Richtfest in Köln-Buchheim



Richtfest in Köln-Buchheim

„Ich bin froh, wenn es uns gelingt, für Gemeindezentren, die aufgegeben werden müssen, eine andere gute Verwendung zu finden, so dass sie nicht abgerissen werden müssen“, betonte die Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, Andrea Vogel, in ihrer Ansprache zum Richtfest des neuen Verwaltungsgebäudes ihres Kirchenkreises in der Wuppertaler Straße in Köln-Buchheim.

Dass die zukünftige Nutzung des ehemaligen Gemeindezentrums der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Buchheim/Buchforst als Evangelischer Verwaltungsverband, Superintendenturbüro sowie Referat für Frauen, Männer und Jugend des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch „eine gute Verwendung“ gefunden hat, da waren sich alle Anwesenden einig.

Gottes segnendes Geleit
„Glauben Sie an Gottes segnendes Geleit in Ihrem Leben? Ich kann Ihnen sagen: Wir glauben das jetzt!“, betonte der Pfarrer der Gemeinde, Dr. Rudolf Roosen. Seine Gemeinde habe vor zwei Jahren beschlossen, das Grundstück zu verkaufen. „Das Presbyterium wusste nicht, was werden wird, es wusste nur, dass es kein Geld hat, um ein großes Gemeindehaus mit allen Personal- und Nebenkosten weiter zu finanzieren“, erinnerte er sich. Verkauft wurde das Grundstück Ende 2015 schließlich an die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (ASG), die nach langen Beratungen mit den Verantwortlichen des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch Mitte 2016 einen Teil des alten Gemeindezentrums abriss und mit dem Um- und Neubau des neuen Bürogebäudes begann. Die Gemeinde nutzt jetzt das ehemalige Pfarrhaus auf dem Grundstück als Gemeindezentrum.

Sinnvolle Nutzung des ehemaligen Gemeindezentrums
„Dieses Projekt ist erneut ein schönes Beispiel dafür, dass wir eine ehemalige Liegenschaft, die von einer Kirchengemeinde genutzt wurde, einer anderen sinnvollen Nutzung zuführen können, so dass sie im weitesten Sinne im Bereich der evangelischen Kirche erhalten bleibt“, stellte Guido Stephan, Geschäftsführer der ASG, fest. „Ich freue mich, dass wir wieder für unsere ‚Mutter’ bauen konnten – denn der Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch ist Mitgesellschafter der ASG“, erklärte er. Jetzt habe man den Kirchenkreis auch als Mieter gewinnen können, „so sollte doch auch ein Familienleben sein“, lachte er.

Weiterhin guter Zusammenhalt zwischen Verwaltung und Gemeinden
„Bei 18 Gemeinden von Kürten-Delling bis nach Mülheim oder von Porz bis nach Flittard-Stammheim fragten wir uns, wie wir es schaffen können, da eine Mitte zu finden, mit der alle einigermaßen zufrieden sein können: die Mitglieder aus den Gemeinden, die zu uns kommen und die Mitarbeitenden, die von ihren jetzigen Standorten Abschied nehmen müssen“, so Superintendentin Vogel. Der Weg bis zu diesem Bauprojekt sei ein längerer Weg gewesen, erinnerte sie sich. „Aber es war ein guter Weg, denn es war notwendig zu entscheiden, wo das zentrale Verwaltungsamt für drei Verwaltungseinheiten zukünftig sein soll: eine kleine Supturverwaltung seit Jahrzehnten auf der anderen Rheinseite in der Kartause, eine andere Verwaltung am anderen Ende im Rheinisch-Bergischen Kreis in Bergisch Gladbach, und eine dritte genau in der Mitte zwischen diesen zwei Standpunkten in Köln-Südost in der Germaniastraße.“ Die Zentralisierung der Verwaltung erfordere für manche zwar weitere Wege. Vogel hoffe aber, dass es gelingen werde, den guten Zusammenhalt zwischen Verwaltungsmitarbeitenden und Gemeinden weiterhin zu halten und zu fordern.

Gute Kooperation mit Antoniter Siedlungsgesellschaft
Auch der Leiter des Evangelischen Verwaltungsverbandes Köln-Rechtrheinisch, Robert Kurz, freute sich über den sichtbaren Baufortschritt: „’Wenn morgen die Welt unterginge, dann würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen’“, zitierte er Martin Luther. „Ich finde unser Apfelbäumchen hier schon ganz gut. Die Beschäftigten haben alles schon besichtigt und fühlen sich wohl“, wusste er zu berichten. Kurz lobte die bisherige gute Kooperation mit der ASG – insbesondere mit Guido Stephan und dem Bauleiter Wolfgang Stenzel – und zeigte sich beeindruckt von so viel Fachkompetenz: „Das sind wirklich Profis, die hier am Werke sind. Mein Dank gilt auch den Handwerkern, die sehr kompetent und motiviert hier arbeiten und Hand in Hand mit allen Beteiligten dafür sorgen, dass wir hoffentlich wie geplant am 1. September einziehen können“.

„Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.“
Mit einem Zitat aus der Bibel (1. Korinther 3) brachte Superintendentin Andrea Vogel auf den Punkt, warum der Kirchenkreis nach einem langen Prozess – „Wir haben es mit den 120 stimmberechtigten Mitgliedern der Kreissynode hin und her diskutiert“ –am Ende bei diesem Projekt gelandet sei. „’Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Und ein Grund auf dem gebaut wird, bedarf eines weisen Baumeisters, ein anderer baut darauf, ein jeder sehe aber zu, wie er darauf baut. Einen anderen Grund kann niemand billigen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus’“. Der Auftrag der Verkündigung, der Seelsorge und der Diakonie stehe im Mittelpunkt der Arbeit des Kirchenkreises, vor allem mit dem Blick auf die Gemeinden, so Vogel. „Und damit wir da eine gute Arbeit machen können, bedürfen wir einer Verwaltung, die entlastend ist bei den Aufgaben, die notwendig sind.“

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Susanne Hermanns