Unterstützung für den Ökumenischen Hospizdienst Köln Dellbrück/Holweide
Links: Wolfgang Grube, Vorsitzender, Rechts: Ulrike Lenhart, Koordinatorion

Unterstützung für den Ökumenischen Hospizdienst Köln Dellbrück/Holweide

„Das Thema Sterben muss aus der Tabuzone raus“, war einer der Gedanken, die 2002 zur Gründung des Trägervereins des Ökumenischen Hospizdienstes Köln Dellbrück/Holweide führten. Schon vorher gab es Menschen, die sich in Dellbrück/Holweide als Hospizkreis zusammengefunden hatten, denn ihnen war bewusst geworden, dass eine Begleitung Sterbender und Unterstützung in der Zeit der Trauer wichtig sind.

Der Hospizdienst in Köln Dellbrück/Holweide ist einer von sechs Hospizdiensten, die in diesem Jahr mit der Diakoniespende des Evangelischen Kirchenkreises unterstützt werden. Damit die Spenden verstärkt werden, verdoppelt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region jeden gespendeten Cent bis zu einem Gesamtspendenaufkommen von 100.000 Euro. Hier können Sie direkt spenden.

Heute koordinieren Ulrike Lenhart und Christiane Schattmann-Arenz mehr als 40 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2019 wurden 130 Begleitungen durchgeführt. Ulrike Lenhart, seit 2009 Koordinatorin des Dienstes, berichtet, dass 2002 acht Begleitungen durchgeführt wurden, 15 ehrenamtliche Mitarbeiter sich damals auch noch um ältere Menschen im Zuge eines Besuchsdienstes kümmerten. „Die Hospizbewegung ist in unseren Stadtteilen mittlerweile sehr bekannt. Wir haben hier sehr gute Multiplikatoren“, sagt sie. Im nahen Krankenhaus in Holweide und den umliegenden Seniorenheimen hat die Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem auf Pfarrfesten oder den Festen des Hospizdienstes, Früchte getragen. Immer mehr Menschen werden auf den Hospizdienst aufmerksam. Wolfgang Grube, seit vier Jahren Vorsitzender des Trägervereins, sieht diese Entwicklung sehr positiv, sagt aber auch: „Wir müssen weiterhin Präsenz zeigen, es gibt immer noch Menschen, die uns nicht kennen.“ Zwischen den Mitgliedern des Trägervereins, dessen Vorstand und den Koordinatorinnen herrscht ein enger, engagierter und vor allem sachorientierter Austausch. Marita Meye, Vorstandsmitglied des Trägervereins, erläutert: „Bei uns gibt es niemanden, der sich profilieren will. Uns allen liegt allein der Hospizdienst am Herzen.“

Eng vernetzt ist der Ökumenische Hospizdienst mit Hausärzten, Sozialarbeitern, Priestern und Pfarrern. Sowohl die evangelische, als auch die katholische Gemeinde unterstützen den Dienst aktiv. Er arbeitet zudem mit dem rechtsrheinischen SAPV-Team (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) zusammen. Die Mitarbeiter des Hospizdienstes sind vertreten im Hospizarbeitskreis Köln (HAK), engagieren sich im Palliativnetzwerk Köln und auf Landesebene im Deutschen Hospiz-Pallativ-Verband. Beratungen zur Patientenverfügung oder der Vorsorgevollmacht gehören ebenfalls zum Angebot.

Die Hospizarbeit selbst wird von den Krankenkassen gefördert, die Trauerbegleitung hingegen nicht. Hier ist der Hospizdienst auf Spenden angewiesen. Zumal, wie Ulrike Lenhart sagt, das Trauercafé, das es inzwischen im fünften Jahr gibt, sehr gut angenommen wird. Heidi Cordier und Gisela Adolphi laden außerhalb der Pandemie-Zeiten zu diesen Treffen jeweils am ersten Donnerstag im Monat ein und sind als Trauerbegleiterinnen sehr geschätzt. Aktuell findet das Trauercafé zwar nicht statt, doch, wie Marita Meye sagt: „Manche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind inzwischen untereinander vernetzt und halten auf privatem Weg Kontakt.“ Auch telefonisch geht der Austausch weiter, doch das sei, so findet Marita Meye, nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Den Trauernden, aber auch den ehrenamtlich Mitarbeitenden fehle der persönliche Kontakt doch sehr.

Da die Nachfrage nach dieser Art des Zusammenseins nach einem Todesfall stetig wuchs, gibt es nun auch den Trauertreff. Er richtet sich, wie Wolfgang Grube erläutert, an Menschen, deren Verlust schon eine Weile zurückliegt, die sich aber über ihre Trauer austauschen möchten. Der Trauertreff fand in der Zeit vor Corona an jedem dritten Donnerstag im Monat statt, soll aber weitergeführt werden, sobald es wieder möglich ist.

Auch die Trauerspaziergänge sind eine gute Hilfe in der Zeit des Verlustes eines geliebten und wichtigen Menschen – während der Corona-Krise können auch sie, wie das Team bedauernd sagt, nicht in der gewohnten Form angeboten werden. Die Spaziergänge in Holweide gibt es seit Herbst 2017. Sie sind eine Möglichkeit, inmitten der Natur und in Bewegung ins Gespräch zu kommen. „Manchen Trauernden fällt es beim Gehen leichter, zu sprechen“, hat Ulrike Lenhart beobachtet. Marita Meye berichtet, dass sich einzelne Hospizhelfer für kurze Gänge auf Abstand mit Bewohner der Seniorenheime treffen. Doch unter strenger Beachtung der Auflagen. Es müssen Termine mit den Seniorenheimen vereinbart werden, es herrscht Maskenpflicht und es werden jeweils Corona-Tests vorab durchgeführt.

Stark nachgefragt werden in dieser Zeit Beratungsgespräche zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorge- und Betreuungsvollmacht. Diese können coronakonform im Büro des Hospizdienstes in Einzelgesprächen durchgeführt werden. Erläuternd sagt Marita Meye: „Den Menschen ist bewusst geworden, dass sie sich vorbereiten sollten. Denn es kann aktuell ja jeder zum Intensivpatienten werden.“

Die Ehrenamtler, davon etwa ein Viertel männliche Hospizhelfer, sind gut ausgebildet und verpflichten sich nach ihrer Ausbildung in einer Helfervereinbarung, sich ein Jahr lang im Hospizdienst einzubringen. Diese Verpflichtung kann immer wieder verlängert werden. Fortbildungen und Supervisionen gehören selbstverständlich auch zu diesem Ehrenamt.

In welchen Familien die Hospizhelfer letztlich eingesetzt werden, ist eine Frage des Zusammenpassens: „Das erfordert die Sensibilität der Koordinatorinnen“, betont Wolfgang Grube. So unterschiedlich die Hospizhelfer sind, so unterschiedlich sind die Begleitungen und die Wünsche der Begleiteten. In Zeiten der Kontaktsperre durch die Corona-Pandemie haben die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler Grüße in den Seniorenheimen abgegeben, Briefe geschrieben und telefonisch begleitet – und allen fehlen die sozialen Kontakte. Denn in einem sind sich Ulrike Lenhart als Koordinatorin und Wolfgang Grube als Vereinsvorsitzender ganz einig: „Unsere Hospizarbeit entlastet die begleiteten Familien, aber sie bereichert auch unsere Mitarbeiter und uns ganz ungemein.“

Mehr Informationen finden Sie unter www.diakoniespende-koeln.de .