Bewegung und nicht zu stoppen (lat. agilis: flink; beweglich). Gundula Thol, genannt Gundi, ist zum 31. März 2012 in den Ruhestand getreten. Jetzt wurde sie im Haus der Evangelischen Kirche feierlich verabschiedet. 11 Jahre hat sie insgesamt für die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (ASG) gearbeitet. Man sah sie fast immer mit einem freundlichen Lächeln, und das Wort „unmöglich“ hörte man aus ihrem Mund so gut wie nie. Gundi Thol war als Seniorenberaterin in neun verschiedenen Seniorenanlagen der ASG aktiv. Ihren Start hatte sie 2001 bei der Diakonie, wo sie schon damals Beratungsarbeit in Seniorenhäusern der ASG leistete.

Einsamkeit muss aufgelöst werden
Die gelernte Sozialarbeiterin hat ihre Diplom-Arbeit über „Essen und Trinken im Alter“ geschrieben. Ursprünglich kam sie jedoch aus der Krankenpflege und erst nachdem ihre Kinder größer geworden waren, drückte sie noch einmal die Schulbank. Befragt nach ihren schönsten Momenten als Seniorenberaterin antwortet sie: „Wenn die Widersprüche, die meine Klienten bei der Stadt Köln eingereicht haben, Erfolg hatten.“ Die Senioren sollten „Lebensqualität“ bis ins hohe Alter spüren, dafür hat sie sich eingesetzt. Thol: „Ein Ziel war erreicht, wenn durch die Aktivitäten in den Seniorenwohnhäusern die Einsamkeit aufgelöst werden konnte.“ Für ihren Ruhestand schließt sie eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht aus.

Freude auf Planung und Vernetzung
Die Nachfolgerin von Gundi Thol heißt Ulrike Nieder und bringt bereits reichlich Erfahrung in der Seniorenarbeit mit: Die Diplom-Sozialarbeiterin hat zehn Jahre im Deutschordens-Wohnstift Konrad Adenauer e.V. in Köln gearbeitet, davon fünf Jahre lang demenziell erkrankte Menschen betreut. Seit 1993 ist sie Dozentin für die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger/in in der Altenhilfe in Köln und Bonn. Seit dem 1. Januar 2012 ist sie nun Mitarbeiterin in der ASG. Manche haben sie bereits kennengelernt als Projektleiterin des Bewegungsangebots „fit für 100“ oder durch NADiA (Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen). Zwei Schwerpunkte nennt sie für ihre Arbeit als Seniorenberaterin: die Gespräche mit Einzelnen, in denen sie deren individuelle Bedürfnisse kennenlernt, und die Planung und Vernetzung von Aktivitäten in den Seniorenwohnanlagen und im Stadtteil.

Was macht denn eine Seniorenberaterin der ASG?
Eine Seniorenberaterin macht vor allem das, was der Name schon sagt: sie berät. Und zwar Seniorinnen und Senioren und deren Angehörige. Sie leistet psychosoziale Beratung, Beratung im Umgang mit Ämtern und Behörden, pflegevermittelnde Beratung und natürlich auch Wohnungsberatung. Außerdem sucht sie Ehrenamtliche, vermittelt Freizeit- und Bildungsangebote, betreibt Öffentlichkeitsarbeit, veranstaltet Feste und Feiern, organisiert die Netzwerkarbeit in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und anderen sozialen Einrichtungen und leitet diverse Projekte wie das Projekt „Jung und Alt“ mit Abiturienten des Heinrich-Heine-Gymnasiums oder das Projekt „Mittagstisch – eine starke Sache“.

Kurt Granzer mit Kolleginnen und Kollegen beim Richtfest in der Kartause
Abschied nach zehn Jahren – aber noch nicht für immer
Nach zehn Jahren Tätigkeit für die ASG wurde auch Kurt Granzer in die Freistellungsphase der Alterteilzeit verabschiedet. Der staatlich geprüfte Bautechniker trat er im Oktober 1980 in die Dienste des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. In der Bauabteilung war er zuständig für die Unterhaltung verbandseigener Häuser. Das blieb auch so, nachdem die Bauabteilung des Verbandes am 1. Januar 2002 in die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG) integriert wurde. Unter deren Dach betreute Ganzer bis zuletzt den Verband, einzelne Kirchenkreise und Gemeinden hinsichtlich ihrer Gebäude. Darunter das Haus der Evangelischen Kirche, die Trinitatiskirche, die Evangelische Familienbildungsstätte Köln, die Melanchthon-Akademie, das Jugendpfarramt, Haus Wiesengrund und Pfarrwohnungen. Dazu gehörten regelmäßige Baubegehungen, Renovierungs-, Sanierungs-, Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen, Bauleitung und Dokumentation. Sein Aufgabenfeld in der ASG wird künftig Michael Fischer mitbetreuen. Obwohl – ganz weg ist er noch nicht. Denn fortsetzen wird er seine im Jahr 2000 begonnene Tätigkeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit, um die hiesigen Kirchengemeinden im Arbeitsschutz zu beraten.

Bundesweit die einzig evangelische Immobiliengesellschaft
Die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbh im Evangelischen Kirchenverband Köln ist bundesweit die einzige Immobiliengesellschaft, die zu 100 Prozent evangelisch ist. Sie wurde 1951 gegründet, um auch Menschen mit Wohnraum zu versorgen, die nur geringe Chancen haben, eine Bleibe auf dem Wohnungsmarkt zu bekommen. Zu den Aufgaben der ASG gehört es, Wohnungen zu bauen und zu verwalten sowie Kirchengemeinden technisch und finanziell zu betreuen, wenn sie zum Beispiel Wohnungen oder Pflegeheime bauen. Außerdem verwaltet die ASG Wohnungen und Grundstücke. Das Thema „Wohnen im Alter“ ist ein Schwerpunkt ihrer Arbeit: zwei Demenz-Wohngemeinschaften hat sie bereits ins Leben gerunfen, zwei weitere entstehen in diesem und im nächsten Jahr.