Superintendentin Andrea Vogel zusammen mit Pfarrerin Wilma Falk van Rees (li.) und Pfarrer Otmar Baumberger (re.)



Nachrichten von der Frühjahrssynode des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch: Konzeption für Kinder- und Jugendarbeit diskutiert

Eine Konzeption für den „Bereich Kinder- und Jugendarbeit im Referat für Jugend, Frauen und Männer des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch“ stand im Mittelpunkt der Frühjahrssynode im Berufskolleg Bergisch Gladbach. Die Synode begann mit einer Andacht in der Aula des Kollegs, die Pfarrerin Kerstin Herrenbrück gemeinsam mit Mitgliedern des Kreissynodalen Jugendausschuss gestaltete. Unter der Überschrift „Lasst uns über Gott sprechen“ wurde in einem Dialog zwischen Ute Verch aus dem Jugendreferat und Pfarrerin Kerstin Herrenbrück thematisiert, wie Gott in kirchlichen Angeboten neben Gottesdiensten und Andachten zur Sprache gebracht werden könnte, ohne dabei an Attraktivität zu verlieren.

Die Frage, ob Texte wie „Psalm 23“, das „Vater unser“ oder das „Glaubensbekenntnis“ als Sprache einer alten Tradition nicht auch heute noch gemeinschaftsstiftend sind oder eher gedankenlos heruntergeleiert werden, wurde dabei offen ausgesprochen. Dass Jugendliche sehr wohl in der Lage sind, über Gott zu sprechen, zeigten zwei Glaubensbekenntnisse von einer Konfirmandin und einem Konfirmanden, die viele Synodale beeindruckten. Abschließend wurde die Synodengemeinde dazu aufgerufen, im Nachdenken darüber zu bleiben, ob und wie in den kirchlichen Angeboten miteinander über Gott gesprochen wird: verständlich, mit Lebens- und Alltagsbezug, ohne dass es als unpassend oder gar peinlich empfunden werde.

Mehr Bewegung beim gemeinsamen Abendmahl gewünscht
Die Leitung der Synode hatte Superintendentin Andrea Vogel, die 110 Synodale begrüßte. Oberkirchenrat Bernd Baucks ging in seinem Grußwort auf das Thema Jugend ein. „Junge Menschen stehen heute vor einer ungewissen Zukunft, weil viele bislang allgemein gültigen Grundüberzeugungen in Frage gestellt werden. Beispielsweise gibt es in Deutschland wieder öffentlichen Antisemitismus. Der Holocaust wird bagatellisiert. Das ist beschämend.“ In Richtung Rainer Maria Kardinal Woelki sagte der Oberkirchenrat: „Wir hätten uns mehr Bewegung beim Thema gemeinsames Abendmahl gewünscht. Trotzdem wollen wir Protestanten gegenüber den Katholischen das Gemeinsame und nicht das Trennende in den Vordergrund stellen. Was uns trennt, ist so wenig, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen sollten.“

Fragebögen zur Jugendarbeit
Dr. Gabriele Förderer, Vorsitzende des Synodalen Jugendausschusses, stellte die Konzeption für die Kinder- und Jugendarbeit vor. „Der Prozess, ein tragfähiges Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln, hat ein Jahr gedauert. Wir haben einen Fragebogen an alle Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Hauptamtlichen in der Jugendarbeit geschickt, um herauszufinden, welche Angebote des Jugendreferates angenommen werden und welche nicht. 80 Prozent der Fragebögen sind zurückgekommen.“

An Stellwänden konnten die Synodalen mit roten Punkten Prioritäten für die Jugendarbeit setzen.

Die Konzeption verstehe sich als Grundidee, die Leitgedanken formuliere, so Förderer. Sie solle keine Dienstanweisung sein, sondern nicht zuletzt das evangelische Profil der Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden schärfen. „Wir sind ja kein Tennisclub oder Karnevalsverein.“ Deutlich werden sollen christliche Werte in der Jugendarbeit. In Kleingruppen diskutierten die Synodalen die Konzeption, die nun in den Gemeinden vorgestellt wird.

 

 

Ausgeglichener Haushalt dank Rücklagen
Die Kreissynode stellt den Jahresabschluss zum 31. Dezember mit einer Bilanzsumme in Höhe von 5,74 Millionen Euro und einem Bilanzergebnis von null Euro fest. Um die Unterdeckung von 79.200 Euro aus der Ergebnisrechnung auszugleichen, wurden Rücklagen des Kirchenkreises in Anspruch genommen, die zuvor für Veranstaltungen im Reformationsjubiläumsjahr und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verwaltungsstrukturreform (Umzug ins neue Gebäude) eingestellt wurden, erklärte Finanzkirchmeisterin Anne Akkerman, die den Synodalen die Zahlen erläuterte. 112.000 Euro konnten aus 2017 den allgemeinen Rücklagen zugeführt werden.

Krankenhausseelsorge für Holweide gefordert
In einem Antrag an die Verbandsvertretung fordert die Kreissynode, die evangelische Krankenhausseelsorge in angemessenem Umfang am Krankenhaus Holweide sicherzustellen. Die Entscheidung, die Pfarrstelle an dem Krankenhaus nach der Pensionierung von Pfarrerin Elisabeth Lehmann nicht wieder zu besetzen, müsse neu bedacht werden.

Lob für „rheinische Fröhlichkeit“, Ordinationsjubiläen und weitere Personalia
In den Ruhestand geht im Oktober Dr. Sung-Hee Lee-Linke. Sie lobte in ihrem Grußwort während ihrer „letzten“ Synode die Fröhlichkeit, die unter den rechtsrheinischen Synodalen immer geherrscht habe.

Robert Dwornicki, Klaus Völk zusammen mit Andrea Vogel und Ulrich Kockä-Blunk

Otmar Baumberger, Pfarrer an der Dellbrücker Christuskirche, geht am 1. Oktober in den Ruhestand. Er hatte die Pfarrstelle 37 Jahre inne. Wilma Falk van Rees, Pfarrerin in Brück, sucht eine neue Herausforderung und wird Pfarrerin an einem Berufskolleg im Kirchenkreis An Sieg und Rhein. Die Pfarrer Klaus Völkl, Robert Dwornicki und Ulrich Kock-Blunk wurden vor 25 Jahren ordiniert. Feierlich überreichte ihnen  Superintendentin Andrea Vogel Urkunden.

 

Stichwort: Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch
Dieser Kirchenkreis bildet mit 18 Kirchengemeinden im rechtsrheinischen Köln, in Altenberg, Bergisch Gladbach, Kürten, Lindlar und Rösrath den größten Zusammenschluss innerhalb des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. In seinen Gemeinden leben mehr als 94.000 Mitglieder, deren Interessen im „Parlament“ des Kirchenkreises, der Kreissynode, von 126 Synodalen vertreten werden.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann