„Körperparameter upgraden“



„Körperparameter upgraden“

„Mensch Alter!“ lautete der Titel des Kabarettprogramms, das das Ensemble „Die Drei Faltigen“ in das bis auf den letzten Platz besetzte evangelische Gemeindezentrum Herkenrath mitbrachte. In ihrem neuen Programm widmen sich „Die Drei Faltigen“ auf humorvolle Art dem Thema Altern. Die Themenwahl wundert bei dem Namen der Mitglieder nicht wirklich.

Eine Nummer spielt im „Mediterrana“, dem Wellness-Bad in Bergisch Gladbach. Dort könne man seine „Körperparameter upgraden“, heißt es. Zum Beispiel mit ayurvedischen Smoothies. Die sind aber kein Jungbrunnen für alle. „Geht mir weg mit diesem lauwarmen grünen Gift“, ätzt ein Ensemble-Mitglied. Und klar wird auch: „Fit allein macht nicht glücklich.“ Denn: „Die messbare Seite der Welt ist eben nur die messbare Seite der Welt.“ Natürlich müsse man, so heißt es in einem Beitrag zur Selbstoptimierung, in Harmonie mit sich selbst leben: „Aber effizient!“

Effiziente Babys und Kommunikation

Aber auch die jüngere Generation kommt vor. Sogar die ganz junge. Da geht es um das Designer-Baby „Svenja“. Die Eltern legen schon im Vorfeld fest, dass Svenja nach der Geburt 14 Löckchen haben wird und speziell für die Smartphone-Nutzung geformte Hände.

Das berufliche Kommunikationsmanagement wird ebenfalls auf’s Korn genommen, das klare Sätze und kurze Botschaften fordert. Ist das nicht möglich, wird der Satz: „Das Thema hat viele Facetten“, empfohlen. Ob man sich bei der Online-Partnervermittlung „Besser-als-nix.de“ gut aufgehoben fühlen würde, bleibt offen.

Die Verantwortlichen

Larissa Schmitz (evangelisch) und Gerald Matuschek (katholisch) gründeten das Ensemble die „Drei Faltigen“ 2003 in Refrath. Viola Frey kam 2006 dazu, Ursula Henze 2014. Sie werden am Piano begleitet von Eva Cox. „Mensch Alter!“ ist das vierte abendfüllende Programm des Ensembles.

Einer der Hauptorganisatoren des Abends ist Peter Freyaldenhoven. Er ist Vorsitzender des Fördervereins der Gemeinde in Herkenrath (Kirchengemeinde Bensberg). Laut Vereinssatzung dienen alle Einnahmen, die man erzielt, der Finanzierung einer halben Jugendleiterstelle. Die Gemeinde habe die Notwendigkeit der Jugendarbeit 2004 festgestellt. Im Anschluss habe man den Förderverein gegründet. „Die Finanzierung der halben Stelle schaffen wir mit unseren Veranstaltungen aber nicht“, räumt Freyaldenhoven freimütig ein. Zum Glück könne man auf eine Erbschaft zurückgreifen, die der Gemeinde mit der Zweckbindung Jugendarbeit vermacht worden sei.

Förderverein

Der Förderverein hat momentan 55 Mitglieder. Die zahlen einen jährlichen Mindestbeitrag von 25 Euro. Ausreißer sind zwei Mitglieder. Denen ist die Jugendarbeit 100 Euro im Monat wert. Freyaldenhoven lobte die Herkenrather Jugendarbeit, die überkonfessionell sei. „Wir haben eigentlich fast immer Jugendliche im Gemeindezentrum. Da geht es dann oft sehr lebhaft zu.“ Beispielsweise beim Gitarrenunterricht. Beliebt sind auch die alljährlichen Ferienfreizeiten.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Fördervereins ist grundsätzlich kostenlos. Spenden werden gerne entgegen genommen. Sie können Speisen und Getränke, die Gemeindeglieder spenden, in den Pausen erwerben. Gemeindegliedern gespendet. Auf dem Programm steht neben dem Kabarett auch schon mal ein Platzkonzert einer Big Band oder eine Lesung mit Orgelmusik. Beim Rosenmontagszug ist die Gemeinde mit einem Stand am Zugweg vertreten. „Das sind immer sehr schöne Aktionen, bei denen die Generationen zusammenkommen“, sagt Freyaldenhoven.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann