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Niemand soll an Heiligabend einsam sein

Da wo sonst Besprechungen abgehalten werden, stapeln sich Kisten vollgepackt mit Lebensmitteln. Hier und da guckt ein Schoko-Nikolaus heraus. Der Carl-Jatho-Raum im Haus der Evangelischen Kirche in der Kölner Südstadt verwandelt sich bis Heiligabend in einen Lagerraum für Produkte aus dem Supermarkt: 984 Kuchen und Stollen, 927 Konserven, 1006 Shampoos, 543 Paar Socken, 3195 Päckchen Taschentücher, akribisch gezählt von Mitarbeitenden des Diakoniehauses Salierring.

250 Gäste feiern an Heilig Abend an festlich gedeckten Tischen
Das Diakoniehaus Salierring richtet auch die Weihnachtsfeier für wohnungslose Frauen und Männer an Heiligabend im Haus der Evangelischen Kirche aus. Wer daran teilnehmen will, musste sich bis Mitte Dezember eine Einladung in der Fachberatung des Diakoniehauses Salierring abholen. Die Platzzahl ist auf 250 Gäste beschränkt, damit im Foyer des Hauses ein traditionelles Weihnachtsfest gefeiert werden kann, an festlich gedeckten Tischen mit leckerem Essen. Bei einer kleinen Andacht steht die biblische Weihnachtsgeschichte im Mittelpunkt. „Oh du fröhliche“ klingt es aus mehr als 200 Kehlen, wie in jedem Jahr begleitet von der Big-Band „Blos mer jet“.

RotarierInnen bei der Tütenausgabe und -annahme
Prall gefüllte Weihnachtstüte zur Bescherung
Ein weiterer Höhepunkt der Feier ist die Bescherung. Jeder Gast bekommt eine prall gefüllte Weihnachtstüte mit Lebensmitteln, Socken und Seife geschenkt. Die Waren, die im Carl-Jatho-Raum zwischengelagert wurden, hat der Rotary Club „Köln Bonn Millennium“ am dritten Adventssamstag im Hit-Supermarkt in Köln-Braunsfeld gesammelt. Unter dem Motto „Ab in die Tüte“ haben die Rotarier die Kunden um Sachspenden für die Weihnachtsfeier gebeten, schon im elften Jahr in Folge. Insgesamt 139 Kisten sind in diesem Jahr zusammengekommen. „Das sind nochmal neun mehr als im Vorjahr“, freut sich der Leiter des Diakoniehauses Salierring Rolf Tolzmann zusammen mit den Rotariern, die sich jedes Jahr selbst übertreffen wollen.

Vitaminreiches schenken
Rotarierin Dr. Anne Bunte, Leiterin des Kölner Gesundheitsamtes, ist besonders beeindruckt von der Qualität der Waren. „Da sind ganz edle Sachen dabei und viele wollen auch Vitaminreiches schenken.“ 20 Kisten mit Obst und verderblicher Ware wie Käse und Wurst kühlt der Supermarkt bis einen Tag vor Heiligabend. Dann werden auch diese Dinge vom Diakoniehaus Salierring abgeholt. Der Hit-Markt spendet außerdem weitere frische Lebensmittel, Tabak und alles was sonst noch fehlt. „Ohne diese Hilfe und die große Unterstützung auch aus den Kirchengemeinden könnten wir diese Feier so nicht ausrichten“, betont Tolzmann.

Weihnachten für Senioren
Nebenan in der Kartäuserkirche lädt HerbstGold, das Angebot der Evangelischen Gemeinde Köln für Seniorinnen und Senioren, zu "Mahlzeit! Suppe mit Gespräch" ein. Das Treffen findet eigentlich einmal im Monat statt aber an Heiligabend ist es ein besonderer Termin, wenn HerbstGold um 20 Uhr im Kreuzgangsaal der Kartäuserkirche eine warme Mahlzeit serviert.

Niemand muss allein sein
Das wünschen sich Pfarrer Gebhard Müller und seine Frau Petra Sonannini-Müller aus der Evangelischen Kirchengemeinde Bedburg. Sie laden alle Gemeindeglieder, die am Heiligen Abend nicht allein sein möchten und sich rechtzeitig angemeldet haben, zu festlichen Stunden in die Gemeinderäume der Friedenskirche ein. Für Essen und Trinken ist gesorgt und der Abend wird mit der Chrismette um 23 Uhr ausklingen.

Feiern im Gemeindezentrum Quadrath-Ichendorf
Eine herzliche Einladung an Menschen, die am Heiligen Abend allein oder ohne Obdach sind, spricht auch die Evangelische Kirchengemeinde Quadrath-Ichendorf aus. Sie lädt für Mittwoch, 24. Dezember, 19 Uhr, in das Gemeindezentrum Lutherstraße 27 ein. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter der Rufnummer 02271/915 24 oder 02271/949 72.

Heiligabend in den Gemeinden
Natürlich wird auch in allen anderen Kirchengemeinden in Köln und Region Weihnachten gefeiert. Alle Gottesdienste finden Sie auf der Hompepage des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region.

Text: Martina Schönhals
Foto(s): Marc Pfeil