You are currently viewing Kölner Stadionlauf unter dem Motto „kirche.läuft“

Kölner Stadionlauf unter dem Motto „kirche.läuft“

Vor dem Fünf-Kilometer-Lauf im Schatten des RheinEnergie-Stadions gab Armin Beuscher den Sportlern einen Impuls mit auf den Weg. Dafür hatte der Pfarrer der Gemeinde Lindenthal eine Bibel-Stelle des Predigers, in der es um den Lebensgenuss geht, ein wenig umgeschrieben: „Lauf hin und genieße den Lauf, den du gerade hast, erfreue dich an den Mitlaufenden um dich her, auch an allem Schönen und Sinnlichen, spüre deine eigene Kraft und Lebendigkeit.“

So hält es Armin Beuscher selbst schon seit Jahren, wenn wieder einmal der Kölner Stadionlauf auf dem Programm steht. Die ökumenische Veranstaltung für behinderte und nicht-behinderte Sportler unter dem Motto „kirche.läuft“ fand in diesem Jahr zum neunten Mal mit diesmal rund 2.000 Teilnehmern auf den Wiesen vor dem Stadion und auf den Park- und Waldwegen der näheren Umgebung statt. Doch zum ersten Mal war Pfarrer Beuscher in seiner neuen Funktion als Sportbeauftragter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region dabei, die er seit einigen Monaten als Nachfolger von Karl-Heinz Iffland inne hat.

Bitte mehr Protestanten an den Start!
Am Stand des Arbeitskreises Kirche und Sport segnete Armin Beuscher auf Anfrage Kinder und Erwachsene und verschenkte „Gebetswürfel“ aus Holz. Es waren auch einige evangelischen Organisationen und Verbände vor Ort. Doch mengenmäßig konnten es die Protestanten, sei es bei der 660-Meter-Bambinistrecke oder bei der Zehn-Meilen-Distanz, nicht mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufnehmen: Unter den Läufern aller Altersklassen, von den Knirpsen bis zu den Hochbetagten, war bei den Protestanten noch "viel Luft nach oben".

Sport fördert Lebensfreude und Gemeinschaft
„Natürlich werde ich mich jetzt noch stärker dafür einsetzen, dass mehr Mitglieder des Kirchenverbands an diesem wunderbaren, familienfreundlichen und integrativen Ereignis teilnehmen“, sagte Pfarrer Beuscher. Denn die Grundidee, die Pfarrer Klaus Thranberend beim Eröffnungsgottessdienst in St. Georg formuliert hatte, könne man nur unterstützen. Das Problem am Sport sei, dass dort häufig nur auf die Defizite, die fehlenden Zentimeter und Sekunden geschaut werde, statt den Mehrwert an Lebensfreude und Gemeinschaft in den Vordergrund zu stellen, bemängelte der katholische Geistliche.

Ein Highlight: der Family & Friends“-Wettbewerb
So fand beim Stadionlauf wieder der „Family & Friends“-Wettbewerb über fünf-Kilometer große Beachtung, bei dem sich etwa sehbehinderte Sportler oder Rolli-Fahrer auf der Strecke von Freunden oder Angehörigen helfen lassen. „Es hat etwas gedauert, bis wir das Vertrauen der behinderten Menschen gewonnen hatten, aber jetzt beteiligen sie sich immer mit 700 bis 800 Teilnehmern, darunter auch Begleiter, an diesem Tag“, erklärte Volker Lemken, Geschäftsführer des DJK-Sportverbands, der zusammen mit der Pax-Bank zu den großen Unterstützern dieses Events gehört: „Ich glaube, dies ist der größte inklusive Volkslauf Deutschlands“, sagte Lemken.

Wahre Helden
So war Armin Beuscher abschließend mit seiner Zeit beim Zehn-Kilometer-Lauf zwar ganz zufrieden, aber: „Wenn ich dann eine Mutter sehe, wie sie mit ihrem Sohn zusammen, der unter spastischen Lähmungen leidet, über die Ziellinie läuft – das sind natürlich die wahren Helden.“

Text: Hans-Willi Hermans
Foto(s): Hans-Willi Hermans