Rassistische Gewalt  – nicht mit uns! Kölner Friedensverpflichtung auf der Domplatte verlesen!



Rassistische Gewalt  – nicht mit uns! Kölner Friedensverpflichtung auf der Domplatte verlesen!

Bevor es am Freitagabend mit der Kundgebung und dem Demozug von ‚Köln gegen rechts‘ gegen Naziterror und Rechtsruck vom Roncalliplatz losging, versammelten sich dort zur Einstimmung Vertreterinnen und Vertreter aus dem Rat der Religionen in der Stadt Köln.

Kölner Friedensverpflichtung 2006

Dort lasen sie öffentlich die Kölner Friedensverpflichtug von 2006. Im letzten Abschnitt heißt es: „Mit unserer ganzen Kraft wollen wir dazu beitragen, dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können. Gemeinschaften, Initiativen, ebenso wie einzelne Personen jeden Glaubens und jeder Weltanschauung, laden wir ein, sich dieser Verpflichtung anzuschließen und in ihrem Sinne zu wirken.“

Hierzu Dorothee Schaper, Rat der Religionen sowie Pfarrerin im Ev. Kirchenverband Köln und Region:
„Mich hat es berührt, dass es in der aktuellen Situation möglich ist, innerhalb einer Stunde die Worte der Friedensverpflichtung, die von Migrantenorganisationen wie z. B Agisra und DTVK, die von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die des Netzwerkes ‚Köln gegen rechts‘ und die von Festkomiteepräsident Kuckelkorn gegen Hass und Gewalt auf der Domplatte zu hören waren und sich Köln so gemeinsam in Verschiedenheit quergestellt hat.“

Ein Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls

Damit setzten sie ein Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls mit den Opfern des rassistisch motivierten Anschlages in Hanau und bekräftigten ihre Verpflichtung. Menschen aus verschiedenen Gemeinden, von Pax Christi und dem internationalen Versöhnungsbund versammelten sich und schlossen sich anschliessend der Kundgebung an.

Mit dem Satz aus dem Grundgesetz: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Die Würde eines jeden Kindes, einer jeden Frau und eines jeden Mannes schlugen sie bewusst die Brücke zu den konfessions- und religionslosen Bürgerinnen und Bürger. Die Vertreterinnen und Vertreter richteten solidarische Grüße von Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften aus, die so kurzfristig nicht kommen konnten und luden dazu ein, den Text der Kölner Friedensverpflichtung in der Kölner Region weiterzuverbreiten. Am Wochenende werde bei den Gebeten, Gottesdiensten, Meditationen und Versammlungen aller Religionsgemeinschaften verlesen:

„Als Religionsgemeinschaften verpflichten wir uns jeder Verhetzung und Erniedrigung von Menschen entgegenzutreten“

Die Koelner_Friedensverpflichtung 2006 kann hier in Gänze nachgelesen werden.

Text: Dorothee Schaper
Foto(s): Dorothee Schaper