Wege zum Frieden – Digitale Gedenkfeier der ACK Köln
Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende der ACK Köln

Wege zum Frieden – Digitale Gedenkfeier der ACK Köln

Am Dienstag, 22. Juni, war der 80. Jahrestag des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Von den Nazis wurde der Tod von Millionen Menschen bereits im Vorfeld bewusst geplant. Mit einem Zeitzeugengespräch und Beiträgen von jungen Freiwilligen der „Aktion Sühnezeichen“ hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Köln in einer aufgezeichneten Gedenkfeier aus dem Baptisterium am Kölner Dom an das Unrecht an den Völkern des ehemaligen Sowjetreiches erinnert.

Als Zeitzeuge erzählt Evgeniy Karchemnik von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Er ist Überlebender der unmenschlichen Leningrader Blockade (1941 bis 1944) und Mitglied der Synagogen-Gemeinde Köln. Er ist russischer Herkunft und schildert das Leid und die Traumata russischer Familien über mehrere Generationen. Evgeniy Karchemnik berichtet auch von seinen Begegnungen mit Deutschen, seit er mit seiner Familie in den 1990er-Jahren nach Deutschland eingewandert ist.

Zwei junge Freiwillige der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ erzählen von ihren Erfahrungen aus Odessa in der Ukraine, wo sie sich zurzeit um Überlebende von Konzentrationslagern kümmern. Ihre Arbeit ist ein Zeichen und Beispiel, um Vertrauen zwischen Russen und Deutschen neu aufzubauen. „Welche politischen Wege zum Frieden gibt es für die Zukunft?“ – dieser Frage stellt sich die ACK Köln in ihrem Video und stellt die Friedensinitiative „Sicherheit und Transformation neu denken“ der Evangelischen Landeskirche in Baden aus der Sicht einer Unterstützerin aus Köln-Klettenberg vor.

Die ACK Köln bedenkt jedes Jahr im Baptisterium am Dom, dem ältesten erhaltenen Taufort der Domstadt, was die Taufe für das Leben von Christinnen und Christen bedeutet. In diesem Jahr steht der Auftrag zum Frieden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Mittelpunkt. Daher erinnert die Gemeinschaft der Kirchen an den Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion und den folgenden beispiellosen Vernichtungskrieg. Der millionenfache Mord an der Zivilbevölkerung und an Kriegsgefangenen hat Folgen, die bis in die Gegenwart in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nachwirken. Die Opfer haben bis heute keinen angemessenen Platz im Gedächtnis Deutschlands gefunden.

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Text: ACK/APK
Foto(s): ACK