Auf dem Gerüstbalkon zum Innenhof (von links): Christoph Meyer, Hermann Ulrich, Kay Trint, Markus Herzberg, Henriette Reker, Mathias Bonhoeffer, Ulrich Müntefering und Detlef Mannz



Feierliches Richtfest auf der Baustelle des AntoniterQuartiers

Südlich der Antoniterkirche baut die Evangelische Gemeinde Köln das sechsgeschossige AntoniterQuartier mit einem modernen Citykirchenzentrum. Bis Herbst dieses Jahres entsteht auf circa 3.300 Quadratmetern rund um einen neuen, einladenden Kirchplatz ein architektonisch anspruchsvolles, innerstädtisches Bauensemble mit Gastronomie, Dienstleistung, Wohnen und Handel. Im vergangenen Mai wurde der symbolische Grundstein gelegt. Nun feierten die Kirchengemeinde, die Planer und Gewerke sowie viele geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur im Innenhof des Rohbaus am Freitag, 22. Februar, in Anwesenheit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Richtfest. Über 200 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Im Café Stanton im CityPavillon ließen sie sich den Richtschmaus mit süßen und herzhaften Speisen schmecken.

Citykirchenpfarrer Markus Herzberg eröffnete die Reihe der Wortbeiträge. Von einem Gerüstbalkon aus führte er in das 28-Millionen-Euro-Projekt ein und ließ die gedankliche und bauliche Entwicklung des AntoniterQuartiers Revue passieren. „Kirche. Platz. Leben in der Stadt“ lauteten dessen Leitworte. Man spüre, „dass der Abschluss der Bauarbeiten zum Greifen nahe ist“. Heute sei „für uns ein großer, wirklich freudiger Tag“, sagte Herzberg. „Mit dem AntoniterQuartier soll ein Ort in und für Köln entstehen, in dem Menschen aller Art sich treffen, verweilen, innehalten, wohnen, arbeiten, miteinander diskutieren und ins Gespräch kommen oder einfach auf dem schönen Kirchplatz gutes Essen genießen und aus dem Strom der Schildergasse ausbrechen.“ Er könne es kaum erwarten, „endlich in die Räume des neuen Citykirchenzentrums einzuziehen, mit neuen Ideen, was evangelische Kirche in der Stadt dort alles machen kann“.

Wie alle Redner erntete auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker bereits während ihrer Ansprache Beifall. Sie dankte der Gemeinde für deren städtebauliches Engagement. Reker freute sich ebenfalls über deren Anstrengung für den Erhalt archäologischer Funde auf dem Baugelände. So werden Überreste der ältesten nachweisbaren öffentlichen Bibliothek nördlich der Alpen aus dem 2. Jahrhundert in den Neubau integriert. Dafür erkannte bereits im Dezember 2018 der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 der Evangelischen Gemeinde Köln den Hanns-Schäfer-Preis zu. Zudem lobte die Oberbürgermeisterin den Vorbildcharakter des Entwurfs des Architekturbüros trint+kreuder d.n.a.

Kay Trint vom verantwortlichen Architekturbüro sagte, dass man einen Ort des Innehaltens habe kreieren wollen. Die Antoniterkirche werde in ihrer Wirkung freigestellt. Sie sei künftig von allen Seiten zu umschreiten. Hermann Ulrich, Geschäftsführung der für die Projektsteuerung zuständigen ulrich hartung gmbh, erklärte, dass die Evangelische Gemeinde Köln ein ganzes Quartier mit dem Anspruch einer evangelischen Identität baue. Er würdigte auf humorvolle Weise die Fähigkeiten und Verdienste der Mitarbeitenden der „einzigartigen Anton Bau.AG“. Damit ging Ulrich auf das Engagement der Pfarrer Markus Herzberg und Mathias Bonhoeffer, Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde Köln, sowie weiterer Presbyterinnen, Presbyter und Gemeindeglieder beim Bau des AntoniterQuartiers ein.

Auch Ulrich Müntefering, technische Bereichsleitung des Generalübernehmers Ed. Züblin AG, bezeichnete das Richtfest als Meilenstein innerhalb des Projekts. Er hob die mit großem Vertrauen gelebte Partnerschaft zwischen den Beteiligten hervor. Polier Christoph Meyer von der Ed. Züblin AG hielt den gereimten Richtspruch. Vor dem mit großem Applaus bedachten Aufrichten der Richtkrone leerte er mit seinem Kollegen Detlef Mannz die traditionellen drei Schnapsgläschen: „Wir aber nehmen das Glas zur Hand, trinken aus und werfen es an die Wand, dass es in Scherben springe und allen Menschen Wohlstand bringe.“

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich