Von links nach rechts: Uwe Ufer, Markus Zimmermann, Guido Stephan, Wilfried Seeger, Prof. Ulrich Coersmeier (design team c gmbH, Entwurfsverfasser des Neubauprojekts).



Neues Leben im Lebensbaumweg

Grundsteinlegung in Heimersdorf ein

„Das ist der Lebensbaumweg – und nun wird er wieder ‚belebt‘!“, begrüßte der Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord, Markus Zimmermann, in seiner Rede die rund 80 Gäste, die zur Grundsteinlegung des Neubauprojektes der Antoniter Siedlungsgesellschaft im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (ASG) in Köln-Heimersdorf gekommen waren. Eingeladen hatte die ASG, die auf dem Grundstück des ehemaligen Gemeindezentrums Magnet der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Neue Stadt bis Anfang 2020 die Fertigstellung eines Mehrfamilienhauses mit sieben Wohneinheiten und bis Ende 2019 sieben Einfamilienreihenhäuser plant.

Kirchengemeinde setzte wichtiges Zeichen

„Die Gemeinde Köln-Neue Stadt ist für uns im Kirchenkreis Vorbild mit ihrem Mut und ihrem Umsteuern!“, lobte Zimmermann. Denn im Lebensbaumweg werde weiter Kirche und Gemeinde sein, „anders, als das in den letzten Jahrzehnten im Magnet war“, weiß er. Aber: „Hier werden Menschen aus ganz unterschiedlichen und vielfältigen Zusammenhängen leben. Als Kirche schaffen wir Gemeinschaft, deswegen ist uns auch die Quartiersarbeit ganz wichtig. Die Kirchengemeinde setzt hier ein wichtiges Zeichen, denn Kirche wird weiterleben und Gott wird auch hier in Heimersdorf weiter präsent sein“, so der Superintendent.

ASG hat gemeinsam mit der Kirchengemeinde gute Lösungen gefunden

Dass das Gemeindeleben, dessen Schwerpunkt zurzeit ins nahegelegene Chorweiler auf den Pariser Platz verlagert wurde, in Heimersdorf wieder aufgenommen und fortgeführt werden kann, hat die ASG von Anfang an in ihre Planung aufgenommen. Im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses wird die Kirchengemeinde Räume anmieten. Auch der auf dem Grundstück bereits bestehende Kindergarten wird von der Gemeinde ohne Unterbrechung durch die Bauarbeiten weiter betrieben. „Wir haben hier ein Baukonzept, auf das wir sehr stolz sind! Denn wir bieten insbesondere Familien zu einem Quadratmeterpreis zwischen 6,25 und 7,15 Euro günstigen Wohnraum in 2- bis 6-Zimmerwohnungen und Einfamilienhäusern an einem guten Kölner Standort mit einer guten Infrastruktur“, betonte der Geschäftsführer der ASG Guido Stephan in seiner Ansprache und erläuterte, dass fünf Wohnungen sowie fünf Einfamilienhäuser öffentlich gefördert seien.

„Mein Dank gilt insbesondere der Kirchengemeinde, mit der wir von Anfang an gut zusammengearbeitet und sachgerechte Lösungen für alle Probleme gefunden haben“, sagte er und fügte hinzu: „Wie Sie wissen, wird wegen des angespannten Wohnungsmarktes zurzeit über Enteignungen nachgedacht. Von dieser Diskussion ist auch unser Schwesterunternehmen, die evangelische Hilfswerksiedlung in Berlin, betroffen. Enteignung löst aber keine Probleme. Bauen ist die Lösung! Und wir haben hier sogar gemeinsam eine Lösung gefunden, wie wir der Kirchengemeinde ihren Grund und Boden erhalten, weil wir unseren Neubau auf einem Erbbaugrundstück errichten.“

Bereit zum Aufbruch

„An diesem Ort werden heute Erinnerungen lebendig“, begann der Pfarrer der Kirchengemeinde Wilfried Seeger seine Rede. „Was wir mit diesem Ort verbinden, das geht ans Herz. Nahezu fünfzig Jahre hat hier das Gemeindeleben pulsiert, wurde gesungen und gebetet und Gott in unserer Mitte gefeiert, sein Wort gehört und gelebt.“ Seeger bezog sich auf das gerne in der Gemeinde gesungene Lied: „Ein Schiff das sich Gemeinde nennt“. In diesem Schiff müsse aber eine Mannschaft sein, die bereit ist zum Aufbruch, betonte er und stellte fest: „So ist diese Gemeinde auf Kurs gegangen und ist es noch.“

Bei diesem Bau gehe es nicht darum, einfach einen schönen neuen Gemeinderaum zu haben, der darauf wartet, dass er sich füllt, sagte der Pfarrer. „Damit ist es nicht getan. So wird nicht gebaut. Jedenfalls nicht auf diesem Grund, und auf dieser Baustelle.“ Denn Bauen sei nichts Abgeschlossenes, nichts Statisches, sondern etwas Dynamisches. „Die Steine alleine, die machen es nicht“, sprach er die zahlreich anwesenden Gemeindeglieder direkt an. „Ihr seid die lebendigen Steine, mit denen das Haus gebaut wird.“

Diakonie Michaelshoven nimmt gemeinsam mit der ASG Verantwortung für die Stadt Köln wahr

„Wir führen hier eine langjährige Tradition fort, indem wir bei Neubauprojekten Wohngruppen für Menschen aus schwierigen Verhältnissen realisieren, die von der Diakonie Michaelshoven betreut werden.“, begründete Guido Stephan die Idee, auch in Heimersdorf ein Doppelhaus für eine betreute Wohngemeinschaft einzuplanen.

Der kaufmännische Vorstand der Diakonie Michaelshoven, Uwe Ufer, dankte Stephan: „Dieses Beispiel der Zusammenarbeit mit den Antonitern zeigt, wie fruchtbar eine Arbeit sein kann, wenn Menschen verschiedener Firmen sich einfach zu einem gemeinsamen Projekt zusammen finden. Dafür möchte ich Ihnen meinen Respekt zum Ausdruck bringen.“ Mit der ASG habe man schon viele gute Projekte umgesetzt und damit eine soziale Verantwortung für die gesamte Stadt Köln wahrgenommen. „Immer wenn wir uns aktiv zeigen, geht es um Menschen, denen es gar nicht so gut geht. An die zu denken und ihnen Wohnraum zu geben, ist eine vorzügliche Aufgabe“, sagte er.

Ufer zeigte sich erfreut darüber, dass bald eine Jugendgruppe mit sieben jungen Menschen, die derzeit auf dem Campus in Rodenkirchen lebt, hier untergebracht werden kann. Mit diesem Projekt sei man endgültig im Kölner Norden angekommen. Bisher gebe es lediglich zwei Jugendprojekte der Diakonie Michaelshoven in Chorweiler und Lövenich.

Ufer dankte auch der Kirchengemeinde: „Sie hatten den notwendigen Mut, zur richtigen Zeit, die richtigen Dinge nach vorne zu bringen, das ist immer der Grund für etwas Großartiges, und das werden die Menschen die hier später einziehen, entsprechend würdigen.“ Auch in der christlichen Historie kenne man den Grundstein, wusste er. In der Bibel werde dieser als Eckstein bezeichnet, der die Hoffnung zum Ausdruck bringe, dass das neue Gebäude auf gutem Grund und Boden fuße und immer den Menschen dienen solle.

Die gute Zusammenarbeit der ASG mit allen am Bauprojekt beteiligten brachte Markus Zimmermann treffend mit einer Bibelstelle des Propheten Jesaja auf den Punkt: „Des Herrn Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.“ – „Hier war nicht nur der Rat des Herrn wunderbar“, sagte der Superintendent, „sondern der von allen beteiligten Verantwortlichen – ASG, Gemeinde, Diakonie Michaelshoven, Architekten und alle, die hier am Bau mitarbeiten“.

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Susanne Hermanns