„Jetzt sind Sie dem Himmel noch näher“ – Gemeindezentrum in Pesch wiedereröffnet
Pfarrerin Siegrid Geiger, Sylvia Wacker, Architekt Mathias Knop mit Superintendent Markus Zimmermann im Gemeindezentrum Pesch.

„Jetzt sind Sie dem Himmel noch näher“ – Gemeindezentrum in Pesch wiedereröffnet

Nicht nur der Superintendent war begeistert. Der aber auch. „Eigentlich würde eine WhatsApp-Nachricht genügen: Herzlichen Glückwunsch. Super gelungen“, sagte Pfarrer Markus Zimmermann zu Beginn seiner Predigt im Festgottesdienst zur Wiedereröffnung des sanierten und erweiterten Gemeindezentrums der Evangelischen Kirchengemeinde Auweiler-Esch-Lindweiler-Pesch in Pesch. „Alles ist viel heller und transparenter. Jetzt sind Sie dem Himmel noch näher“, spielte der Superintendent auf den Internetauftritt der Gemeinde an, die man unter www.dem-himmel-so-nahe.de im weltweiten Netz findet. „Und ich bin sicher: Dieses Haus ist auf Fels gebaut“, nahm Zimmermann den Text der Lesung aus Matthäus 7, 24 – 27 auf, in der Jesu Gleichnis vom Haus auf Felsen und auf Sand erzählt wird.

Dann war es Zeit, Danke zu sagen. Zunächst der Gemeinde, „die die bewegte Zeit gut überstanden hat“. Ein Jahr hätten die Bauarbeiten gedauert. Danach habe man sich von der Jesus-Christus-Kirche in Esch verabschieden müssen. Zimmermann dankte auch den Nachbarn, die den Baulärm ausgehalten hätten. Und natürlich dem Presbyterium für den Mut, den Umbau und die Sanierung zu wagen und „Kirche damit zukunftsfähig zu halten. Dieses Gemeindezentrum ist ein Zeichen dafür, dass wir weiterhin stark sind. Und es ist ein Zeichen gegen das Jammern und Wehklagen.“ Dank gebühre auch dem Neubauplanungsausschuss der Gemeinde. Von außen ist nicht zu verstehen, wie viel Arbeit das ist. „Ich kann das sagen. Ich sitze selber in einem Neubauplanungsausschuss.“ Da gelte es auch, immer wieder Rückschritte auszuhalten.

Aber jetzt sei ja alles gut. Sehr gut sogar. Die Umbauarbeiten seien in Rekordzeit vollendet worden. Und an die gewandt, die in der überfüllten Kirche keinen Sitzplatz gefunden hatten: „Sogar das Stehen ist schöner als früher. Es gibt ja jetzt eine Fußbodenheizung.“ Und noch viel mehr. Im Pescher Gemeindezentrum hat sich eine Menge getan. Wände wurden eingerissen. Dafür wurden andere gebaut. Fenster und Türen wurden ausgewechselt, der Gottesdienstraum wurde vergrößert. In einem Anbau ist nun Platz für einen großen Gruppenraum, einen Seelsorgeraum und für Kinder und Jugendliche, die in Pesch „Junge Hüpfer“ und „Alte Säcke“ heißen.

Während des Empfangs nach dem Gottesdienst kümmerten sich die „Engel in Ausbildung“ der Gemeinde um Essen und Trinken. Superintendent Zimmermann hatte es schon angesprochen. Dank der Dachflächenfenster über dem Gottesdienstraum und der deutlich verbesserten Beleuchtung ist es viel heller. Auch die übrigen Räume sind dank der großzügigen Fenster lichtdurchflutet. Der weiße Anstrich allerorts tut sein Übriges für die freundliche Atmosphäre. Auch die Akustik hat sich hörbar verbessert. Alle Räume sind ebenerdig erreichbar und die verbreiterten Gänge im Gebäude sind auch mit dem Rollator problemlos zu nutzen. Aus der Jesus-Christus-Kirche, die zwei

Projektchor unter der Leitung von Tobias Buscher

Wochen vor dem Festgottesdienst in Pesch entwidmet worden war, wurden die Fensterbilder in den Gottesdienstraum eingebaut. Das alte Escher Kirchentor wurde in Pesch zum Gartentor umfunktioniert. Viele Möbel aus Esch sind ebenfalls umgezogen. Neu ist eine große Terrasse neben dem Gemeindezentrum. Und bei Sommerfesten wird man in Zukunft die Türen des Zentrums in Richtung Kirchplatz öffnen können.

Auf das Thema Türen ging Superintendent Zimmermann in seiner Predigt besonders ein. „Es ist in Pesch Konzept der Gemeinde, für das Gemeindezentrum viele Schlüssel auszugeben. Das hier ist kein abgeschlossenes Gebäude. Ich finde, das ist ein wunderbares Symbol. Und ein großer Vertrauensbeweis an die Gemeinde.“ Im übertragenen Sinne habe auch Gott, vertreten durch Jesus Christus, der ganzen Gemeinde die Schlüsselgewalt übertragen. „Tragen Sie die Botschaft weiter: Mutig, fröhlich und frei“, ermutigte der Superintendent die Pescher Protestantinnen und Protestanten. „Das, was Ihr auf Erden bindet, wird auch im Himmel gebunden. Und das, was Ihr auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst. Gott traut uns zu, Lösungen zu finden. Lösungen für die Probleme, die auf uns zukommen.“

Keinerlei Probleme hatte der Projektchor, der sich zur Wiedereröffnung des Gemeindezentrums gefunden und nach wenigen Proben unter der Leitung von Tobias Buscher das Publikum begeisterte.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann/APK