Globalisierung: Synode berät über die Herausforderungen für die Kirche. Rheinische Landessynode tagt seit Sonntag in Bad Neuenahr

Globalisierung: Synode berät über die Herausforderungen für die Kirche. Rheinische Landessynode tagt seit Sonntag in Bad Neuenahr

Globalisierung ist das Hauptthema der nächsten Landessynode. Vom 6. bis 11. Januar 2008 kommen die Mitglieder der Landessynode, dem obersten Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), in Bad Neuenahr zusammen.

Sie umfasst 116 Seiten,
die „Drucksache 2“ der Landessynode 2008 mit dem Titel „Wirtschaften für das Leben – Stellungnahme zur Wirtschaftlichen Globalisierung und ihren Herausforderungen für die Kirchen“. Die Auseinandersetzung mit der Globalisierung und ihren Folgen solle in der kirchlichen Arbeit „hohe Priorität“ haben, heißt es im Beschlussentwurf und damit als Fazit der Vorlage. Außerdem wird vorgeschlagen, an mehreren Unterthemen weiter zu arbeiten. Dies sind Arbeit, ethische Geldanlage, Frieden, Entwicklung und Sicherheit, Landwirtschaft, Klimawandel, Konsum und Migration. Die Umsetzung der Weiterarbeit soll eine Projektgruppe Globalisierung voranbringen. Sie soll der nächsten Landessynode berichten, heißt es im Beschlussantrag.

„Die Globalisierung beißt überall“,
sagt Oberkirchenrat Wilfried Neusel. Der Ökumene-Chef der rheinischen Kirche warnt allerdings davor, sich als Landeskirche politisch zu isolieren. Das spiegelt sich in dem Papier, das der am Sonntag beginnenden Landessynode vorliegt: Es referiert die verschiedenen theologisch-ethischen Positionen zur Globalisierung und empfiehlt, sie miteinander ins Gespräch zu bringen.
Gemeint ist die so genannte Bekenntnisposition, die Alternativen zur globalen Wirtschaftsordnung sucht. Basis dieser Position ist die Option für die Armen. Im Blick auf die Alternativen sind beispielsweise Tauschringe oder spezielle Kreditsysteme gemeint.
Weil die Globalisierung beißt: Auch die andere Position, die zur Mitgestaltung der Globalisierung aufruft, beschäftigt sich mit ihren negativen Seiten. Ausgleich soll hier der Maßstab der Menschenrechte bringen.
Bevor die Mitglieder der Landessynode sich mit der Vorlage befassen, hören sie zwei Vorträge zur Globalisierung. Redner sind der ehemalige Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Prof. Dr. Konrad Raiser, sowie Prof. Dr. Meinhard Miegel, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn.

Personalplanung
Vier Vorlagen an die Landessynode 2008 – die Drucksachen 20 bis 23 – haben laut Oberkirchenrat Jürgen Dembek den Hintergrund, dass die Landeskirche auf Zukunft in der Lage sein soll, Personalplanung zu betreiben. Die strukturelle Änderung – bislang entschieden allein die Presbyterien durch ihr Pfarrwahlrecht – hat die Landessynode bereits eingeleitet. Nun geht es an Umsetzungsdetails. Dazu liegen der Landessynode 2008 vor: ein Rahmenkonzept für mbA-Stellen, Richtlinien für das Auswahl- und für das Bewerbungsverfahren, ferner Eckpunkte zur Berechnung und Verteilung von Pfarrstellen sowie eine Vorlage zum Besoldungsniveau.
Der theologische Nachwuchs soll künftig – zusätzlich zu den beiden theologischen Examina – ein zentrales Bewerbungsverfahren absolvieren, um Zugang zum Pfarrdienst zu erhalten. Die Pfarrerinnen und Pfarrer im Wartestand durchlaufen – so die Pläne – ein Auswahlverfahren. Nur diejenigen, die ihr Verfahren meistern, erhalten eine mbA-Stelle, eine Stelle mit besonderem Auftrag.
Neben dem Wunsch nach zentraler Personalplanung mache der demografische Wandel hin zu einem Mitgliederrückgang eine Halbierung der Pfarrstellen in den kommenden zwei Jahrzehnten nötig, so Dembek.

Der Präsesbericht
„Erziehungscamp und Ökumene, Statistik und Frömmigkeitskanon“ – der Präsesbericht nimmt neben Rückschau auch aktuelle Themen auf. Das wurde bei der anschließenden Pressekonferenz noch einmal deutlich. Mehr darüber hier, auf den Seiten der rheinischen Landeskirche.

Mehr zur Landessynode 2008 auf den Seiten der Evangelischen Kirche im Rheinland hier.