Kirche2go fragt: Wie betet man?

Kirche2go fragt: Wie betet man?

Wie betet man eigentlich richtig? Muss ich als Christ wirklich jeden Tag beten? Diesen Fragen geht Pfarrer Sebastian Baer-Henney diesmal bei #Kirche2go auf den Grund. Gibt es eine Betvorschrift oder eine Richtlinie wonach oder wie genau ich beten kann und sollte. Wie muss ich etwas in Worte kleiden um Gott zu erreichen und muss ich das Gebet überhaupt laut aussprechen oder geht das ganze auch heimlich still und leise? Und spreche ich im Gebet Jesus an oder Gott oder beide? Fragen über Fragen – und Baer-Henney hat vielleicht wieder eine passende Antwort…

 

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Den Beitrag in verschriftlichter Form hier zum nachlesen:

Wie man betet? Erst mal so wie man es braucht und wie man es kann. Ganz verschieden… In der Bibel gibts Menschen die ganz verschieden beten. Ein Dankgebet . Ein Bittgebet. Eine Beschwerde: Gott, warum hast Du mich verlassen? Bitte, hilf Gott! Gott, ich möchte Dir danken, dass alles so wunderbar gemacht ist. Es gibt lauter verschiedene Gebete in der Bibel. Letztlich ist es immer erst mal ein Gespräch mit Gott. Ein Freund von mir, der ist Priester und der sagte mir er trinkt erst mal Morgens seinen ersten Kaffee mit Jesus. Er sitz dann in seiner Küche, trinkt einen Kaffee und stellt sich vor, er sitzt daneben. Und dann unterhält er sich. Es gibt Menschen, die beten im Stillen, die sitzen da wie beim Meditieren, und versuchen sich im Herzen frei zu machen, ganz auf Gott einzustellen, ohne Worte. Ist nicht richtiger oder falscher, ist einfach ein ganz andere Weg. Und andere wiederum reden einfach drauf los. Auf der Straße, zu Hause oder eben am Esstisch. Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“. Wichtig ist einfach die Frage, wie kann ich mit Gott reden, dass es sich für mich richtig anfühlt und dass ich ihm auch zuhören kann. Denn er antwortet auch. Vielleicht nicht hörbar aber spürbar und fühlbar. Und das heißt, wenn ich bete dann hilft es mir, wenn es mir gelingt wenn ich mich auf Gott einstelle. Wenn ich einen Freund anrufen und gerade im Brassel bin oder an der Kasse bei DM stehe oder wo auch immer, dann habe ich keine Zeit und keinen Kopf zuzuhören, dann sage ich, ich rufe gleich zurück. Und deshalb denke ich, dass beten da gut und sinnvoll angebracht ist, wo ich die Chance habe mich gegenüber auf Gott einzulassen. Manchmal ist das aber nicht so, manchmal geht das nicht. Wenn ich Stress habe oder Angst, dann hilft es auch einfach ein Stoßgebet loszulassen, dann hilft es auch einfach wenn ich es bei Gott lassen kann und sagen kann: Gott höre mir gerade mal zu ich brauch hier jetzt grade deine Hilfe. Punkt. Amen. Amen heißt ja auch genau das: Punkt; so sei es; Danke! Das heißt, ich kann auf ganz verschiedene Weise beten, von ganz leise, meditativ, bis ganz laut und wütend und es gibt keine Regel was richtig oder falsch ist. Hauptsache ist, ich überlege, wen ich da gerade anspreche, nämlich: Gott.

Text: APK
Foto(s): APK/Thorsten Levin