Tag des offenen Denkmals im Gut Fronhof in Köln-Worringen

Tag des offenen Denkmals im Gut Fronhof in Köln-Worringen

Die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG) im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region hat Mitte September zum vierten Mal am Kölner Tag des offenen Denkmals teilgenommen. Rund 50 Besucherinnen und Besucher aus vielen Kölner Stadtteilen bis Bergisch Gladbach und Leverkusen fanden den Weg nach Worringen und ließen sich durch das historische alte Herrenhaus führen. „So viele Besucher hatten wir noch nie. Man merkt, dass die Menschen nach der Corona-Pause nach Kultur dürsten und solche Angebote wieder gerne nutzen“, sagt Susanne Hermanns, Öffentlichkeitsreferentin der Wohnungsbaugesellschaft.

Vom Hofgut der „Herrlichkeit Worringen“, als eines der ältesten Zeitzeugnisse Worringens, fehlen bis ins 12. Jahrhundert jegliche Angaben. Eine Urkunde von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) vom 14. Juni 1153 bestätigt, dass der Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied die „Villa Worunch“ (Worringen) für 100 Mark erworben habe. Ein vom Domkapitel eingesetzter Verwalter, der zugleich richterliche Gewalt hatte, übte danach die Herrschaft aus. Der Name „Fronhof“ bedeutet, dass hier, wie auch auf den anderen domkapitularischen Höfen in Worringen die abhängigen Einwohner zinsverpflichtet waren, also sogenannte Frondienste leisten mussten.

Vor dem 15. Jahrhundert bleibt die Baugestalt des Fronhofs unbekannt, lediglich der Standort an heutiger Stelle wird in Verkaufsprotokollen 1266 bis 1271 mehrmals zitiert. Erst nach einem beträchtlichen Brandschaden um 1474 sind Baumaßnahmen mit einzelnen Gebäuden dokumentiert.

Nach einer weiteren Feuersbrunst am 16. November 1657 beschlossen die Domherren den Bau des neuen Amtsmannhauses unter Einbeziehung des alten Baus. Die mittelalterlichen Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk wurden nach und nach durch Massivbauten ersetzt. Die letzte große Baumaßnahme, die dem Herrenhaus seine heutige Gestalt gab, bestand in der Generalüberholung des Amtsmannhauses im Jahr 1707.

Von einigen Ergänzungen im 19. Jahrhundert abgesehen, bestand der Fronhof in der gewonnenen Baugestalt bis in die 1960er Jahre.

Geförderte Wohnungen für Senioren

Eine Zuwendung der Bayer-Werke machte es möglich, dass 1967 der von Zerfall bedrohte Gutshof in den Besitz des „Clarenbachwerk e.V.“ in Köln überging. Das Clarenbachwerk baute hier nach Abriss der alten Scheunen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus geförderte Wohnungen für Senioren. Das Herrenhaus wurde zu Fest- und Seminarräumen mit Gästezimmern umgebaut.

Seitdem die ASG den seit 1983 denkmalgeschützten Hof im Jahr 2004 vom Kölner Clarenbachwerk erwarb, wurden Sanierungsarbeiten im Herrenhaus und an seiner Fassade durchgeführt – zuletzt im Jahr 2017.

Im Herrenhaus kann man das prachtvolle Kaminzimmer und das angrenzende Atrium ebenso wie den rustikalen Gewölbekeller für private Feiern und Trauungen mieten.

Weitere Infos

www.antoniter.de/festliches-im-fronhof

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Susanne Hermanns