„Folget dem Stern von Krippe zu Krippe…“



„Folget dem Stern von Krippe zu Krippe…“

Es ist wieder soweit: In Köln findet der 22. Kölner Krippenweg mit dem Motto „Folget dem Stern von Krippe zu Krippe…“ statt. Noch bis Samstag, 6. Januar 2018, gibt es an über 120 Stationen internationale Krippenkunst zu sehen. Ausgestellt werden traditionelle Weihnachtskrippen, moderne Künstlerkrippen sowie volkstümliche Weihnachtsdarstellungen aus unterschiedlichen Kulturen. Interessierte finden die Krippen beim Spaziergang in der Stadt und in einigen Stadtteilen in Schaufenstern und in kulturellen und kirchlichen Institutionen. Der Kölner Hauptbahnhof, einige Weihnachtsmärkte und viele katholische und evangelische Kirchen beteiligen sich am Krippenweg, der von der Agentur Rheinstil veranstaltet wird. In diesem Jahr ist Finnland Gast des Kölner Krippenwegs. Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Köln-Turku zeigt der Verein „Krippenfreunde der Region Köln“ im Kölner Rathaus eine Sonderausstellung mit Krippenkunst aus Turku und zu finnischen Weihnachtsbräuchen.

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region stellt im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9-11, eine Krippe aus, die viele Jahre in einem Kindergarten in Frankfurt zu sehen war. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete der damalige Gemeindepfarrer der Deutschen Evangelischen-reformierten Gemeinde in Frankfurt-Bornheim einen Kindergarten, um den von den Folgen des Krieges betroffenen Kindern zu helfen und sie vor den Gefahren der zerbombten Stadt zu bewahren. Da es kaum Bilderbücher und Spielsachen gab, fertigte die Künstlerin Rita Schlereth, ab 1948 eine Weihnachtskrippe mit vielen bunten Figuren und Zubehör an. Die Krippe wurde in einem langen Gang auf mehreren Tischen zum Anschauen und Anfassen aufgestellt und vermittelte den Kindern die biblische Geschichte. Etwa 25 Jahre lang hatte die Krippe Tradition und wurde immer gemeinsam mit den Kindern zur Adventszeit als „Weihnachtsweg“ aufgebaut. Danach geriet sie in Vergessenheit. Durch eine Begegnung auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin 2017 kam die Krippe aus der nunmehr geschlossenen Tagesstätte nach Köln.

In der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, sind einzelne Figuren der bayrischen Johannes-Krippe im Chorraum in der Nähe des Altars aufgestellt. Die aus Lindenholz gefertigten Figuren sind schlicht gearbeitet und passen mit dem Kunstwerk „Der Schwebende“ von Ernst Barlach zusammen. Die Johannes-Krippe verzichtet bewusst auf Verzierungen oder besondere Ausschmückungen der Figuren. Maria und Josef weisen mit ihren ausgestreckten Händen auf den hin, um den es sich beim Weihnachtsgeschehen wirklich dreht: Jesus Christus.

Krippe in der AntoniterCityKirche

Die ausgestellte Heimatkrippe in Junkersdorf in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Birkenallee 20, stammt aus Privatbesitz und dekorierte früher zur Advents- und Weihnachtszeit das Schaufenster einer Apotheke. Die etwa 20 cm großen, mit Stoff bekleideten Figuren stellen das Weihnachtsgeschehen in einer naturalistisch gestalteten Landschaft dar.

Heimatkrippe in Junkersdorf in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche

Nachfolgend weitere Stationen in evangelischen Einrichtungen und Kirchen:

Vringstreff, Im Ferkulum 42, 50678 Köln
Evangelische Informationsstelle Köln, Schildergasse 57, 50667 Köln
Friedenskirche, Hackenbroicher Straße 59-61, 50769 Köln
Katharina-von-Bora-Haus, Stadtwaldgürtel 28, 50931 Köln Lindenthal
Reformationskirche, Goethestraße 25, 50968 Köln
Unter Gottes Gnaden, Zum Dammfelde 37, 50859 Köln
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 4, 51519 Odenthal

Informationen zu allen Stationen und zum Begleitprogramm mit zahlreichen Führungen gibt es unter folgendem Link: Kölner Krippenweg

Text: Susanne Maroldt
Foto(s): Sarala Hackenberg