Nach dem Gottesdienst nutzen die Gemeindeglieder die Möglichkeit, die hergestellten Brote von den Konfirmandinnen und Konfirmanden zu erwerben. Nur ein Brot ist übriggeblieben und wartet - eingefroren - auf das nächste Abendmahl.



Konfis backen Brot für die Welt – Aktion „5.000 Brote“ in Weiden/Lövenich

Gegen das Gefühl der Machtlosigkeit arbeiteten und backten die Konfirmanden der evangelischen Gemeinde Weiden/Lövenich am zweiten Adventswochenende aktiv an. Im Rahmen der Aktion „5.000 Brote – Konfis backen für Brot für die Welt“ entstanden dabei in der Bäckerei Ecke in Köln-Braunsfeld einhundert selbstgemachte Brote, deren Verkaufserlöse Brot-für-Welt-Projekten in Indien, El Salvador und Äthiopien zu Gute kommen werden. Die Botschaft der Aktion, die initiiert von der EKD, dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und „Brot für die Welt“ bereits im dritten Jahr stattfindet, ist klar: Wenn wir nehmen, was wir haben, reicht es für alle! „Ob es um Armut, Hunger oder globale wie lokale Katastrophen geht, ist dabei gar nicht so wichtig“, ergänzte die Pfarrerin der Gemeinde, Dagmar Müller, ihre persönliche Sicht. „Ich möchte, dass die Kinder und Jugendlichen begreifen, dass wir Missstände nicht einfach hinnehmen müssen. Jeder kann etwas tun – am besten, wenn er nicht allein ist.“

Bäckermeister Ecke weiht interessierte Konfirmandinnen und Konfirmanden in die Geheimnisse seines Handwerks ein.

Auf Anfrage der Gemeinde hatte sich Bäckermeister Mathias Ecke direkt bereit erklärt, die 15 Freiwilligen unter den Konfirmanden mit Pfarrerin Dagmar Müller in seiner Backstube – natürlich unter Aufsicht und Anleitung – lernen und kneten zu lassen. Drei Ehrenamtliche aus der Gemeinde unterstützten die Gruppe, „weil es immer gut ist, etwas ältere Teenies dabei zu haben, die motivieren und vom Glauben erzählen“, erklärte Dagmar Müller. Sie selbst hatte bislang „höchstens mal Kekse, aber noch nie Brot selbst gebacken“ und freute sich mit ihren Konfis über die eindrucksvolle neue Erfahrung. Bäckerei Ecke, die als Handwerksbetrieb mit traditioneller Herstellung regelmäßig Anschauungsprojekte mit Schulen und anderen Gruppen anbietet, erhielt viel Lob für die Aktion. Dabei profitieren beide Seiten von dem Erleben des Bäckerhandwerks. Die Besucher erfahren, wie wichtig es ist, die kleineren Betriebe zu unterstützen, und das Bäckerhandwerk bekommt im besten Fall Nachwuchs: Im Anschluss an die Rohstoffkunde, das Ausprobieren der eigenen Möglichkeiten und das Erlernen einiger Grundlagen bewarb sich sofort einer der Konfirmanden um ein Tagespraktikum.

Angelehnt an die Speisung der 5.000 stand der Aspekt des Teilens natürlich auch im Gottesdienst am darauffolgenden Sonntag im Mittelpunkt. Hier wurden anschließend auch alle „Eigenkreationen“ der Konfis verkauft und 740 Euro für „Brot für die Welt“ eingenommen. „Wie genau das wenige Essen in dieser Geschichte für alle ausreichen konnte, das muss gar nicht im Einzelnen erklärt werden“, betonte Pfarrerin Müller. „Die Botschaft ist wichtig: Es reicht für alle.“

Mehr Informationen über die Aktion der in diesem Jahr 60 Jahre alt werdenden Organisation „Brot für die Welt“ finden Sie unter: www.5000-brote.de

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller