Reflektionen aus Eden – Bilderzyklus „Die Schöpfung lässt grüßen“ von Heinz Diekmann in der Ostheimer Auferstehungskirche
Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning erkennt in den Darstellungen des Buchforster Künstlers Heinz Diekmann den biblischen Schöpfungsgedanken. 

Reflektionen aus Eden – Bilderzyklus „Die Schöpfung lässt grüßen“ von Heinz Diekmann in der Ostheimer Auferstehungskirche

„Zuerst der Mensch und dann die Natur?“ könnte eine provokante Leitfrage des Künstlers Heinz Diekmann lauten. In seinen Werken setzt sich der Maler, Fotograf und Lyriker seit jeher mit den Geschöpfen auseinander, die unter dem Hoheitsanspruch des „Homo sapiens“ leiden. In der Auferstehungskirche der evangelischen Kirchengemeinde Köln Rath-Ostheim zeigt der Buchheimer unter dem Titel „Die Schöpfung lässt grüßen“ noch bis zum 15. Januar seine dunkel-funkelnden Öl- und Acrylgemälde sowie Mischtechniken, die den kritischen Gedanken des Ungleichgewichts zwischen den Kreaturen als verspielte, in- und auseinanderfließende Fantasiewelten aufgreifen. Dabei pflanzt Diekmann seine sureal anmutenden Visionen vornehmlich in den Nährboden eines bereits bestehenden Bildnisses, dessen Facetten oftmals im neuen Werk durchschimmern.

„Ich mag diese Form der Kommunikation. Die alten Bilder haben ihre eigene Geschichte, wenn sich jemand dafür entscheidet, sie an den Straßenrand zu stellen und wegzugeben. Das ursprüngliche Motiv, beispielsweise ein Foto der Golden-Gate-Bridge in San Francisco, vereint sich dann mit meinen Malereien, etwa den Tieren, die aus ihrer beschädigten, weil ausgebeuteten Umwelt in die Stadt ziehen und sich ihren Platz wieder zurückholen“, berichtet der freischaffende Künstler. Der sehenswerte Bilderzyklus aus einer Produktionsphase der letzten drei Jahre vereinigt sich im Gotteshaus mit dem Leuchten der bunten Glasfenster über dem Altar und reflektiert sowohl die Zerbrechlichkeit als auch die Einzigartigkeit des Lebens.

Nicht nur mit dem Gehalt der Exponate auch über den Zeitpunkt der Ausstellungeröffnung zeigt sich Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning erfreut: „Das passt hervorragend zum Gedenken an den christlichen Franziskus- oder Schöpfungstag. Auch das Erntedankfest greift ja die Verantwortung des Menschen für alles, was auf der Erde lebt auf. Damit verbunden sollte auch das Gefühl der Dankbarkeit für die Schöpfung und die Vielfalt auf unserem Planeten sein. Als ich die Bilder sah, hätte ich spontan zu mindestens zwei Werken eine Predigt halten können, so inspirierend wirkten sie auf mich, wenngleich es sich hier nicht um sakrale Kunst handelt“, so die Geistliche. Die bisherige Ausstellungsresonanz beschreibt Stangenberg-Wingerning als facettenreich: „Wir hatten vorher einen sehr gegenständlich geprägten Kunst-Event hier, bei dem es um architektonische Ojekte handelte. Das waren klare Formen. Nun werden die Betrachter aufgefordert, zu interpretieren. Einige der Besucher zeigten sich zunächst von den skurilen Figuren und die sie stellenweise umgebende Finsternis irritiert. Doch im Nachhinein wurde deutlich, dass es sich um eine schöpfungsbejahende Ausstellung handelt, die zum Nachdenken über unseren Umgang mit der Natur anregt. Die eigentliche Aussage der Bilder ist positiv und die Menschen schätzen die Herausforderung mit den für sie eher ungewöhnlichen Motiven.“

Auch der einstige Inhaber einer Werbeagentur zeigt sich von den Reaktionen und der Möglichkeit zur freien Deutung angetan: „Ich vergebe in der Regel keine Titel für meine Arbeiten. Das behindert die Imagination. Die Leute sollen keine Vorgaben erhalten und sich stattdessen ihre eigenen Gedanken machen.“ Mit einem Lachen erinnert sich der gebürtige Westfale an die Entwicklung des Ausstellungsvorhabens: „Der Kontakt kam durch meine Bekanntschaft mit der Kalker Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer zustande, die wiederum im Chor der Auferstehungskirche singt. Wir waren uns alle schnell einig, dass wir etwas Gemeinsames entwickeln wollen, doch in Bezug auf ein konkretes Thema hatte ich schlicht keine Idee. Als ich dann das erste mal in der Kirche zu Besuch war, kam mir als erstes eine Katze durch die Türe entgegen und musterte mich. Da wusste ich, dass es verstärkt um Tiere gehen musste“, verweist Heinz Diekmann auf Gemeindemitglied und Pfarrerinnen-Hauskatze Kila, die vielleicht in einer der Malereien verewigt wurde.

Die Ausstellung ist hier zu sehen: Heppenheimer Straße 7, 51107 Köln
Öffnungszeiten: sonntags 9.30 – 11.30 Uhr, mittwochs/freitags 14.00 – 16.00 Uhr

Weitere Informationen unter: www.heinz-diekmann.de oder www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de