Superintendent Markus Zimmermann – „Wir suchten das Licht und fanden Finsternis“

Da war doch was? Ostern, Passionszeit – genau, in der befinden wir uns gerade. Für viele scheint das gerade nicht im Vordergrund zu stehen. Doch wir dürfen trotz der momentan schwierigen Lebenslage eines nicht vergessen: Themen, die schon vor und nach der Krise Bestand und Relevanz haben.

Das Mahnmal in Köln Müngersdorf

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde vor ein paar Tagen ein Mahnmal wider des Vergessens in Köln Müngersdorf eingeweiht. Es steht dort zur Erinnerung an über 3.000 deportierter Juden in die Vernichtungslager. Die Deportationen fanden in der unmittelbaren Nachbarschaft statt, ganz nahe an den Häusern der Bevölkerung. 

Superintendent Markus Zimmermann erinnert an die Zeit und daran, was jetzt ist, was wir heute und in Zukunft daraus machen werden. „In der Passionszeit erinnern wir uns auch heute an die Finsternisse in der Welt.“ So Zimmermann. „Dieses Mahnmal erinnert aber nicht nur an die Vergangenheit. Es mahnt uns heute gegen die Finsternisse in der Welt anzugehen und die Welt menschlicher zu gestalten.“

Wie aktuell sind diese Zeilen und wie aktuell ist die Mahnung, füreinander da zu sein nicht nur in Krisen. Nicht wegschauen, sondern Hilfe leisten in der Not. Immer wieder…

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Der ganze Text zum Nachlesen

Der Stadtwald hier in Köln Müngersdorf, eigentlich ein idyllischer Ort, vor allem wenn die Sonne scheint. Diese Idylle wird aber getrübt durch die Tatsache, das war 1941 bis 1944, hier an diesem Ort über 3000 Menschen von den Nazis gefangen gehalten wurden. Für viele, vor allem für Juden und Jüdinnen, war es eine Zwischenstation auf dem Weg in die Vernichtungslager. 3000 Menschen und mehr, haben hier gelitten. Ganz nahe an den Häusern der Bevölkerung. Mir kommt da ein Wort in den Sinn aus der Bibel, aus dem Buch Hiob. Es bringt es so klar auf den Punkt: Wir suchten das Licht und wir fanden Finsternis. Wie finster muss es für die Menschen gewesen sein, hier in diesem Gefängnis. Das neue Mahnmal erinnert daran. Die wenigen Fensteröffnungen aus denen sie in die Freiheit gucken konnten. Und die Stangen erinnern nicht nur an Gefängnisgitter, sondern auch an die Gleise, auf die sich die Züge dann befunden haben, auf dem Weg in die Vernichtungslager. In der Passionszeit erinnern wir uns auch heute an die Finsternisse in der Welt. Dieses Mahnmal erinnert aber nicht nur an die Vergangenheit. Es mahnt uns heute gegen die Finsternisse in der Welt anzugehen und die Welt menschlicher zu gestalten. So wie er es uns, so wie Gott es uns, geboten hat. Das Mahnmal gibt den Menschen die damals gelitten haben ein Stück Respekt zurück. Respekt den sie verloren haben. An uns ist es nun den Menschen heute den Respekt zukommen zu lassen, den sie verdienen. Um Gottes willen.