Telefonseelsorge hat auch an den Feiertagen offene Ohren
Pfarrerin Dr. Dorit Felsch leitet die Evangelische Telefonseelsorge in Köln

Telefonseelsorge hat auch an den Feiertagen offene Ohren

Während viele Menschen fröhlich Weihnachten feiern, sind andere an den Feiertagen leider alleine und fühlen sich einsam. Bei anderen machen sich vielleicht Ärger und Traurigkeit breit, weil das Fest nicht so geworden, wie sie es sich erhofft hatten. Einsamkeit und familiäre Enttäuschung – an den Feiertagen stehen diese Themen immer wieder im Vordergrund, wenn sich Menschen an die Telefonseelsorge wenden. In Köln sind daher auch an den Weihnachtsfeiertagen, Silvester und Neujahr die Telefone der Evangelischen Telefonseelsorge besetzt. An 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner unter der Rufnummer 0800/1110111 erreichbar.

„Das drängendste Thema unserer Anrufer und Anruferinnen in dieser Zeit ist die Einsamkeit“, berichtet Pfarrerin Dr. Dorit Felsch. Sie leitet die Evangelische Telefonseelsorge in Köln. „Menschen, die alleine sind, empfinden das in der Weihnachtszeit oft besonders schmerzlich. Schon die gesamte Adventszeit ist geprägt von einer großen Angst vor dem Alleinsein an den Feiertagen.“ Sie berichtet weiter, dass an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag viele Anrufende ihre Traurigkeit über das Alleinsein äußern, viele hoffen aber oft noch auf Besuche oder wenigstens Anrufe von Verwandten oder Freunden. Am zweiten Feiertag gelte es dann für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge die Enttäuschung mit denjenigen auszuhalten, die trotz dieser Hoffnung allein geblieben sind.

Doch es gibt auch andere Anrufe, berichtet Pfarrerin Felsch: „Dabei hören wir gerade zwischen Weihnachten und Neujahr aber auch besonders viel Dank dafür, dass die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge das ganze Jahr – und eben auch an den Feiertagen – da sind, zuhören, Gespräche führen und Menschen eben nicht alleine lassen.“

„Für mich hat die Telefonseelsorge viel mit der frohen Botschaft von Weihnachten zu tun: In ihrem Dienst nimmt die Liebe Gottes zu uns Menschen Gestalt an – so wie sie auch im Jesuskind Gestalt angenommen hat, im Stall von Bethlehem“, hebt Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Bedeutung der Telefonseelsorge an Weihnachten und den Tagen danach in einem Statement hervor.

In Köln arbeiten rund 70 Ehrenamtliche in der Telefonseelsorge. Sie werden für ihren Dienst sorgfältig ausgewählt und umfassend für ihre seelsorgliche Tätigkeit geschult. Im Jahr nehmen sie etwa 16.500 Anrufe entgegen.