Kontinuität und Umbruch: Wahlsynode Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch

Kontinuität und Umbruch: Wahlsynode Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch

103 Synodale begrüßte Superintendentin Andrea Vogel bei der Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch im Rösrather Schulzentrum Freiherr vom Stein. Das 450-jährige Bestehen der Evangelischen Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath war Anlass, die Synode im Rheinisch-Bergischen Kreis abzuhalten. Für Vogel der „inoffizielle Auftakt“ der Jubiläumswoche der Gemeinde, da diese mit einem Festgottesdienst am Sonntag beginnt Auftakt der Frühjahrssynode war ein Abendmahlsgottesdienst in der Evangelischen Kirche Volberg, der von den drei Pfarrerinnen und Pfarrern der Jubiläumsgemeinde, Erika Juckel, Armin Kopper und Thomas Rusch, gemeinsam vorbereitet und geleitet wurde. Vor dem Hintergrund des Mottos im Jubiläumsjahr, „Die Gottesgnad alleine“, predigten sie gemeinsam über die vier „Soli“ – die theologischen Grundsätze der Reformation: „sola gratia“ („allein aus Gnade“), „sola fide“ („allein durch Glauben“), „solus Christus“ („allein Christus“) und „sola scriptura“ („allein durch die Schrift“). Natürlich wurde auch Johann Gramanns Kirchenlied „Nun lob, mein Seel, den Herren“, aus dem das Motto stammt und das 1749 zum Kirchweihlied der Volberger Kirche bestimmt wurde, fleißig gesungen.

Kontinuität und Umbruch: Neuwahlen zum Kreissynodalvorstand
Im Mittelpunkt der Frühjahrssynode standen zahlreiche Neuwahlen. Auch für den Kreissynodalvorstand wurde turnusmäßig über die Besetzung einiger Ämter entschieden. Wieder gewählt wurden dabei der Synodalassessor Pfarrer Otmar Baumberger aus Dellbrück/Holweide, die beiden Stellvertreter des Skriba, der Verbandspfarrer Martin Häusling-Garbisch und Pfarrerin Wilma Falk-van Rees aus Brück-Merheim sowie der 5. Synodalälteste, Bernd Flamming aus Höhenhaus. Die bislang unbekleidete Stelle des 1. Synodalältesten bekleidet fortan Ursula Hölzer aus Rath-Ostheim, zu ihrer Stellvertreterin wurde Silke Hörstgen gewählt. Alexander Hansow aus Brück-Merheim rückte vom Stellvertreter zum neuen 3. Synodalältesten auf, neuer Stellvertreter ist jetzt Hartmut Melenk. Zur 4. Synodalältesten wählten die Anwesenden Annegret Akkerman aus Altenberg/Schildgen, Henning Schützendorf aus Porz wurde ihr Stellvertreter. Als Stellvertreter des 5. und 6. Synodalältesten wurden Sven Engelmann und Uta von Lonski neu gewählt. Nicht mehr vertreten im Kreissynodalvorstand und damit zum letzten Mal bei einer Kreissynode dabei waren Dietrich Neuhaus, der 40 Jahre lang dem Gremium angehörte, die bisherige Finanzkirchmeisterin des Kirchenkreises, Barbara Ruhland, sowie Karl-Heinz Knippenberg und Paul Jakob. Superintendentin Vogel dankte ihnen zum Schluss der Synode herzlich für ihr großes, teilweise jahrzehntelanges Engagement im Kreissynodalvorstand. Offiziell verabschiedet werden sie bei einem Gottesdienst am 2. September in Bensberg.

Weniger Gewicht bei der Landessynode
Ende 2011 betrug die Zahl der Gemeindeglieder im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch 99.713 und lag damit erstmals unter der Marke von 100.000. Satzungsgemäß darf der Kirchenkreis daher nur noch eine Pfarrerin oder einen Pfarrer zur Landessynode entsenden statt bislang zwei. Diese Aufgabe wurde Jörg Schmidt aus Bensberg übertragen, der sich bei der Wahl gegen Ingrid Kibilka (Porz) und den Verbandspfarrer Johannes Voigtländer durchsetzte. Zu Schmidts Stellvertretern wurden die Pfarrerinnen Claudia Posche (Altenberg/Schildgen) und Wilma Falk-van Rees (Brück-Merheim) gewählt. Die drei übrigen Abgeordneten des Kirchenkreises, die aus den Presbyterien der Gemeinden oder aus der Kreissynode kommen, sind Henning Schützendorf (Porz), Annegret Akkerman (Altenberg/Schildgen) und Werner Koch (Lindlar), zu ihren Stellvertreterinnen und Stellvertretern wurden Bernd Flamming (Höhenhaus), Ursula Hölzer (Rath-Ostheim), Susanne Rabe-Rahmann (Dellbrück/Holweide), Sigrid Halbe (Bergisch Gladbach), Alexander Hansow (Brück-Merheim) und Ricarda Appel (Bergisch Gladbach) gewählt.

Themenvielfalt bei der Synodalbeauftragung
Das große Engagement und die verantwortungsvolle Arbeit des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch werden auch deutlich bei der Themenvielfalt, für die Synodalbeauftragte bestimmt wurden. So kümmert sich Pfarrer Thomas Werner (Bergisch Gladbach) um die Ausländerarbeit, während Waldemar Weiz (Delling) die Aussiedlerarbeit betreut. Christian Parow-Souchon, Archivar des Kirchenverbandes, übernimmt auch das Archivwesen des Kirchenkreises. Pfarrerin Erika Juckel (Volberg-Forsbach-Rösrath) und Friedel Biebeler (Altenberg/Schildgen) sind in der Behindertenarbeit aktiv, Verbandspfarrer Michael Kühne kümmert sich um die Arbeit mit psychisch Kranken.
Synodalbeauftragter für das christlich-islamische Gespräch ist Pfarrer Armin Kopper (Volberg-Forsbach-Rösrath), für das christlich-jüdische Gespräch Schulreferent Rainer Lemaire. Pfarrer Andreas Daniels (Porz) ist zuständig für den Deutschen Evangelischen Kirchentag, seine Kollegin Ingrid Kibilka (Porz) für die Fortbildung der Presbyterinnen und Presbyter. Die Frauenarbeit koordiniert Karin-D. Witthöft (Bensberg), die Gehörlosenseelsorge betreut das Pfarrerehepaar Schwirschke. Pfarrer Berthold Kober (Brück-Merheim) ist Synodalbeauftragter für das Gustav-Adolf-Werk, die Pfarrer Joachim Dehmel (Bergisch Gladbach) und Thorsten Krall (Dünnwald) sind die Synodalbeauftragten für die Kindertagesstättenarbeit. Um den Kindergottesdienst kümmert sich Pfarrer Klaus Schneider (Bergisch Gladbach) während Pfarrerin Claudia Posche (Altenberg/Schildgen) und Susanne Rohland-Stahlke (Bergisch Gladbach) für die Kirchenmusik im Gottesdienst zuständig sind. Fragen zum kirchlichen Unterricht bearbeiten Pfarrer Jörg Schmidt (Bensberg) und Ute Verch vom Jugendreferat, Andreas Gorn (Volberg-Forsbach-Rösrath) engagiert sich in der Männerarbeit. Die Pfarrer Berthold Köber (Brück-Merheim) und Ingo Siewert (Bergisch Gladbach) sind die Synodalbeauftragten für die Ökumene vor Ort in Köln und im Rheinisch-Bergischen Kreis, während sich Dietrich Neuhaus (Dellbrück/Holweide) um die Prädikantinnen und Prädikanten kümmert. Aus- und Fortbildung sowie Supervision der Seelsorgerinnen und Seelsorger betreut Verbandspfarrer Wolfgang Jacobs, während Pfarrerin Wilma Falk-van Rees (Brück-Merheim) für Sektenfragen zuständig ist. Umweltfragen bearbeitet Hans-Theo Sparbier-Conradus (Dünnwald), Pfarrer Hermann Kotthaus (Altenberg/Schildgen) ist zuständig für die Volksmission, und Regina Petri (Altenberg/Schildgen) ist Büchereifachberaterin des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch. Die Wahl der Synodalbeauftragten wurde im Block durchgeführt und fiel einstimmig aus.

Kompetente Ausschussvorsitzende und Rechnungsprüfer
Weitere Ämter, die bei der Frühjahrssynode zur Wahl standen, waren der Vorsitz von insgesamt sieben Ausschüssen und die Vertreter des Kirchenkreises im Rechnungsprüfungsvorstand der Rechnungsprüfungsstelle Köln-Bonn-Hessen. Neuer und alter Vorsitzender des Nominierungsausschusses ist Pfarrer Friedemann Knizia (Lindlar), Vorsitzende des Finanzausschusses und damit neue Finanzkirchmeisterin des Kirchenkreises ist Annegret Akkerman. Den Synodaljugendausschuss leitet Alexander Hansow, und zum neuen Vorsitzenden des Fachausschusses für Mission und Ökumene wurde der frühere Superintendent Karl Schick gewählt. Pfarrer Dirk Vanhauer (Porz-Wahn-Heide) ist Vorsitzender des Theologischen Ausschusses, Karin-D. Witthöft (Bensberg) leitet den Fachausschuss „Gemeinschaft von Männern und Frauen in der Kirche“, und Susanne Rabe-Rahmann (Dellbrück/Holweide) führt den Kreisdiakonieausschuss an. Die Mitglieder der einzelnen Ausschüsse bleiben bis zur Herbstsynode im Amt und werden erst dann neu bestimmt. Zum Mitglied im Rechnungsprüfungsvorstand der Rechnungsprüfungsstelle Köln-Bonn-Hessen wurde Helmut Wagner (Lindlar) gewählt, seine Stellvertreterin ist Sigrid Halbe (Bergisch Gladbach).

Weiterer Zwischenbericht zum Bildungsreferat
Superintendentin Vogel legte den Synodalen einen weiteren Zwischenbericht über die Einrichtung eines Aus- und Fortbildungsreferats für Jugendliche und Erwachsene, der von der Synode einstimmig zur Kenntnis genommen wurde.

NKF: „Heiße Phase“ beginnt
In einem Bericht zum Neuen Kirchlichen Finanzwesen (NKF), der der Frühjahrssynode vorgelegt wurde, informiert das zuständige Projekt-team über den Stand der Implementierung. Demnach seien die vorgegebenen so genannten „Meilensteine“ größtenteils zeitgerecht erreicht worden, das zweite Halbjahr 2012 werde zur „heißen Phase“ des Umstellungsprozesses, bevor das NKF ab 2013 in den Gemeinden, im Kirchenkreis und im Verband Arbeitsgrundlage für die “ Meilensteine“ größtenteils zeitgerecht erreicht worden, das zweite Halbjahr 2012 werde zur „heißen Phase“ des Umstellungsprozesses, bevor das NKF ab 2013 in den Gemeinden, im Kirchenkreis und im Verband Arbeitsgrundlage für die Finanzverwaltung ist.

Beratungen über Strukturreformen
Nach der teilweise deutlichen Kritik an den von der Landeskirche angedachten Reformen zur Verwaltungsstruktur und zur Personalplanung bei der Herbstsynode wurden nun konstruktive Schritte vorgestellt, wie die Reformen dennoch umgesetzt, die Bedarfe und Interessen der Gemeinden und des Kirchenkreises dabei aber berücksichtigt werden können. „Eine Feintrennung ist sehr wichtig“, betonte Skriba Pfarrer Ralph Knapp und kündigte dazu umfassende Gespräche mit den einzelnen Gemeinden im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch an. Er machte aber auch deutlich, dass nicht alle Erwartungen und Hoffnungen auf Gemeindeebene erfüllt werden könnten.

Stichwort: Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch
Dieser Kirchenkreis bildet mit 18 Kirchengemeinden im rechtsrheini-schen Köln, Altenberg, Bergisch Gladbach, Kürten, Lindlar und Rösrath den größten Zusammenschluss innerhalb des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. In seinen Gemeinden leben knapp 100.000 Mitglieder, deren Interessen im „Parlament“ des Kirchenkreises, der Kreissynode, von 125 Synodalen vertreten werden.