Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Köln und Region
Marcel Thelen

Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Köln und Region

Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Anfang Oktober wurde der Diplom Psychologe in einem Gottesdienst in der Antoniterkirche von Superintendentin Susanne Beuth und Pfarrer i.R. Wolfgang Jacobs in sein neues Leitungsamt eingeführt. Thelen tritt die Nachfolge von Dr. Juliane Arnold an. Die Psychologin leitete 26 Jahre die Evangelische Beratungsstelle. In diesem Jahr wechselte sie als Psychologische Leiterin der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in der Evangelischen Kirche im Rheinland nach Düsseldorf. Die Evangelische Beratungsstelle Köln verfügt über Standorte in der Kölner Innenstadt, Frechen und Bergisch Gladbach-Bensberg.

Der Gottesdienst und anschließende Empfang im neuen AntoniterQuartier fanden aufgrund der Pandemie im kleinen, „familiären“ Rahmen statt. Der Kreis der geladenen Gäste setzte sich aus hauptamtlichen Mitarbeitenden der Beratungsstelle, Mitgliedern des Fachausschusses für Beratung im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, Leitenden verschiedener Einrichtungen sowie Vertretenden von Kooperationspartnern zusammen.

„Achten Sie auf sich selber!“, sagte Ulrike Grave-Herkenrath, stellvertretende Vorsitzende des Verbandsfachausschusses dem neuen Leiter der Beratungsstelle – und versicherte ihm die Unterstützung des Ausschusses und seines gesamten Teams. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen.“ weiter warb Grave-Herkenrath für einen partnerschaftlichen Umgang, ein gemeinsames Kümmern um Ratsuchende von Beratungsstelle und Kommune – gerade auch im Hinblick auf die dringend notwendige finanzielle Unterstützung der evangelischen Einrichtung.

Susanne Beuth, die als stellvertretende Stadtsuperintendentin für den Fachausschuss zuständig ist, predigte im Gottesdienst über einen Text aus Apostelgeschichte 6. In dieser Geschichte stehe so vieles, das für die Arbeit in einer Gemeinde und auch in einer Beratungsstelle eine hohe Relevanz habe. Konflikte gehörten einfach zum Leben. Aber es sei auch wichtig, dass jemand Probleme anspreche. In dem biblischen Text hatten die zwölf Apostel die schnell gewachsene Gemeinde zusammengerufen, um ein Problem bei der Verteilung von Lebensmitteln zu lösen. Sie hätten die Gemeinde überzeugt, dass nicht sie, sondern andere sich darum kümmern und die Aufgabe meistern könnten.

„Die Zwölf nehmen die davon Betroffenen mit“, und hätten alle aufgerufen, diejenigen zu suchen, denen sie vertrauen würden. Auch in der Beratung müssten die Ratsuchenden selbst zur Problemlösung beitragen, stellte Beuth einen direkten Bezug her. Es sei immer notwendig, gemeinsam Wege und Lösungen zu suchen. Dass die Zwölf überdies betont hätten, nicht alles machen zu können und zu wollen, bezeichnete die Superintendentin als vorbildhaft. Andere um Hilfe zu bitten sei nicht immer leicht. Delegieren verlange Vertrauen in die Fähigkeiten der anderen. In der Kirche seien viele unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, werde der Verschiedenheit Raum gegeben. Auch in den Beratungsstellen arbeiten multiprofessionelle Teams mit verschiedenen Kompetenzen zusammen, um Ratsuchenden zuzuhören und ihnen individuell zu helfen. Der Tradition des Kirchenverbandes folgend, bat Beuth um den Segen Gottes für den neuen Leiter und die Mitarbeitenden an den Standorten: „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Richtigen gefunden haben.“

Aufgewachsen ist Marcel Thelen in der Eifel. Nach dem Abitur am Gymnasium in Steinfeld studierte er in Köln ein Psychologie. Schon in dieser Zeit ließ er sich zum Therapeuten und Supervisor in der Marte Meo Methode ausbilden, die sich an der natürlichen Entwicklung des Menschen orientiert. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 2013 arbeitete Thelen in unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe und Schulpsychologie. Von 2015 bis Mitte 2019 war Thelen, der auch Systemischer Therapeut ist, im Psychologischen Beratungszentrum der Evangelischen Gemeinde Düren mit dem Schwerpunkt Jugend- und Familienberatung tätig. Juli 2019 wechselte er in die Evangelische Beratungsstelle in Köln.

„Ich hätte vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich hier stehe“, gestand Thelen auf dem Empfang. Das neue Amt versteht er als Herausforderung, die das Leben mit sich bringt. Es sei nicht sein Plan gewesen, die Leitung zu übernehmen. Aber sein Arbeitsfeld habe sicher mit familiären Prägung zu tun: Seine Mutter, eine Heilpädagogin, ist seit vierzig Jahren im Hermann-Josef-Haus in Urft tätig, einer Einrichtung für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Sein Vater war Sonderschullehrer.

Er habe seine Bewerbung auf die Leitungsstelle bei den Kolleginnen und Kollegen transparent gemacht und von allen Kolleginnen udn Kollegen Unterstützung erfahren, berichtet Thelen weiter. „Ich konnte Strukturen kennenlernen und Einblicke erhalten“. Beratung und Seelsorge verfügen aus seiner Sicht über eine große Nähe. Darin sieht er eine „total fruchtbare Verbindung“ in der Arbeit der Beratungsstelle. Beratung von Menschen gehört für ihn zum evangelischen Profil. Kirche habe die besondere Möglichkeit, auch Beratung in Ehe- und Lebensfragen anzubieten. Dies sei ein hohes Gut, das von Ratsuchenden als sehr wichtig empfunden werde.

In der Leitungsfunktion ist Thelen nicht nur mit Verwaltungsaufgaben betraut. Unverändert wird er auch beratend tätig sein, vor allem in der Erziehungs-, der Ehe- und Lebensberatung: „Ich schätze alle Bereiche, mag die Abwechslung und Vielfältigkeit.“ Wichtig ist ihm, Beruf und Privatleben zu trennen. Selbstfürsorge hält er für unerlässlich. Dazu zählen für ihn auch sportlicher Ausgleich und regelmäßige Besuche in der Eifeler Heimat.