„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ –  Prädikant Walter Hoischen ordiniert
Von links nach rechts: Pfarrer Wolfgang Behmenburg, Walter Hoischen, Superintendenten Markus Zimmermann und Dr. Jan Leidel

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ – Prädikant Walter Hoischen ordiniert

Über „Einsicht und Wollen, Scheitern und Nichtkönnen“ hat Walter Hoischen in seiner Predigt als neuer Prädikant der Evangelischen Kirchengemeinde Weiden gesprochen. Hoischens Weg zum ehrenamtlichen Prediger war lang und bunt und spiegelte sich wieder in der großen Anzahl an Freunden und Unterstützern, die zu seiner Ordination durch Superintendent Markus Zimmermann gekommen waren. Pfarrer Wolfgang Behmenburg hatte Walter Hoischen als Mentor auf seinem zwei Jahre langen Weg zum Prädikanten begleitet. Mit seiner Ordination durch Superintendent Markus Zimmermann endete die Ausbildung, jetzt darf Hoischen ohne Begleitung Gottesdienste feiern, Trauungen durchführen und Menschen beerdigen. Auch sein „Lieblingslektor“ und Vorsitzender des Presbyteriums, Dr. Jan Leidel, war gekommen und freute sich mit ihm über den gelungenen Einführungsgottesdienst.

Zweifel und Vertrauen: Die zwei Seiten der Medaille „Glauben“
Als „nun erfüllt und gelassen“ beschreibt Walter Hoischen sich mit 68 Jahren, am Ende seiner zweijährigen, intensiven und für ihn als Laien durchaus fordernden Ausbildung zum Laienprediger. Rückblickend würden die ihn prägenden Erlebnisse auf dem Weg zu Gott im Grunde für mehrere Leben reichen. Lange Jahre des Ausprobierens, Kämpfens und Suchens beschreibt er offen in seiner Predigt, ebenso wie Krisen und die harte Arbeit an sich selbst, bis er nun in der Gemeinde ankommen konnte. Künftig wird er im Sinne des befähigten ehrenamtlichen Einsatzes dort den Dienst an Wort und Sakrament ausführen.

In Köln ist Hoischen Vielen ein Begriff. Als Zeitungsverkäufer in der Kölner Abend-Gastronomie und ehemaliger parteiloser Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters kennt man sein Gesicht. Seit Jahren verschönert er die Kölner Straßen durch sein Projekt der Sonnenblumenbeete. Als vor langer Zeit aus der Kirche ausgetretener Katholik suchte er in den unterschiedlichsten Bereichen nach Möglichkeiten, das gesellschaftliche Leben reicher und Menschen glücklicher zu machen – oft mit Erfolg, aber selbst immer wieder mit Lebenskrisen kämpfend.

Wir teilen als Christen eine Verbundenheit auf tieferer Ebene”
Über die große Veränderung, die durch – „zufällig“ besuchte – Gottesdienste in verschiedenen evangelischen Gemeinden entstand, spricht er offen und ergriffen. „Gott ist in meinem Leben, das war mir schlagartig klar“, erinnert er sich. Durch ihn erhält Walter Hoischen Antworten und Hilfe, wenn er nicht weiterkommt.

Der Glaube und die neue Tätigkeit als Prädikant in der Gemeinde seines früheren Wohn-„Veedels“ machen für Walter Hoischen einen Wunsch wahr: Gute Energie erfolgreich in für ihn zentralen Themen wie Ethik und Moral investieren zu können. Hier sammelt Hoischen auch Unterstützung für Schulen in Indien, wo er viel Zeit auf seiner Suche verbracht hat. Seinem Mentor Pfarrer Wolfgang Behmenburg ist er ebenso dankbar, wie seinen Lektoren und Unterstützern. Wie es nun weitergeht, darauf ist Hoischen gespannt: „Ich hoffe, Gott hat noch etwas vor mit mir. Da freue ich mich drauf!“

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller