Kammerchor und Kammerorchester der Universität zu Köln



Johannespassion von Bach in der Trinitatiskirche – zwei große Universitätskonzerte zur Passionszeit

Gleich zwei Mal führt das Collegium musicum der Universität zu Köln in diesem Jahr die Johannespassion, BWV 245, von Johann Sebastian Bach in der Kölner Trinitatiskirche, Filzengraben 4, auf. Die beiden Konzerte finden am Freitag, 6. März, und Samstag, 7. März, jeweils ab 19.30 Uhr statt.

Konzerte

Das Collegium musicum ist der musikpraktische Zweig der Universität zu Köln und ein Angebot an alle Studierenden im Rahmen des Studium generale. Es ist dem Musikwissenschaftlichen Institut angegliedert und wird von Universitätsmusikdirektor Michael Ostrzyga geleitet. Ostrzyga, der seit 2008 die Musik an der Universität verantwortet, ist als Komponist und Dirigent für alte und neue Musik bekannt. Neben seiner Arbeit in Köln geht er einer regen internationalen Konzerttätigkeit nach, die ihn immer wieder auch in die USA führt.

Unter seiner Leitung hat das Collegium musicum sein Angebot in den letzten Jahren stark erweitert und verjüngt: Es gibt dort heute mehrere Chöre, Orchester, eine Big Band, einen Kinder-, einen Jazz-Chor und weitere kleinere Ensembles. Konzerte zum Semesterbeginn und -abschluss, verschiedene Konzertreihen in der Universität sowie Konzerte im Rathaus, der Philharmonie und in der Trinitatiskirche bilden das kulturelle Angebot während des Semesters. Michael Ostrzyga ergänzt dazu: „Das Collegium musicum versteht sich zugleich als Bewahrer und Erneuerer: Bewahrer in der Vermittlung bekannter und weniger bekannter Werke der alten Meister und Erneuerer in der Suche nach neuem, außergewöhnlichem Repertoire und nach experimentellen Konzeptionen der Vermittlung.“

Passionsgeschichte

Ein knappes Jahr nach der Aufführung der großen Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Kölner Trinitatiskirche widmet sich Michael Ostrzyga mit seinen Studierenden nun 2020 der älteren der beiden erhaltenen Bachschen Passionen. Im Vergleich mit der Matthäus-Passion ist sie rund eine Stunde kürzer und auch etwas kleiner besetzt. Die Passionsgeschichte – Jesu Verrat und Gefangennahme, Verleugnung, Verhör und Geißelung, Kreuzigung und Tod und schließlich die Grablegung – wird darin dramatisch und kraftvoll erzählt.

Der biblische Text und die Arien werden solistisch musiziert. Dem Chor, der das biblische Geschehen in Chorälen kommentiert und reflektiert und als Menschenmenge in den Turba-Chören in die Handlung eingreift, kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Bach schrieb diese Passionsvertonung in seinem ersten Leipziger Amtsjahr 1724 für den Karfreitags-Gottesdienst. Das Werk war ein grandioser Wurf und hat ihn zeitlebens nicht mehr losgelassen. Es existieren mehrere Fassungen aus Bachs Feder, die letzte, vierte verfasste Bach in seinem letzten Lebensjahr 1749.

Kammerchor und Kammerorchester

Die Ausführenden der beiden Kölner Konzerte sind der Kammerchor und das Kammerorchester der Universität zu Köln. Das Orchester wird zusätzlich mit einer Gambe und die Continuo-Gruppe mit Laute, Cello, Kontrabass und Orgel besetzt sein. Als Solistinnen und Solisten wirken Anna-Sophie Brosig (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), Stefan Sbonnik (Tenor) mit. Die beiden Bassisten Thomas Bonni und Fabian Hemmelmann teilen sich die Arien und die Partie des Christus.

Karten

Die Eintrittskarten kosten 15, ermäßigt 9 Euro und sind nur gegen Barzahlung an der Abendkasse erhältlich. Sie können vorab über collegium-musicum@uni-koeln.de oder die Telefonnummer 0221-470 4196 reserviert werden. Wegen der freien Platzwahl empfiehlt die Universität, frühzeitig zu den Konzerten zu kommen.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler