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Prädikant Wilfried Jepp bei seiner Antrittspredigt in der Immanuel-Kirche.

„Glaube, Hoffnung, Liebe“: Prädikant Wilfried Jepp in der Immanuel-Kirche ordiniert

Verkündigung darf auch schon mal unter die Haut gehen – zumindest könnte einem dieser Gedanke kommen, wenn man die Einladungskarte zum Ordinationsgottesdienst von Prädikant Wilfried Jepp betrachtet. Sie zeigt seinen Unterarm, auf den die bekannten Worte aus 1. Korinther 13, 13 (Jepps Ordinationsspruch) tätowiert sind: „Was für immer bleibt sind Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber am größten unter ihnen ist die Liebe.“

Der 64-jährige ehemalige Bayer-Mitarbeiter ist seit 2006 Mitglied des Presbyteriums, das ihn im Dezember 2018 für die Prädikanten-Ausbildung vorschlug. Für Theologie interessiert sich Jepp schon lange, hat in der Melanchthon-Akademie an dem interreligiösen Projekt „Schrift-Gespür“ teilgenommen. Außerdem liegt ihm das Thema Seelsorge sehr am Herzen und er ist in der Hauskreisarbeit aktiv.

Ausbildung fast vollständig unter Corona-Bedingungen

Der zunächst von Pfarrer Thomas Fresia geleitete Gottesdienst in der Immanuel-Kirche begann mit einem Geburtstagsständchen für Wilfried Jepps Enkelin, die an diesem Tag ihren ersten Geburtstag feierte. Für Superintendentin Andrea Vogel war es die letzte Ordination eines Prädikanten/ einer Prädikantin. Sie betonte, dass Jepp und seine Mitabsolventen und Mitabsolventinnen ihre zweijährige Ausbildung fast vollständig unter Corona-Bedingungen absolvieren mussten, was die Gruppe ganz besonders zusammengeschweißt und zu einem „sehr wertschätzenden Umgang“ geführt habe. Assistiert wurde der Superintendentin des Kirchnkreises Köln-Rechtsrheinisch von Pfarrer Thomas Fresia und der Vorsitzenden des Presbyteriums Christiane Friedrich.

Gleichnis für die sorgende Liebe Gottes

Für seine Antrittspredigt hatte sich Wilfried Jepp Lukas 11, 1-13 ausgesucht, einen sehr dichten Text, der mit einer Kurzfassung des Vaterunsers beginnt und anhand von zwei eindrücklichen Gleichnissen Jesu deutllich macht, was zuversichtliches Beten bedeutet. Gibt es jemanden, zu dem wir mitten in der Nacht kommen können? Mit dieser „Gretchenfrage“ brachte Jepp seinen Predigttext auf die Ebene von Freundschaft und Familie. „Menschliche Beziehungen sind niemals perfekt“, so Jepp. Dennoch können sie ein Gleichnis für die sorgende Liebe Gottes sein

Für einen besonders emotionalen Moment sorgte der spontane „Brückenschlag-Chor“, der sich für das Segenslied „Dass dein Weg dir glückt“ zusammengefunden hatte.

In Anschluss an den Gottesdienst gab es noch Grußworte, persönliche Glückwünsche und Gespräche.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke