Kirche2go fragt sich diesmal: Warum lässt Gott das zu?

Kirche2go geht diesmal der Frage nach, die sich so viele von uns bereits schon gestellt haben: Warum Gott, lässt Du das zu? Gerade bei Krankheiten, Tod, Unfällen oder großen Streitigkeiten kommt es oft genau zu diesem Punkt, zu dieser Glaubensfrage. Was soll das alles? Das kann doch nicht Gottgewollt sein?

Pfarrer Sebastian Baer Henney stellt sich dieser Frage. Denn er bekommt diese oft von Gemeindegliedern, Freunden und Mitmenschen gestellt. „Ich weiß es nicht,“ so Baer Henney,“ warum Gott Dinge zulässt , die schmerzhaft sind. Manche Dinge sind vielleicht hausgemacht, so dass die Menschen Dinge einfach so machen, so dass sie katastrophal daneben gehen… “ Doch damit nicht genug, denn Baer Henney geht weiter, geht tiefer und findet für sich und uns eine sehr verblüffende und plausible Antwort, hier bei Kirche2go!

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Den gesamten Beitrag zum Nachlesen:

Warum lässt Gott das zu? Werde ich oft gefragt. Warum passiert dann eigentlich der Scheiß hier, das mit Krebs, das ist mit Auschwitz? Was ist mit…? Ja, die ganz großen Nummern kommen da und ich kann das total nachvollziehen und ich habe keine Antwort…

Ich weiß nicht warum Gott Dinge zulässt die schmerzhaft sind.

Manche Dinge sind vielleicht hausgemacht, dass die Menschen Dinge einfach so machen dass sie katastrophal daneben gehen.

Aber auch dann ist ja die Frage, warum Gott das zulässt? 

Es gibt zwei punkte die ich dabei wichtig finde. Das eine ist, dass Gott sich ganz am Anfang schon entschieden hat, uns Freiheiten zu lassen. Wir können uns für Gott entscheiden und gegen Gott und da wo wir Dinge machen die offensichtlich dem widersprechen was mir als Christ eigentlich aufgegeben ist, da, wo wir nicht aus Liebe handeln wo wir uns der Liebe verschließen, da passieren Dinge, die schlecht sind. Manchmal übrigens auch gar nicht aktiv, dass ich mich dagegen entscheide oder so. Manchmal passieren einfach Dinge weil es Verkettungen gibt, weil es Vorgänge gibt die schlecht sind aber Gott da nicht interveniert. Wahrscheinlich, weil er uns zum gewissen Grad diese Freiheit lässt. Das andere ist, dass ich darauf vertrauen muss, dass Gott trotzdem irgendwie da ist. Wenn ich daran glaube, dass Gott überall in dieser Welt wirkt, dann glaube ich wirkt er sogar da wo das schlechte passiert, dann wirkt er sogar im Mittelmeer vielleicht wenn schiffe kommen und Leute daraus fischen.

Das heißt also, wenn ich mir diese Frage stelle warum Gott Böses zulässt, komme ich nicht weiter, weil Gott ist Gott und ich muss ihn nicht verteidigen und ich muss ihn nicht in Schutz nehmen denn, wer bin ich, dass ich Gott in Schutz nehmen will?  Aber ich glaube, ich kann die Frage sicher sinnvoller stellen, wenn ich frage, wo wirkt Gott eigentlich im Schlechten?

Das heißt, wenn ich darauf vertrauen dass da, wo schlechtes passiert trotzdem auch Gott ist, dann komme ich glaube ich weiter und da kann ich seine Spuren auch in dem schlimmsten Übel irgendwo sehen, so ein bisschen weniger Sintflut. Die ganze Welt geht unter aber ein paar werden eben doch gerettet.

Schönes Bild finde ich: Gott wirkt da und es gibt so einen alten Psalm 23 das ist der bekannteste Psalm:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich doch kein Unglück, denn dein Stecken und Stab trösten mich.

Also Gott als Hirte beschützt mich mit seinem Hirtenstab auch da wo es wirklich finster ist. Und wenn ich mit Menschen zu tun habe, die wirklich Schlimmes erlebt haben, dann habe ich das manchmal, dass die sagen: …“und dann hat Gott mich da raus geholt“; „dennoch war Gott da“; „trotzdem habe ich hinterher gemerkt: Gott war sogar da in diesem Keller wo ich verschüttet war

nach dem Bombenangriff…“   Und das finde ich total berührend.

Für mich ist das der Punkt wo ich merke, Gott ist nicht weg. Schlimmes passiert, ohne Frage und Gott muss sich das anhören von mir.  Aber Gott ist dabei. Und Gott lässt mich nicht allein. Gott segnet mich, Gott segnet mich immer wieder.  Das heißt, die Frage ist nicht so sehr: Warum lässt Gott Schlechtes zu? Sondern: Wo ist Gott im Schlechten und wie kann ich ihn da trotzdem noch finden?…