Unter den Merheimern die vor fast einem halben Jahrhundert – ohne Kirche – begannen, die Petrusgemeinde aufzubauen, ist Daniel Rösler (ganz rechts) „der Neue“. Seit Februar ist er Pfarrer für Merheim-Brück. „Unser wichtigstes Gründungsmitglied, Pastor Rolf Wagner, ist leider krank geworden und fehlt heute “, bedauerte er.



Kirche auf Wunsch: 40 Jahre Petruskirche

„Die Einweihung einer Kirche ist nicht der Beginn, sondern der Höhepunkt in der Geschichte einer christlichen Gemeinde“, fasste Pfarrer Daniel Rösler als der „Neue“ in Merheim-Brück das Wichtigste zusammen, was es über die Entstehung seiner Gemeinde zu wissen gibt. Vor 40 Jahren wurde die Petruskirche in Merheim eingeweiht, gebaut auf den ausdrücklichen Wunsch ihrer Gemeinde hin, die schon lange vorher in Privaträumen ihre Gottesdienste feierte.

Gottesdienste in der Grundschule – Gruppentreffen im Pfarrhaus

Mit Sektempfang, tischeweise Gewinnen einer Überraschungstombola, Ständen mit Hand- und Bastelarbeiten, selbstgemachten Marmeladen, Trödel und Caféteria feierte die Petruskirchengemeinde auf zwei Etagen den 40. Geburtstag ihrer Kirche.

Die Gemeinde selbst gibt schon es um Einiges länger. „Hier ist ganz viel emotionale Verbundenheit: Vor dem Bau unserer Petruskirche brannte hier auf diesem Boden schon jedes Jahr das Martinsfeuer.“ Die wachsende Gemeinde organisierte ihr Leben in den 60er und 70er Jahren selbst – in einer Dachgeschosswohnung in der Ostmerheimer Straße und im Wohnhaus von Pastor Rolf Wagner. Die Gottesdienste fanden über Jahre hinweg in der Aula der Grundschule statt. „Erst als die Gemeinde schon lange da war, kam auch eine Kirche.“

„Niemand baut hier für sich selbst – jeder baut für das Ganze”

Ihr Bau war keine landeskirchliche Anordnung. Dass es sie gibt ist Wagners Engagement, dem damaligen Förderverein, dem Presbyterium und vielen begeisterungsfähigen Einzelnen zu verdanken. Sie sorgten dafür, dass Ende 1973 das Grundstück für den Bau des Gemeindezentrums von der Stadt Köln gekauft werden konnte. 1978 „stieg“ das Richtfest.

40 Jahre später kann Pfarrer Daniel Rösler klar sagen: „Unser Gemeindezentrum ist eine Baustelle geblieben. Wir sind nicht fertig geworden damit, an unserer Gemeinde zu bauen, sie immer wieder neu auszurichten und ihre Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Und das ist gut so: Niemand baut hier für sich selbst – jeder für baut für das Ganze.“

 Ökumenischer Glocken-Gleichklang

Die kölnischen Stadtteile Brück und Merheim haben aktuell rund 3.600 Gemeindeglieder und sind außerdem eng nachbarschaftlich-ökumenisch mit St. Gereon verbunden. „Sogar unsere Glocken sind im Klang aufeinander abgestimmt“, freut sich Rösler. Er selbst ist im Februar aus einer Gemeinde in Norddeutschland nach Merheim-Brück gekommen. Worauf er sich mit seinem Einsatz im Rheinland einlässt, wusste er, meint er leicht amüsiert. Er hat bereits viele Jahre in Bonn verbracht und auch wenn er sich noch einarbeitet, sagt Daniel Röser klar: „Es ist ein tolles Gefühl, hier zu sein!“

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller