Die Klais-Orgel in der Trinitatiskirche in Köln



Erstes Konzert von „Trinitatis on Tour“ in der Zeit der Corona-Beschränkungen

Für Freundinnen und Freunde konzertanter Orgelmusik ist der letzte Donnerstag im Monat stets ein wichtiger Termin, dann finden regelmäßig Orgelabende in Kölns größter Kulturkirche, der Trinitatiskirche am Filzengraben, statt. Seit 2010 gab es bereits rund 130 Orgelkonzerte an der Klais-Orgel, die von hochkarätigen Gästen aus dem In- und Ausland gestaltet wurden.

Seit März war damit jedoch zunächst Schluss – nicht nur wegen Corona, sondern auch weil die Trinitatiskirche nach mehr als 55 Jahren einer dringend notwendigen, gründlichen Renovierung unterzogen wird. Bis Ende Oktober werden das Kirchendach erneuert und Fassadenarbeiten durchgeführt, die Fenster restauriert, das Garderobenhaus komplett umgestaltet, barrierefreie Toiletten eingebaut und einiges in Technik und Sicherheit investiert. Da die Orgel dafür vollständig verpackt und das Gebäude eingerüstet werden muss, können auch aus diesem Grund keine Konzerte stattfinden.

Die gute Nachricht ist, dass die Trinitatis-Orgelkonzerte wieder beginnen können – bis September als Konzertreihe „on tour“ unter Einhaltung aller notwenigen Hygieneregeln und Abstandsgeboten. „Trinitatis on Tour“ macht in den Kölner Kirchenkreisen Station.

Die nächsten drei Konzerte zwischen Juni und August finden in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, statt. An der dortigen Peter-Orgel werden seit Jahrzehnten regelmäßig Konzerte gegeben. Das für die kleine gotische Basilika relativ große Instrument ermöglicht eine große stilistische Vielfalt. Viele Konzerte in der Antoniterkirche werden mindestens eine Komposition von Louis Vierne enthalten. Damit soll der 150. Geburtstag des großen französischen Orgel-Romantikers musikalisch gefeiert werden.

Den Anfang macht am Donnerstag, 25. Juni, 20 Uhr der Kantor der Antoniterkirche, Kirchenmusikdirektor Johannes Quack. An „seiner“ Orgel spielt er Musik von Johann Sebastian Bach, dessen Sohn Carl Philipp Emanuel Bach und von Joseph Jongen.

Am 30. Juli kommt der Organist der Essener Kreuzeskirche, Andy von Oppenkowski, nach Köln. Sein Orgelabend steht unter der Überschrift „Louis Vierne and Friends“ und bietet Orgelmusik von Johann Sebastian Bach, Sergei Rachmaninoff und Louis Vierne. Den Schlusspunkt der drei Antoniter-Konzerte setzt am Donnerstag, 27. August, 20 Uhr der Bonner Kirchenmusiker und Konzertorganist Marc Jaquet. Er nennt sein Programm „Fabelhafte Klangfantasien“ und präsentiert Orgelkompositionen von Joseph Bonnet, César Frank und Louis Vierne.

Von Köln-Mitte geht es im September in den Kölner Norden in die Immanuelkirche in Longerich, Paul-Humburg-Straße 11. In diesem großzügigen Saalbau aus den frühen 60er-Jahren steht ein gänzlich anderes Instrument, nämlich eine Peter-Orgel mit 25 Registern aus dem Jahr 1971. Das eher neobarocke Instrument verspricht ein Klangexperiment, wenn die Kantorin der Kirche, Annerose Rademann am Donnerstag, 24. September, 20 Uhr in die Tasten greifen wird. Musik von Louis Vierne und Zsoltán Kodály werden dann zu hören sein.

Ab Ende Oktober kehrt die Konzertreihe dann in die frisch renovierte Trinitatiskirche zurück und die musikalische Orgelwanderung durch Köln zu interessanten Instrumenten in beeindruckenden Kirchenräumen geht zu Ende. Wie immer in der Trinitatiskirche ist der Eintritt auch zu allen Konzerten der Reihe „Trinitatis on tour“ ist frei. Am Ausgang wird eine freiwillige Spende erbeten.

Auf alle Konzerte Programme und Interpreten weisen auch die Internetseite trinitatiskirche-koeln.de und der Konzertkalender auf der Seite www.kirche-koeln.de hin. Allen Konzerte werden unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln durchführt.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler