Was lange währt, wird hoffentlich endlich gut“, eröffnete Baukirchmeisterin Ines Lenze (Mitte) das Richtfest am Lutherturm. Außerdem von links nach rechts im Bild: Architekt Walter Maier und seine Mitarbeiter Wolf R. Schlünz, Wilhelm Tiderko und Vitaliy Manzheley, Presbyter Helge Burger, Pfarrer Johannes Vorländer, Pascal Como (Maier Architekten) und Pfarrer Sebastian Baer-Henney



Lutherturm in Mülheim: Ein großes und zukunftsweisenden Projekt

„Wir glauben, dass Gott in Mülheim baut!“, ergänzte Pfarrer Sebastian Baer-Henney die Ansprachen mit historischen, planerischen und architektonischen Details auf dem Richtfest zum Neubau des Lutherturmes. Die Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein und das Architektenbüro Maier hatten zur Feier eines Meilensteins eingeladen. Der Ausbau des Lutherturms geht in die nächste Bauphase und die Fertigstellung von 17 neuen Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten bis zum kommenden Frühjahr wird greifbar.

„In jeder Hinsicht ein Kronjuwel“

„Das hier ist nicht nur eine Baustelle“, fuhr Baer-Henney fort. „Wir haben hier in Mülheim auch eine Aufgabe. Viele Familien ziehen aufgrund des fehlenden Wohnraums bereits weg. „Die Verantwortung den Menschen des Veedels gegenüber steht auch für die Baukirchmeisterinnen Ines Lenze und Helge Burger vom Neubau-Planungsausschuss im Vordergrund, die Verantwortlichen von Seiten der Gemeinde. „Das ist hier für uns als Kirchengemeinde ein großes und zukunftsweisendes Projekt“, erklärte Presbyter Burger. Lenzes Wunsch, an diesem Tag nicht über Hindernisse und Schwierigkeiten zu sprechen, befand er für problemlos umsetzbar: „In den typisch schwierigen Bereichen Zeitplanung und Finanzen sind wir in einem sehr rosafarbenen Bereich“, freute er sich. „Das hier ist ein großes und wirklich gut überlegtes Projekt, das man in jeder Hinsicht als Kronjuwel bezeichnen kann.“

Gesamtkonzept: ein Fundament für die Entwicklung der Gemeinde

Bis zur Grundsteinlegung genoss das Bauprojekt mehr als zehn Jahre Planungsvorlauf. Letztlich entschied sich die Gemeinde für ein breites Konzept, das auch ein Fundament für ihre langfristige Entwicklung schafft, indem es Einnahmen sichert. „Hier entsteht kein hochpreisiger, aber auch nicht nur günstiger Wohnraum“, fasste Helge Burger zusammen. Geplant sind Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und ein knappes Drittel Gewerberäume. Auch „Maier Architekten“ plant, sich mit seinen Räumen dort niederzulassen.

Insgesamt entsteht der Neubau auf dem Grundriss des ursprünglichen Kirchenschiffs, das im wilhelminischen Stil gebaut war – was laut Helge Burger „… besser erkennbar sein wird, wenn das Baugerüst entfernt ist.“ Erstbezug ist für Anfang 2020 geplant und nach derzeitigem Stand der Dinge kann der angepeilte Termin gehalten werden.

„Hier entsteht ein schönes Stück Mühlheim“

Die evangelische Lutherkirche war 1895 im Zentrum der damaligen Stadt Mülheim in der Regentenstraße in unmittelbarer Nähe des Rathauses als Hauptkirche der Gemeinde errichtet worden. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kirchenschiff zerstört und nur der Turm blieb bestehen. Als Ersatz wurde in der Adamstraße die „Luthernotkirche“ aus Trümmermaterialien errichtet und der Turm in den folgenden Jahren als Denkmal Instand gesetzt. Nach ein paar baulichen Ergänzungen wurde er seitdem für die kirchliche Jugendarbeit genutzt.

Weil Brandschutzgründe gegen einen weiteren Ausbau der Obergeschosse sprachen, entschloss sich die Gemeinde zu einem Neubau. „Dabei hatten wir von Anfang an die Denkmalpflege an Bord“, fasste Helge Burger rückblickend zusammen. „Egal, ob es um den Bau nach oben, die geplante Tiefgarage oder mögliche noch vorhandene Blindgänger ging.“ Neben allen typischen Unwägbarkeiten, die ein Großprojekt mit sich bringt, beurteilte auch Bauleiter Michael Kierdorf das Ergebnis der ersten Bau-Hälfte sehr zufrieden: „Mir gefällt es. Wir freuen uns sehr, ein schönes Stück Mülheim entstehen zu lassen! Gott möge dieses Bauwerk bewahren.“

 

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller