You are currently viewing In der Wander-Ausstellung „Gemeinsam ganz normal?“ geht es um behinderte Menschen und deren Platz in unserer Gesellschaft

In der Wander-Ausstellung „Gemeinsam ganz normal?“ geht es um behinderte Menschen und deren Platz in unserer Gesellschaft

Von Außenseitern zu Mitgliedern der Gesellschaft
Es ist ein langer Weg gewesen, bis Menschen mit Behinderungen einen Platz in der Gesellschaft erhalten haben. Das zeigt die Ausstellung „Gemeinsam ganz normal?“ ab Freitag, 11. April, im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).
Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 9. Mai, im Landeskirchenamt (LKA) zu sehen, Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf. Die Öffnungszeiten des LKA: montags, dienstags und donnertags von 8.30 bis 15 Uhr, mittwochs bis 12.30 Uhr und freitags bis 13 Uhr.
Danach kann die Ausstellung auch augeliehen werden: beim Landschaftsverband Rheinland, Kontakt siehe unten.



Anlässlich des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Köln entstanden
Die Ausstellung des Landschaftsverbands Rheinland ist anlässlich des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Köln entstanden. Das Thema dieser Wanderausstellung ist der Umgang mit behinderten Menschen vom Mittelalter bis heute.
Im Mittelalter gehören Menschen mit Behinderung zu den Ärmsten der Armen. Bettelnd und obdachlos ziehen sie durch Städte und Dörfer. Die „Typologie von Bettlern und Krüppeln“, gezeichnet von Hieronymus Bosch vor mehr als 500 Jahren, zeigt das gleich zu Anfang der Ausstellung.
Erst die französische Revolution ist der Wendepunkt. In einem Pariser Stadtasyl werden die Pfleger angewiesen, Arme und Kranke von ihren Ketten zu befreien. Langsam setzt sich die Sichtweise durch: Alle Menschen haben das gleiche Recht auf Menschenwürde.
Morde in der NS-Zeit
Im 19. Jahrhundert werden große Anstalten für behinderte Menschen gebaut. Sie bieten zwar Schutz und Sicherheit, nehmen dem Einzelnen aber gleichzeitig jede Chance auf individuelle Entfaltung. Mit dem Ersten Weltkrieg und der Vielzahl so genannter Kriegsversehrter finden sich nun Menschen mit Behinderungen in allen Teilen der Gesellschaft. Sie sind als Kriegsveteranen angesehen.
Das ändert sich mit dem Nationalsozialismus. Da gelten Menschen mit Behinderung als „lebensunwert“, viele werden ermordet.

Noch viel zu tun
Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts sollen Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen. So endet die Ausstellung auch mit dem Foto einer jungen Frau im Rollstuhl vor einem Regal voller Akten. Sie arbeitet in einer Anwaltskanzlei.
Doch trotz aller Veränderung gibt es immer noch Hürden für behinderte Menschen. So heißt es zum Schluss der Ausstellung, die 18 Tafeln umfasst, denn auch: „Es bleibt noch viel zu tun.“

Die Ausstellung kann auch ausgeliehen werden!
Wer die Wanderausstellung ausleihen möchte, wende sich an das Archiv des Landschaftsverbands Rheinland, Telefon 02234 / 9854-356, eMail archiv@lvr.de.

Text: Evangelische Kirche im Rheinland
Foto(s): Diakonie Michaelshoven e.V.