„Roxy“, Teil eines Diptychons des Malers Mike Felten (ganz rechts). Mit der Ausstellung „Eden“ ist es wiederholt zu Gast in der Friedenskirche und soll dieses Mal bleiben. Ebenfalls im Bild (v.l.n.r.): Christiane von Scheven, Vorsitzende des Ausschusses Offene Friedenskirche, Pfarrer Sebastian Baer-Henney und der indische Musiker Hindol Deb



„Viel Spaß in Eden!“ – Diptychon „Roxy“ von Künstler Mike Felten in der Friedenskirche Mülheim

Diptychon „Roxy“ heißt ein Kunstwerk von Mike Felten. Das zweiteilige Gemälde ziert den Altarbereich der altwürdigen evangelischen Kirche in Köln-Mülheim. Das Bild war Teil der Ausstellung „Eden“ im Spätherbst in der Kirche und hat inzwischen so seinen festen Platz gefunden. „Leider haben die Menschen es erst einmal vergeigt“, fasste Pfarrer Sebastian Baer-Henney das Ende des in der Bibel beschriebenen optimalen Urzustandes der Schöpfung bündig zusammen und eröffnete damit die Ausstellung mit Bildern des Malers Mike Felten. „Ein bisschen paradiesischer machen“ sollte die Ausstellung das Mülheimer Veedel. Ein Ort der Integration sollte es sein. „Eden ist eine ganz wunderbar gehaltene Mahnung an uns“, sagte Baer-Henney. „Viel Spaß in Eden!“

Das Diptychon „Roxy“

„Eden ist eine Ausstellung, die von ihren Gegensätzen lebt“, beschrieb Christiane von Scheven, Vorsitzende des Ausschusses Offene Friedenskirche, die zusammengetragenen Werke von Felten – „Eden“, “Roxy“ und die „Liebesgedichte“ – als Kunst, die viel Raum für eigene Betrachtungen und Interpretationen lässt: Emotionen treffen auf Purismus und schwarz-weißen Minimalismus. An „Roxy“ hatte sich die Mülheimer Gemeinde jedoch besonders „festgeliebt“. Nirgends könnten die beiden zusammengehörenden Gemälde besser hängen als auf beiden Seiten des Altars der Friedenskirche, waren sich Pfarrer Baer-Henney und Christiane von Scheven schnell einig. Auf speziellen Wunsch hin wurden die Werke in die Ausstellung aufgenommen, nachdem sie Pfingsten schon einmal vorrübergehend in der Friedenskirche zu sehen waren. „Wenn das Licht darauf fiel, sah das Diptychon aus, als würde es Flammen stehen“, schwärmte von Scheven. Um darauf nicht wieder verzichten zu müssen, hat die Gemeinde eine Häfte von „Roxy“ bereits erworben und das zweite Bild wird druch Spenden finanziert.

Eden als Sehnsuchtsort

Die Themenwahl stand dem Künstler frei, und „Eden“ als Sehnsuchtsort, der für jeden etwas anderes bedeutet, reizte Felten sehr. „Mit dem Garten Eden geht es für mich in meiner Ausstellung viel um die reine Liebe“, sagte er bei der Eröffnung. Eden als Paradies, das am Anfang und am Ende des Menschen steht, fesselte ihn als Ausstellunginhalt und ist in seinen Augen auch wichtiger für den Betrachter als eine exakte Beschreibung seiner Strichführung. „Die Menschen wollen Geschichten hören“ – davon ist auch Caroline Baum, ebenfalls Malerin und Mike Feltens Lebensgefährtin, überzeugt. Sie stellte ebenso wie Felten schon selbst und außerdem im Rahmen von Kinder-Kunstprojekten in der Mülheimer Kirche aus. Der Kontakt zu Felten entstand über sie.

„Eden ist auch für uns als Paar eine schöne Ausstellung“, erzählte sie lächelnd. „Die Reihe der Liebesgedichte ist zu Beginn unserer Beziehung vor 17 Jahren entstanden, als wir uns kennenlernten.“ In Vorgesprächen konzipierten sie die Ausstellung in einer Art Brainstorming, beschrieb Felten die Konzeptionsphase: „Vor allem mit Ruhe, Wärme und Licht sollte „Eden“ gefüllt werden – hervorragend, dass die paradiesischen Klänge von Hindol Deb unser Thema noch so passend abrundeten.“ Als individueller Sehnsuchtsort war Mike Feltens „Eden“ nicht nur etwas Religiöses oder Romantisches, sondern auch politisch. „Für viele der geflüchteten Menschen ist Europa zum Beispiel ihr Sehnsuchtsort“, erklärte Felten, und Caroline Baum ergänzte: „Sie stellen sich auf ihrem Weg ein annähernd paradiesisches Ziel vor, das sicher nicht immer hält, was man sich davon versprochen hat. Aber jeder Mensch braucht und wünscht sich tatsächlich etwas anderes, ganz eigenes.“

Mike Felten

Felten wurde 1948 in Köln geboren und war bis in die 80er Jahre hinein als Architekt tätig. Seit 1987 ist er – im Anschluss an seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf – als freischaffender Künstler tätig, ehemals in der Art Factory Köln arbeitet Mike Felten nun im Haus Haan an seinen Werken.

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller