v.l. Dipl.-Ing. Volker Langenbach, Pfarrer Hans Mörtter, Pfarrer Mathias Bonhoeffer, Prof. Dipl.-ing. Johannes Schilling



„Wir wollen das Optimum, nicht das Maximum“

Ein Satz wie in Stein gemeißelt: „Wir suchen nicht das Maximum, wir suchen das Optimum“. Damit lässt Pfarrer Mathias Bonhoeffer nicht einen Millimeter Platz für Zweifel an der Strategie der Luthergemeinde. Den Südstadt-Protestanten steht Großes ins Haus. Immerhin: Die Kirche und der Turm bleiben stehen. Der Rest wird abgerissen, wenn es nach den Plänen von Professor Johannes Schilling geht. Der hat sich mit seinen Mitarbeitenden in einen von der Evangelischen Gemeinde Köln ausgelobten Architektenwettbewerb mit acht eingeladenen Büros für den Neubau auf dem Kirchengelände durchgesetzt. Und die Jury in dem anonymen Verfahren restlos überzeugt. Das Votum war einstimmig.

Lutherkirchenpfarrer Hans Mörtter betonte die Dringlichkeit des Vorhabens: „Die Substanz unserer Gebäude aus den 50er und 60er Jahren ist marode. Und entspricht überhaupt nicht mehr den Anforderungen, die das Gemeindeleben stellt. Wir haben viele Veranstaltungen und müssen ständig die Bänke aus der Kirche und wieder rein tragen. In den Büros sitzen wir uns fast auf dem Schoß.“ Dieser wenig eleganten Form des Teambuildings will Schilling ein Ende machen.

Großzügige Pläne

Die Büroräume im Neubau sind großzügig geplant. Schließlich arbeiten unter anderem in dem von der Gemeinde gegründeten Verein Südstadtleben zwei hauptamtliche Kräfte, die sich ausschließlich um das Veranstaltungsmanagement kümmern. Neben den Büros werden sechs Wohnungen, deren Zuschnitt noch nicht feststeht, ein Apartment und eine Pfarrwohnung untergebracht.

Die Südstadt bekommt auch eine zusätzliche Gastro-Adresse. Geplant ist ein Restaurant mit Außengastronomie in dem am Parkplatz liegenden Gebäudeteil. Einer der beiden Parkstreifen gehört der Gemeinde. Dort können Tische aufgebaut werden. Aber die Planer haben noch mehr vor. Sie träumen davon, den gesamten Parkplatz inklusive der kleinen Straße zwischen Roland- und Wormser Straße als neuen Platz mit deutlich besserer Aufenthaltsqualität zu gestalten. Man wird mit der Stadt verhandeln, ob die bereit ist, das Vorhaben zu unterstützen.

Das Gelände um die Lutherkirche ist ein besonders

Überhaupt findet Schilling, dass das Gelände rund um die Lutherkirche ein besonderes ist. „Die Attraktivität der Lutherkirche mit ihrer Vielfalt an unterschiedlichsten Aktivitäten und Veranstaltungen geht einher mit einer unprätentiösen, für alle offenen Ausstrahlung. Gleichzeitig handelt es sich um einen Ort, dessen Geschichte ablesbar ist und der einen wichtigen architektonischen Orientierungspunkt im Stadtgefüge bildet.“

Der Hauptzugang wird an der Volksgartenstraße liegen. Der Gehweg dort wird erheblich verbreitert. Das Foyer des Neubaus wird alle Bereiche in direkter Form verbinden. Auch die Gastronomie ist vom Foyer aus erreichbar. „Die Kirche aus Ziegelstein und der Turm aus Naturstein könnten durch einen Neubau aus Beton, Holz und Glas sehr gut ergänzt werden“, sagt der Architekt.

Ein bisschen was kosten wird das Ganze natürlich auch. 8,5 Millionen Euro, heißt es. „Wir brauchen die Stadtgesellschaft, die sagt, dass sie diesen Raum schätzt und ihn aufwerten möchte“, appelliert Mörtter an Handwerker, sich preiswert, und an Leute mit Geld, sich großzügig zu beteiligen. Noch müssen allerdings das Presbyterium, der Kirchenkreis und die Landeskirche den Plänen zustimmen.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann