Neue Frühlingspflanzen im Sinnesgarten



Neue Frühlingspflanzen im Sinnesgarten

„Bei dem Wetter gibt es keine Ausrede!“, lachte Sven Berkowicz, und motivierte so bei strahlendem Sonnenschein Bewohnerinnen und Bewohner der Demenz-WG in Brühl-Vochem zum Mitmachen bei der Pflanzaktion im großen Sinnesgarten der Wohngemeinschaft. Berkowicz ist Teamleiter des Gartenpflegeteams, der Grube & Räther GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG). Zusammen mit ASG-Geschäftsführer Guido Stephan schleppte er eine volle Transporter-Ladung Pflanzen herbei, die die beiden mit Unterstützung einiger Bewohnerinnen und Bewohner in Kübel und in die Erde einpflanzten.

Neben Narzissen und Hornveilchen, die dem Garten sogleich wunderschöne Frühjahrsfarben verleihen, gibt es verschiedene Sträucher und Bäumchen, die Sinnespflanzen, wie Berkowicz erklärte. Denn die gepflanzten Johannisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren und Himbeeren sollen noch in diesem Jahr reifen und können mit allen Sinnen – optisch, haptisch, geruchlich und vor allem geschmacklich – wahrgenommen werden. Das sogenannte Naschobst sei pflegeleicht, erläuterte der Gärtner, und lade jederzeit zum Zugreifen und Naschen ein.

Bei allen Wohnanlagen selbst Hand angelegt
Für Guido Stephan war die Aktion gleichzeitig eine kleine Weiterbildung in Sachen Gärtnern. Unter Anleitung von Berkowicz grub er an verschiedenen Stellen die passenden Löcher für die Pflanzen und versah sie mit Dünger – rein biologisch versteht sich –, Pflanzenerde und ausreichend Wasser. „Ich finde das gut, in allen Bereichen der ASG mal mitzuarbeiten“, sagte er und fügte lachend hinzu: „Wir bieten Gartenarbeit an, da muss ich doch auch wissen, wovon ich rede. Hinterher kann ich dann sagen, ich habe bei allen Wohnanlagen selbst Hand angelegt.“ Pflanzaktionen gab es zuvor auch schon in den Demenz-WGs in Lindlar und am Matthiaskirchplatz, deren Vermieter, so wie in Brühl-Vochem, ebenfalls die ASG ist.
Neben den Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und zwei Pflegerinnen (außen) legten Guido Stephan (Mitte) und Sven Berkowicz (rechts) tatkräftig Hand an
Wahre Freude beim Einpflanzen
Bewohnerinnen und Bewohner der WG, die das Ganze zunächst neugierig aus der Ferne beobachteten, kamen nach und nach dazu und entwickelten eine wahre Freude beim Einpflanzen der blühenden Gewächse in die großen Blumenkübel. Die Frage der Platzierung war schnell mit allen geklärt: so nah wie möglich an der Wohnung auf der Terrasse, damit alle möglichst viel davon haben. Auch anwesende Angehörige zeigten sich begeistert von der Aktion. „Können Sie das in meinem Garten nicht auch mal machen“, scherzte eine und erhielt prompt die Antwort, dass man die Grube & Räther GmbH selbstverständlich auch für private Gartenarbeiten anfragen könne.

Froh, einen Beitrag zu leisten
„Die Arbeit mit den dementiell erkrankten Menschen, die hier von Angehörigen, Pflegedienst und der Wohnkonzepte Schneider gGmbH, die die Wohngemeinschaften begleitet, geleistet wird, ist sehr wertvoll und wir als ASG sind froh, dass wir unseren Beitrag dazu leisten können“, erklärte Stephan. Dazu gehörten auch Aktionen wie das Bepflanzen eines Sinnesgartens.

Die ASG hat vier Demenz-Wohngemeinschaften
Vier Demenz-Wohngemeinschaften hat die ASG in den letzten Jahren errichtet. Alle Projekte werden stark nachgefragt. Die ASG fungiert als Bauherr und Vermieter. Mieter ist jeweils eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die sich aus den Angehörigen der älteren Menschen zusammensetzt. Die GbRs werden durch die gemeinnützige GmbH Wohnkonzepte Schneider fachkundig begleitet und moderiert. Dies entlastet die Angehörigen von vielen Fragen und Unsicherheiten und sorgt dafür, dass die Wohngemeinschaften im Zusammenspiel mit den beauftragten Pflegediensten optimal funktionieren.

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Susanne Hermanns