Mit Rückendeckung der Gemeinde in die neue Aufgabe – Hartmut Rösler wurde zum Prädikanten ordiniert
Superintendentin Andrea Vogel überreichte Hartmut Rösler im Beisein von Pfarrer Johannes Vorländer und Anja Glinka ein Geschenk

Mit Rückendeckung der Gemeinde in die neue Aufgabe – Hartmut Rösler wurde zum Prädikanten ordiniert

Es war keine gewöhnliche Zusammenkunft, die die Gemeindemitglieder in die Kreuzkirche in Köln-Buchheim an der Wuppertaler Straße rief. „Ich möchte Sie herzlich zu diesem besonderen Gottesdienst begrüßen, denn heute wird unser Presbyteriumsmitglied Hartmut Rösler als Prädikant ordiniert“, wandte sich Anja Glinka, Vorsitzende des Presbyteriums, zu Beginn an die Anwesenden, unter denen sich auch Freunde, Bekannte und Verwandte des, zu diesem Zeitpunkt, Noch-Prädikantanwärters befanden.

In Begleitung von Pfarrer Johannes Vorländer, zugleich Mentor des ehemaligen Berufskolleglehrers, wurde die anschließende Ordination von Pfarrerin Andrea Vogel, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, vorgenommen. „Hartmut Rösler ist bereit, sich auf die in unserer Kirche geltenden Bekenntnisgrundlagen zu verpflichten. Dadurch ist er auch bereit, das Evangelium zu verkünden, wie es grundlegend bezeugt ist in der heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments“, schickte die Superintendentin in ihrer Ansprache voraus.

Laienstudium als Antrieb

Seine Motivation zur neuen Aufgabe erkennt Hartmut Rösler, der seit 2008 Presbyter der Gemeinde und zudem als Diakonie-Kirchmeister tätig ist, in einer längeren Zeit zurückliegenden Erlebnis. „Einen Schub bekam ich vor einigen Jahren, als ich an einem sechssemestrigen theologischen Laienstudium in Düsseldorf teilgenommen habe. Die wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit biblischen und religionsgeschichtlichen Fragen hat meine Lust an der Theologie befeuert.“ Gottesdienste zu gestalten und Predigten vorzubereiten, stellen für den 68-Jährigen reizvolle Aufgaben dar, die er bisweilen mit seiner früheren Unterrichtsvorbereitung für die Fächer Deutsch/Kommunikation, evangelische Religionslehre und Gestaltung vergleicht.

„Ich möchte existenzielle Fragen so stellen, dass sich die Gottesdienstbesucher darin wiederfinden. Gleichzeitig möchte ich sie aber auch auf eine gedankliche Reise mitnehmen, eigene Antworten zu finden, die in ihrem Leben einen Platz haben.“ Hierin erkennt Rösler auch seine individuelle Motivation für seine neue Tätigkeit. „Ich möchte biblische Texte so erschließen, dass sie uns allen Anregungen sind, den eigenen Glauben weiterzuentwickeln, sich dabei auch von kindlichen Vorstellungen zu verabschieden und stattdessen weiterzudenken. Wenn der Glaube eine Lebensgrundlage sein will, muss er meines Erachtens ebenso reifen wie alle anderen Weltbilder, die ich in mir trage.“

Antragstellung vor vier Jahren

Bereits im Dezember 2017 stellte das Presbyterium den Antrag, dass Hartmut Rösler, dessen Frau Christine Winterhoff im Frühjahr ordiniert wurde, zum Prädikanten ausgebildet werden soll, der befugt ist, ehrenamtlich die Arbeit von Pfarrern und Pfarrerinnen zu unterstützen. Mit der Ordination erhalten Prädikanten schließlich das Recht, kirchliche Amtshandlungen auszuführen und Gottesdienste zu halten. „Es ist ein Schatz, Worte zu predigen und weiterzugeben. Dieser Schatz ist auch eine lebenslange Aufgabe, und manchmal braucht man viele Jahre, um darin anzukommen und sie gut weitergeben zu können, sodass man selbst den Eindruck hat: Das ist es!“, fuhr Andrea Vogel fort.

„Mit Gottes Hilfe“

Kurz darauf war der große Moment gekommen, als sie die Frage an Hartmut Rösler richtete, ob er bereit sei, das Amt zu übernehmen und er dies mit einem deutlichen „Ja, mit Gottes Hilfe“ bekräftigte. Nachdem auch die versammelte Gemeinde ihren Willen bekundet hatte, ihn als ihren Prädikanten anzunehmen und mit ihm gemeinsam den Aufbau der Gemeinde beginnen zu möchten, stellte die Superintendentin zufrieden fest: „Das klang gut. Das ist eine gute Rückendeckung und Stärkung für Hartmut Rösler.“ Nach der Segnung durch die Pfarrer wie auch der Presbyteriumsvorsitzenden durch Handauf- respektive -anlegung nahmen Angehörige und Freunde, darunter Röslers Ehefrau nebst jüngerer Schwester, gerne die Einladung wahr, selbst formulierte Voten an ihren neuen Prädikanten zu richten, der kurz darauf sichtlich erfreut war, erstmals in neuer Funktion seine Worte zur Gemeinde richten zu dürfen.

Theologische und naturwissenschaftliche Weltbilder zusammenbringen

Hartmut Rösler glaubt nicht, dass es ihm zukünftig schwerfallen werde, Themen für seine Ansprachen zu finden. „Zurzeit bewegt mich besonders die ökologische Krise. Es gibt so viele Bereiche, in denen ich meinen eigenen Lebensstil überdenken muss, sei es Ernährung, seien es Konsumwünsche oder noch so ferne Ziele. Der Wunsch, in der eigenen Lebensplanung Weichen in eine andere Richtung zu stellen, verbindet generationsübergreifend viele Menschen. Jesus gibt uns mit seiner Offenheit, neue Wege zu gehen, dabei oft Rückenwind. Es ist mein eigener Anspruch, theologische und naturwissenschaftliche Weltbilder übereinander zu legen, und dies wird mich wohl noch zu vielen Predigten anregen.“

Text: Holger Hoeck
Foto(s): Holger Hoeck