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Kirche2go fragt: Was ist das Abendmahl?

Kirche2go fragt: Was ist das Abendmahl? „Das Abendmahl hat sich über 2000 Jahre immer weiter entwickelt“, erklärt Pfarrerin Laura Kadur. „Abendmahl ist Erinnerung. Wir versichern uns der Liebe und Treue Gottes zu uns. Wir kommen zum Abendmahl, mit unserer Schuld, an den Tisch, sind angenommen, so wie wir sind.“ Wie das Abendmahl früher aussah, erfahren Sie in dieser Kirche2go-Folge.

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Abendmahl – was ist das eigentlich? Einmal im Monat – vielleicht sogar jeden Sonntag – feiern wir in der evangelischen Kirche zusammen das Abendmahl. Da kommen Menschen zusammen, die gemeinsam am Altar oder am Tisch Brotbrechen und Wein trinken oder Traubensaft. Diese Tradition ist ganz, ganz alt. Wir haben zwei heilige Handlungen in der evangelischen Kirche, einmal die Taufe und einmal das Abendmahl. Und wir denken daran, dass Jesus an dem Abend, bevor er verraten worden ist, mit seinen Jüngern zusammen gesessen hat und das Brot gebrochen hat und auch zusammen den Kelch geteilt hat – und zu uns sagt, oder zu den Jüngern gesagt hat: „Solches tut zu meinem Gedächtnis.“ Das Abendmahl hat sich über 2000 Jahre immer weiter entwickelt. Was eigentlich mit einem Abendessen angefangen hat, ist heute – ja, wie soll man sagen – „reduziert“ worden auf ein kleines Stück Esspapier und ein kleines Schnapsgläschen voll Wein. Das ist einerseits schade, andererseits geht es ja eigentlich um den Kern der Sache. Abendmahl ist Erinnerung. Wir versichern uns der Liebe und Treue Gottes zu uns. Wir kommen zum Abendmahl, mit unserer Schuld, an den Tisch, sind angenommen, so wie wir sind. Wir denken an das Leben Jesu und besonders natürlich auch an seine Auferstehung und sein Sterben und Leiden. Jetzt gleich oder jetzt in nächster Zeit haben wir ja Gründonnerstag und da ist quasi diese Ursprungszeit des Abendmahls. Und ich glaube, es geht darum, dass das Abendmahl uns noch mal anders verbindet, als es zum Beispiel eine Predigt tun könnte und dass in dieser ganzen Zeit, wo wir jetzt zum Beispiel durch Corona auf vieles verzichtet haben, dass auch vielen aufgefallen ist, dass das schwierig ist, auf das Abendmahl zu verzichten. Deshalb ist es schön, wenn viele Gemeinden jetzt wieder damit anfangen. Wenn meine Konfis was dazu sagen könnten, würden die sagen: „Gott essen? Bäh, das finde ich richtig fies!“ Abendmahl ist keine Form von Kannibalismus, dass muss man sich vielleicht noch dazu sagen, sondern tatsächlich die Feier, dass Jesus mitten unter uns ist, dass er sich uns schenkt und das ist eigentlich das Abendmahl.

Text: APK
Foto(s): APK