Einweihung des Ernst-Flatow-Hauses in Köln-Ehrenfeld verschoben

Einweihung des Ernst-Flatow-Hauses in Köln-Ehrenfeld verschoben

Es wäre zu schön gewesen. Gerne hätte der Bezirk Friedenskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrenfeld an Ostern die Einweihung seines neuen Gemeindezentrums gefeiert. Doch ein Blick auf den eingerüsteten Neubau an der Vogelsanger Straße/Ecke Fröbelplatz macht deutlich: Am Ernst-Flatow-Haus sind noch Handwerker zugange. „Es wird noch einige Wochen dauern, bis wir es beziehen können“, so Siegfried Kuttner, Pfarrer an der vis-à-vis gelegenen Friedenskirche.

Gelungene Kooperation von Presbyterium, Planungsausschuss und ASG
Bauherr und Eigentümerin des Ernst-Flatow-Hauses ist die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld. Für den Entwurf zeichnet das Kölner Architektenbüro Lepel & Lepel verantwortlich. Insgesamt umfasst das Gebäude fünf Geschosse und ein Staffelgeschoss. Das neue, 245 Quadratmeter große Zentrum des Gemeindebezirks Alt-Ehrenfeld, entsteht im südöstlichen Erdgeschoss-Trakt. Im restlichen Parterre und auf den weiteren Stockwerken sind insgesamt 25 barrierefreie Mietwohnungen eingerichtet. Ihre Größe variiert zwischen circa 40 und 150 Quadratmetern. Insgesamt beträgt die Wohnfläche gut 2.200 Quadratmeter. Unter dem begrünten Innenhof erstreckt sich eine Tiefgarage mit über 30 Stellplätzen. Die Wohnanlage wird vermietet und verwaltet von der Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG), der Wohnungsbaugesellschaft des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. „Die ASG ist schon früh von uns beauftragt worden, uns fachlich zu begleiten und zu unterstützen. Wir selbst konnten und können das nicht leisten“, spricht Kuttner von einer anhaltend sehr guten Kooperation von Presbyterium, Planungsausschuss und ASG.


Mit moderner Technik und neuen Medien
Die ersten Wohnungen sollen am 23. Mai bezogen werden. Es handelt sich um die neuen Adressen des Pfarrers, des Küsters und der Gemeindepädagogin. Das ebenerdige Gemeindezentrum soll laut Kuttner Anfang Juni 2011 fertig gestellt sein. Neben dem Gemeindebüro und weiteren Personalbüros werden dort zwei unterschiedlich große Veranstaltungsräume eingerichtet. Der größere Saal fasst 65 Stühle, der kleinere Raum eignet sich für Kreise und Gruppen mit bis zu 15 Teilnehmenden. „Alles ist mit moderner Technik und neuen Medien ausgestattet und neu möbliert worden. Das hatten wir im ehemaligen Gemeindehaus nebenan nicht“, erinnert Kuttner. „Glücklicherweise vorbei sind die Zeiten“, in denen der Pfarrer zu Veranstaltungen seinen Beamer oder seine Schreibtischlampe von zuhause mitbringen musste. Das frühere Gemeindehaus, dessen Räumlichkeiten sich lange Zeit Gemeindegruppen und Gemeinde-Kindergarten teilen mussten, hat inzwischen eine Neukonzeption ebenfalls nach Planen des Büros Lepel & Lepel erfahren. Es steht nun komplett dem Kindergarten als ein anerkanntes Familienzentrum zur Verfügung.

„Mit Menschen eine Gemeinde bauen“
Das Ernst-Flatow-Haus soll ein Zentrum der Gemeinde-Arbeit, ein gemütliches „Zuhause“ für die circa 3.500 Gemeindeglieder des Bezirks Alt-Ehrenfeld werden, der sich zwischen Subbelrather und Aachener Straße erstreckt. „Ein Kommunikationsort, an dem immer jemand anzutreffen ist“, hofft Kuttner. Dazu beitragen soll auch die Einrichtung eines einladenden Cafés oder Bistros, betrieben als Kirchencafé. Der Pfarrer hat in seiner Gemeinde eine wachsende Identifikation mit dem neuen Haus festgestellt. „Unsere Mitglieder freuen sich sehr darauf, es endlich nutzen zu können. Sie drängen förmlich da hinein.“ Am Anfang habe die Skepsis überwogen, hätten nur wenige an die Realisierung des Projekts geglaubt. „Nun aber, in Zeiten, in denen anderswo Kirchen und Gemeindehäuser geschlossen werden, ist man bei uns jetzt doppelt stolz, dass wir es bald geschafft haben.“ Die Gemeinde sei sehr froh, die Enge des alten Gemeindegebäudes hinter sich lassen zu können. Als enorm förderlich für das Gemeindeleben bezeichnete Kuttner die Tatsache, dass die seit längerem im Stadtteil verstreut untergebrachten diversen Gemeindegruppen und -kreise sich in naher Zukunft wieder unter einem Dach treffen können. Dass unter anderem die Kinder- und Jugendarbeit, die Frauen-, Senioren- und offenen Kreise sowie Selbsthilfegruppen endlich über eine angemessene zentrale Adresse verfügen. „Denn wir wollen mit Menschen Gemeinde bauen, das steinerne Haus mit Leben füllen“, so Kuttner.

Offizielle Einweihung am 26. November 2011
„Wir haben sechs, sieben Jahre geplant und gebaut, nun feiern wir ein halbes Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen“, kündigt Kuttner an. Die offizielle Einweihung des Ernst-Flatow-Hauses ist auf den 26. November terminiert. Dazu reist auch Präses Nikolaus Schneider an. Das „Feier“-Programm findet statt unter dem Leitwort „…und hätte die Liebe nicht…“. Den Auftakt bildete der Gottesdienst an Ostern in der Friedenskirche. „Das war der Start unserer Veranstaltungsreihe“, so Kuttner. Geprägt war dieser „Startschuss“ von Danksagungen an alle Mistreiter und Unterstützer des Neubau-Projekts. Kuttner hob die rund zehn Mitglieder des Planungsausschusses hervor, insbesondere dessen stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich von Bonin, die seit sieben, acht Jahren kompetent die Planung und Begleitung des Neubaus vorangetrieben hätten.

Zahlreiche Veranstaltungen begleiten den Neubau.
Bob Dylan – Eine Hommage zum 70. Geburtstag
Donnerstag, 12. Mai, 19.30 Uhr: Friedenskirche, Rothehausstraße 54a
In den 60er Jahren ging sein Stern auf. Nun wird einer der einflussreichsten Musiker 70. Aus diesem Anlass spricht Karin Feuerstein-Praßer in der Friedenskirche über Leben, Werk und Wirkung von Bob Dylan. Selbstverständlich wird es auch Einspielungen seiner Musik geben. Neben Musik „vom Band“ steuern Karl-Heinz Nicolli und Siegfried Kuttner Live-Töne bei.

Großes Chorkonzert mit dem Collegium Vocale Dortmund
Sonntag, 15. Mai, 18 Uhr: Friedenskirche, Rothehausstraße 54a
Das Collegium Vocale Dortmund unter Leitung von Matthias Topp führt Werke für Chor und Orgel unter anderem von Alain Gehring (Kirchenmusiker an der Friedenskirche), Rudolf Mauersberger, Felix Mendelssohn Bartholdy, Kurt Nystedt und Sergej Rachmaninov auf.

Eröffnung der Foto-Ausstellung „Liebe Deine Stadt – Knipse Deine Stadt“
Donnerstag, 8. September, 19.30 Uhr: Friedenskirche, Rothehausstraße 54a
In der Reihe „Offener Treff“ werden Fotografien zu Köln gezeigt.

Der andere Gottesdienst „…und hätte die Liebe nicht…“
25. September, 18 Uhr, Friedenskirche, Rothehausstraße 54a
Der andere Gottesdienst findet unter Mitwirkung des Diakonie-Chores „Klangwerk“ statt.

Gottesdienst zum Erntedankfest
Sonntag, 2. Oktober, 9.30 Uhr: Friedenskirche, Rothehausstraße 54a
Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Gott liebt auch die Tiere und Pflanzen“.

Eröffnung des Cafés im Ernst-Flatow-Haus
Dienstag, 4. Oktober, 19.30 Uhr: Ernst-Flatow-Haus, Fröbelplatz
Anlässlich der Eröffnung des Cafés im Ernst-Flatow-Haus wird unter dem Titel „Kampf und Toleranz der Kulturen“ ein Lesecafé über Ernst Flatow und andere geboten. Gereicht werden Wein, Tee und Naschereien.

Theater-Aufführung „Faust in Ehrenfeld“
Samstag, 22. Oktober, 20 Uhr: Ernst-Flatow-Haus, Fröbelplatz
Premiere des Theaterworkshops an der Friedenskirche.

Festgottesdienst, offizielle Einweihung und Abschlussveranstaltung
Samstag, 26. November, 16 Uhr: Friedenskirche, Rothehausstraße 54a
Gottesdienst und Veranstaltung mit Präses Nikolaus Schneider.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Broich