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Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland tagt

Mit einem Gottesdienst hat am Sonntag, 10. Januar, in Bad Neuenahr die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland begonnen. Mit der 68. ordentlichen Tagung ihres obersten Leitungsgremiums eröffnet die rheinische Kirche das Themenjahr der Reformationsdekade 2016: „Reformation und die Eine Welt“.

Im Rheinland wie bei den westfälischen und lippischen Nachbarn hat das Jahr den griffigen Titel: „Weite wirkt!“ Unter diesem Motto steht auch das sechstägige Treffen in dem kleinen rheinland-pfälzischen Kurort. Bis einschließlich Freitag beraten die Abgeordneten aus den 38 Kirchenkreisen zwischen Niederrhein und Saarland über theologische und gesellschaftspolitische Fragen ebenso wie über Strukturen und Finanzen der Kirche selbst.

„Kriminelle Aktionen müssen geahndet werden“
Am Beispiel der Heiligen Drei Könige, von denen das Matthäusevangelium berichtet, machte Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn im Eröffnungsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche deutlich, dass Fremde – damals wie heute – Anderen die Augen öffnen und den Spiegel vorhalten. So berichtete die Düsseldorfer Pfarrerin, die nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung ist, aus ihrer Heimatgemeinde: „Die Flüchtlinge, fremd in unserer Stadt, haben uns zusammengebracht: 200 Menschen waren bei uns im Gemeindesaal zusammengekommen, aus Vereinen, Parteien, evangelischer und katholischer Gemeinde. Sie haben besprochen, wie sie den Flüchtlingen in den Zelten helfen können. Wie sie Nächstenliebe gemeinsam leben können und wie sie die Botschaft des Christuskindes heute umsetzen können. Ich wüsste nicht, dass es eine solche konzertierte Aktion schon mal gegeben hätte.“

Aufgabe von Christinnen und Christen
Plötzlich entdeckten die Kommunen die Ressourcen von Kirchengemeinden neu, es werde mehr denn je kooperiert. „Auf einmal sind da wieder Menschen und helfen, die man jahrelang nicht mehr in der Gemeinde gesehen hat. Die beherrschenden Themen sind nicht mehr sinkende Mitgliederzahlen oder dass man Gebäude aufgeben muss und Fusionen anstehen. Es wird wieder ganz klar, was eigentlich die Aufgabe von Christinnen und Christen ist. Nicht nur, in Kuschelecken unter sich zu bleiben oder den Glauben zu verwalten, sondern sich in Richtung Christuskind in Bewegung zu setzen. Es braucht vielerorts den Impuls von außen, damit Christen die Bedeutung ihrer Botschaft wieder stärker bewusst wird.“

Ereignisse der Silvesternacht in Köln
Auch die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und anderenorts nahm Pfarrerin Schwahn bei ihrer Bibelauslegung in den Blick – die Bilder „von Frauen, deren Würde angetastet wurde und die zu Opfern von Diskriminierung und Gewalt wurden. Und von Menschen, die den Schutz des Asylrechts als Einladung missverstehen, sich alles erlauben zu können. Sie führen vor Augen: Kriminelle Aktionen müssen geahndet werden. Egal, wer sie ausübt, ob Einheimische oder Fremde. Das sind wir den Opfern in Köln und anderswo schuldig. Aber Hoffnungszeichen sollen doch weiter ausgehen von unserem Land. Für Menschen auf der Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden leben können.“

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Per Live-Stream lässt sich die Landessynode hier nachhören.

Text: EKiR/Knap
Foto(s): EKiR